Beschreibung

Organoide in der Veterinärmedizin: Neue Perspektiven für Forschung und Tierschutz

Die biomedizinische Forschung erlebt derzeit einen fundamentalen Wandel: Die Etablierung sogenannter Organoide – dreidimensionaler, zellbasierter In-vitro-Modelle – verspricht nicht nur erhebliche medizinische Fortschritte, sondern auch eine deutliche Reduktion von Tierversuchen. In der Humanmedizin längst etabliert, gewinnt das Konzept nun auch in der Veterinärmedizin zunehmend an Relevanz. Die diesjährige Verleihung des Tierschutzforschungspreises 2025 durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bestätigt diesen Trend eindrucksvoll.


Ausgezeichnete Innovation: Prof. Dr. Hans Clevers erhält Tierschutzforschungspreis 2025

Der Hauptpreis des BMEL ging 2025 an Prof. Dr. Hans Clevers vom Hubrecht Institut (Niederlande), dessen Pionierarbeit zur Entwicklung von Organoiden als Meilenstein für tierversuchsfreie Forschung gilt. Clevers entwickelte ein Verfahren zur Generierung funktionaler Mini-Organe aus Stammzellen, das sich sowohl in der humanen als auch in der veterinärmedizinischen Forschung als bahnbrechend erwiesen hat. Seine Arbeiten ermöglichen es, Organfunktionen realitätsnah im Labor zu simulieren, was die Übertragbarkeit auf den Menschen – und zunehmend auch auf Tiermodelle – signifikant erhöht.


Organoide – Mini-Organe mit großer Wirkung

Organoide entstehen aus adulten oder induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) und reproduzieren strukturelle und funktionale Merkmale ihrer Ursprungsorgane. Sie wachsen in spezialisierten Medien und Matrices wie Matrigel, die zelluläre Interaktionen begünstigen. Diese Kulturen sind biologisch relevanter als klassische 2D-Zelllinien und ermöglichen patienten- bzw. tierspezifische Modelle. Für die Veterinärmedizin eröffnen sie neue Möglichkeiten in Diagnostik, Pharmakologie und Grundlagenforschung – und sie erfüllen dabei ethische Anforderungen in besonderem Maße.


Forschung an der TiHo Hannover: Wegweisend für die Tiermedizin

Ein herausragendes Beispiel für die Umsetzung dieser Konzepte findet sich an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Valentin-Weigand und Dr. Clarissa Schwab hat die TiHo Organoidmodelle für verschiedene Nutztierarten wie Schwein, Rind und Geflügel entwickelt. Im Fokus stehen dabei:

  • Darmorganoide, zur Erforschung von enteralen Infektionen und Futterzusätzen

  • Leberorganoide, für toxikologische und metabolische Studien

  • Atemwegsepithel-Organoide, für die Untersuchung von Zoonosen und Atemwegserkrankungen

Diese Modelle ermöglichen praxisrelevante Forschung ohne den Einsatz lebender Versuchstiere. Besonders relevant ist dab

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