Beschreibung

Vorbericht: 

Der 10-jährige Hund wird zur allgemeinen Untersuchung in der Activet-Praxis vorgestellt. Vorberichtlich leckt er sich viel im Maulbereich, frisst und trinkt aber weiterhin normal. Seit der letzten Zahnsanierung sind 5 Jahre vergangen. 

Klinische Untersuchung: 

  • Adspektorische Untersuchung der Maulhöhle: vollständiges Gebiss mit hgr. Zahnsteinbefall sowie einhergehender Gingivitis und Zahnfleischrückgang (Parodontose) 

  • einige Zähne sind bereits ausgefallen 

  • weitere klinische Untersuchung o.b.B. 

→ Aufgrund des schlechten Zustandes des Gebisses wurde mit den Besitzern eine zeitnahe Zahnsanierung inkl. Dentalröntgen besprochen 

Befunde Dentalröntgen: 

  • hgr. horizontaler Knochenabbau (grüne Markierung) 

  • teils resorptive Läsionen (RL) an Prämolaren im UK beidseits (gelbe Markierung) 

Therapie: 

  • Prä- und postoperativ jeweils 7 Tage Antibiose und Schmerzmittel 

  • Zahnsanierung: Entfernung von 20 Zähnen 

  • Die letzten 7 verbliebenen Zähne müssen in einer zweiten Sitzung gezogen werden (in ca. 6 Monaten). In dieser erfolgt auch eine erneute Röntgenkontrolle des Gebisses, um die Knochenstruktur und Entzündungsvorgänge im weiteren Verlauf beurteilen zu können 

Weiteres Vorgehen: 

  • Nachkontrolle am nächsten Tag: Allgemeinzustand gut, Futteraufnahme soll mittels eingeweichtem Futter gesteigert werden 

Fazit 

  • Je nach Alter und Veranlagung des Hundes sollte die Maulhöhle mindestens 1-2 x jährlich ausführlich kontrolliert und ggf. behandelt werden, damit es erst gar nicht zu solch hgr. pathologischen Veränderungen kommt 

  • spätestens im Zuge einer Zahnsanierung muss für eine lückenlose Behandlung immer ein Full-Mouth-Röntgen angefertigt werden, damit auch “unter die Spitze des Eisbergs” geschaut wird 

  • hgr. Veränderungen an Knochen - und Zahnwurzelstrukturen sind auch beim Hund keine Seltenheit und müssen, wie auch bei der Katze, nicht immer mit eindeutigen klinischen Beschwerden einhergehen. Selbst kleinsten Auffälligkeiten im Maulbereich oder beim Fressverhalten sollte daher größte Beachtung geschenkt werden. 

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Autor:innen

Activet
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