Beschreibung

Bis zu ⅕ der Katzen über 9 Jahre sind vermutlich betroffen - dennoch ist die Hypertension bei Katzen stark unterdiagnostiziert. Der Grund: Sie beginnt oftmals still und unscheinbar, stellt jedoch vor allem langfristig ein Gesundheitsrisiko für Katzen dar. Die Erkennung erfordert daher Spürsinn! 

Warum die Erkrankung ernst zu nehmen ist und wie sie zuverlässig diagnostiziert werden kann, erfährst Du daher in diesem Beitrag. 

Die Hypertension ist meist eine multifaktorielle Erkrankung 

Es werden zwei Arten von Bluthochdruck unterschieden:

  1. Die primäre Hypertension wird als persistierende pathologische systemische Hypertension ohne erkennbare Ursache definiert. Es kann jedoch eine Herausforderung sein, eine zugrunde liegende Ursache sicher auszuschließen. Dies muss mittels Ausschlussdiagnostik erfolgen. Dennoch ist es möglich, dass ein Teil der „idiopathischen Hyperthyreose“ auf subklinische Nierenerkrankungen zurückzuführen ist. 
  2. In der Mehrzahl der Fälle liegt eine sekundäre Hypertension vor, bei der eine zugrunde liegende bzw. zur Hypertension beitragende Erkrankung festgestellt werden kann. Zusätzlich können bestimmte Substanzen bzw. Wirkstoffe wie Erythropoetin eine Hypertension bei der Katze bedingen. 

Zu berücksichtigen ist auch der sogenannte „White-Coat-Effect“, der aufregungs- bzw. angstbedingt zu einer temporären und physiologischen Aktivierung des sympathischen Nervensystems und folgend Hypertension des Tieres führt. 

Grunderkrankungen mit Auswirkung auf Bluthochdruck

Eine chronische Nierenerkrankung stellt die häufigste Ursache für Bluthochdruck bei der Katze dar: 74 % der Katzen mit einer Hypertension zeigen eine Azotämie. Als weitere Grunderkrankungen kommen eine Hyperthyreose oder ein primärer Hyperaldosteronismus infrage. 

Hoher Blutdruck als Warnsignal für Folgeerkrankungen

Unabhängig von der Ursache hat die systemische Blutdruckerhöhung massive negative Auswirkungen auf den Organismus und führt zu diversen Endorganschädigungen (Augen, Gehirn, Myokard und Nieren). Diese Risiken bestehen vor allem dann, wenn ein Wert von 180/120 mmHg überschritten wird. Die Schädigungen können folgende sein:

Augen: Alle Katzen mit Bluthochdruck entwickeln, wenn unbehandelt, pathologische Veränderungen der Augen und werden aufgrund von Blindheit und Mydriasis infolge einer Retinaablösung und/oder einer intraokularen Blutung vorgestellt. 

Gehirn: Es können Krampfanfälle, Desorientierung bis zu vestibulären Symptomen auffallen, die Folge einer hypertensiven Enzephalopathie sind. 

Myokard: Der Einfluss von Bluthochdruck auf das Herz-Kreislauf-System äußert sich vor allem in einer konzentrischen Linksherzhypertrophie. Bei der Auskultation fallen Galopprhythmus, Rauschen und Arrhythmien auf. 

Niere: An der Niere bewirkt der erhöhte systolische Blutdruck vor allem Glomerulosklerosen und Arteriosklerosen. Eine bereits bestehende Proteinurie ist prognostisch schlechter zu bewerten.

Blutdruckmessung und weiterführende Diagnostik 

Die International Society of Feline Medicine (ISFM) und das American College of Veterinary Internal Medicine (ACVIM) haben Leitlinien zur Diagnose und zum Management der Erkrankung veröffentlicht. Als minimale D

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