Beschreibung

Einleitung

Die infektiöse bovine Keratokonjunktivitis (IBK) ist eine weit verbreitete Augenkrankheit bei Rindern, insbesondere bei Kälbern und Jungrindern. Diese hochgradig ansteckende Erkrankung ist nicht nur für das betroffene Tier belastend, sondern kann auch erhebliche wirtschaftliche Einbußen für den Betrieb mit sich bringen. In diesem Fallbeispiel wird das klinische Management eines Jungrindes mit typischen Symptomen der IBK beschrieben. 

Fallbericht

Es handelte sich um ein fünf Monate altes Holstein-Jungrind, das in einem kleineren, ländlichen Betrieb in Weidehaltung gehalten wird. Der Landwirt bemerkte in den vergangenen Tagen eine auffällige Veränderung des linken Auges. Die Ursache der Erkrankung war zunächst durch mehrere Risikofaktoren wie starke UV-Einstrahlung, Pollenflug und Fliegenexposition unklar.

Symptome

Bei der ersten Untersuchung fiel sofort der vermehrte Tränenfluss des linken Auges auf. Das Tier reagierte auf Lichtquellen mit einem ausgeprägten Blepharospasmus und war deutlich lichtempfindlich. Eine Inspektion des Auges ergab ein sichtbares Hornhautödem sowie mehrere Hornhautgeschwüre (Ulcera). Zudem war eine auffällige, pinkfarbene Pigmentierung der Hornhaut durch Gefäßeinsprossung zu erkennen (daher kommt der umgangssprachliche Name daher "Pink Eye") und linksseitig war ebenfalls ein eitriger Augenausfluss vorhanden.  Der Landwirt berichtete über rezidivierendes Fieber und ein gestörtes Allgemeinbefinden: Appetitlosigkeit, verminderte Milchleistung und reduziertes Wachstum im Vergleich zur restlichen Herde. 

Diese Symptome sind pathognomon für die IBK.

Diagnostik

Die diagnostische Aufarbeitung umfasste zunächst eine gründliche ophthalmologische Untersuchung. Es wurde die primäre Diagnose von infektiöser boviner Keratokonjunktivitis (IBK) aufgrund der beschriebenen Symptome und der typischen Präsentation der Erkrankung formuliert. 

Zusätzlich wurden verschiedene Differentialdiagnosen berücksichtigt:

  • Mechanische Verletzungen des Auges
  • Mögliche Fremdkörper

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