Beschreibung

Die Linse wird durch einen Aufhängeapparat in ihrer Position gehalten. Wenn die Linsenfasern reißen, lockert sich die Linse und kann sich entweder in die vordere Augenkammer, in den Glaskörperraum oder in die Pupillenöffnung verlagern. Bei einer Luxation der Linse in die Vorderkammer oder Pupillenöffnung steigt häufig der Augeninnendruck. Wird die Linsenluxation nicht rechtzeitig behandelt, kann der hohe Augeninnendruck zu einer Erblindung führen - ein absoluter Notfall! 

Anamnese 

Die 12 Jahre alte Jack Russel Terrier Hündin „Ayla“ wurde aufgrund einer Trübung des rechten Auges im Tiergesundheitszentrum am Rothaarsteig vorgestellt. Anderweitige Grunderkrankungen waren nicht bekannt.

Klinischer Befund 

Die pathologischen Veränderungen des rechten Auges waren unübersehbar: Die Kornea war generalisiert trüb und ödematös. Auffällig war auch eine hochgradige Mydriasis. Die Konjunktiven wiesen eine geringgradige Rötung auf. Der Blendreflex und die Drohreaktion waren negativ: „Ayla“ reagierte weder auf helles Licht mit einem reflektorischen Blinzeln, noch führte eine schnelle Handbewegung in Richtung Auge zu einem Lidschluss. Die vordere Augenkammer erschien sehr flach. Das restliche innere Auge war nicht einsehbar. Der normale Augeninnendruck liegt beim Hund zwischen 10-23 mmHg - mit 86 mmHg lag dieser bei „Ayla“ deutlich darüber. Die direkte Pupillenreaktion (Verengung der Pupille bei direkter Beleuchtung) und die indirekte Pupillenreaktion (Verengung der kontralateralen Pupille) waren nicht beurteilbar. Die Lidstellung war ohne besonderen Befund. Der Fluoreszintest zeigte keine Verletzung der Hornhaut und ein Fremdkörper konnte als Ursache für die Symptome ebenfalls ausgeschlossen werden. Mit 25 mm/min lag der ermittelte Wert des Schirmer-Tränen-Tests im Normbereich (Referenz: 15–25 mm/min). 

Abgesehen von den Veränderungen am rechten Auge, waren die klinische Allgemeinuntersuchung und die spezielle Untersuchung des linken Auges ohne besonderen Befund. 

Diagnose 

Die Diagnose lautete: Rechtsseitige Linsenluxation nach anterior. Eine Verlagerung der Linse in die vordere Augenkammer verhindert den Abfluss des Kammerwassers, wodurch der Druck im Auge ansteigt. Der erhöhte intraokuläre Druck war in diesem Fall ursächlich für die Entstehung des Glaukoms. 

Die primä

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Tiergesundheitszentrum am Rothaarsteig

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