Beschreibung

Vielleicht kennst du diese Situation:

Ein schwieriger Fall steht vor dir. Die Befunde sind nicht eindeutig. Der Tierhalter erwartet eine klare Aussage. Deine Kollegin würde anders vorgehen. Und innerlich hoffst du, dass noch irgendeine Information auftaucht, die dir die Entscheidung abnimmt.

Aber meistens kommt sie nicht.

Und das gilt längst nicht nur für medizinische Fragen.

Soll ich diesen Patienten überweisen oder selbst weiterbehandeln?

Soll ich meiner Chefin sagen, dass die Dienste mich inzwischen an meine Grenzen bringen?

Soll ich die angebotene Leitungsposition übernehmen, obwohl ich noch nicht weiß, ob ich ihr gewachsen bin?

Soll ich in dieser Praxis bleiben, obwohl ich spüre, dass etwas nicht mehr stimmt? Soll ich überhaupt in der Praxis bleiben, in der Industrie verdient man doch viel mehr und hat geregelte Arbeitszeiten?

Gerade jüngere Tierärztinnen und Tierärzte stehen häufig zwischen hohen Ansprüchen, großer Verantwortung und der Sorge, etwas falsch zu machen.

Das ist verständlich. Im Studium lernen wir vor allem, fachlich richtig zu handeln. Was wir deutlich seltener lernen: Entscheidungen auch dann zu treffen, wenn nicht jede Unsicherheit verschwunden ist.

Viele warten deshalb auf den perfekten Zeitpunkt.

Auf mehr Erfahrung.
Auf mehr Sicherheit.
Auf die Zustimmung des Chefs.

Nur: Wenn du deine Entscheidung dauerhaft vertagst, entscheidest du trotzdem.

Dann entscheiden irgendwann die Umstände, die Erwartungen anderer oder schlicht deine Erschöpfung.

Gute Entscheidungen beginnen deshalb mit einer anderen Frage:

Was ist dir in dieser Situation wirklich wichtig?

Geht es dir um die bestmögliche Ver

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Dr.med.vet. René Reinhold