Beschreibung
Europäisch Kurzhaar, männlich kastriert, 4 Jahre, 5 kg. Keine besonderen Vorerkrankungen. FIV/FeLV negativ.
Anamnese
Erstvorstellung wegen mäßigem beidseitigem Nickhautvorfall (Protrusion der Membrana nictitans), seit etwa zehn Tagen bestehend.
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Klinische Untersuchung ohne Befund, Temperatur 39,3 °C
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Keine gastrointestinalen Symptome, keine systemischen Hinweise
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Kein Ansprechen auf eine erste Behandlung mit Entwurmung (Milbemycin/Praziquantel), Antibiotikum und NSAID
Klinischer Verlauf
Wiedervorstellung an Tag 10: Verschlechterung der Protrusion der Membranae nictitantes, ohne Anorexie oder Hyperthermie.
Vollständige weiterführende Diagnostik durchgeführt, durchweg unauffällig:
UntersuchungErgebnisAbdominalsonographieo. B.Röntgen Thoraxo. B.Blutbild + Biochemieo. B.FIV/FeLV-TestnegativOphthalmologische UntersuchungAugen unauffällig, kein deutlicher Enophthalmus
Bemerkenswerter Befund: unter Sedation für die Sonographie (Medetomidin 0,1 + Buprenorphin 0,2) → vollständiges Verschwinden der Protrusion, Augen während der Sedation unauffällig.
An Tag 12: Persistenz des Nickhautvorfalls, kein Ansprechen auf Antibiose oder Kortikosteroidtherapie. Allgemeinzustand uneingeschränkt erhalten.
Fragestellung : Pathomechanismus und weiteres Vorgehen bei isoliertem beidseitigem Nickhautvorfall ohne Begleitsymptome, in einem Kontext, in dem Überweisung und Computertomographie nicht verfügbar sind.
Fachärztliche Einschätzung — B. Michaud, DVM
Hauptverdacht: Haws-Syndrom.
Argumente dafür:
Junge Katze (4 Jahre)
Beidseitiger und symmetrischer Befall der Nickhäute
Unauffällige ophthalmologische Untersuchung
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