Beschreibung
„Nur wer schlecht operiert, braucht Physiotherapie.“ – ein Satz, der im klinischen Alltag immer noch kursiert. Und genau hier lohnt sich ein zweiter Blick.
Denn die Realität ist eine andere: Orthopädische Eingriffe bei Hund und Katze sind häufig – und sie funktionieren nur dann wirklich gut, wenn die Nachsorge stimmt.
Der multimodale Ansatz in der Orthopädie und Rehabilitation
Die erfolgreiche Behandlung orthopädischer Erkrankungen und der Osteoarthrose basiert heute auf einem multimodalen Ansatz, bei dem verschiedene therapeutische Maßnahmen gezielt miteinander kombiniert werden. Dazu gehören eine angemessene Schmerztherapie, Physiotherapie und kontrollierter Muskelaufbau, Anpassungen des Alltagsmanagements sowie ernährungsbezogene Maßnahmen. Ergänzungsfuttermittel können dabei einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie das Gelenk- und Muskelmanagement unterstützen und so das Gesamtkonzept sinnvoll ergänzen. Ziel ist es, die Mobilität zu fördern, die Lebensqualität zu erhalten und den Patienten ganzheitlich zu begleiten.
Die Physiotherapie ist dabei kein „Add-on“, sondern ein entscheidender Bestandteil des Behandlungserfolgs.
Warum Physiotherapie oft zu kurz kommt
Viele Patient:innen werden zwar zur Physiotherapie überwiesen, landen dort aber nie – oder erst spät. Die Gründe kennt jeder aus dem Praxisalltag:
-
Kosten
-
eingeschränkte Verfügbarkeit
-
fehlende Aufklärung
-
und nicht zuletzt: „Die OP ist doch gut gelaufen“
Das Problem: Ohne gezielte Nachsorge drohen typische Folgeerscheinungen wie Schonhaltung, eingeschränkte Gelenkfunktion oder ein unzureichender Muskelaufbau.
Was Physiotherapie tatsächlich leistet
Physiotherapie bedeutet mehr als "ein bisschen Bewegung nach der OP“.
Zum Einsatz kommen u. a.:
-
Lymphdrainage
-
Passive Range of Motion (PROM)
-
manuelle Therapie und Massage
-
propriozeptives Training
-
aktives Bewegungstraining
Das Ziel ist in der Regel immer gleich: die Funktion wiederherstellen – nicht nur Strukturen heilen lassen.
Entscheidend ist dabei: Ohne Mitarbeit der Tierhalter:innen funktioniert es nicht. Übungen für zuhause sind kein „Nice-to-have“, sondern Teil der Therapie.
Der entscheidende Faktor: Timing und Struktur
Rehabilitation ist kein Bauchgefühl, sondern folgt einem klaren Prinzip – den Heilungsphasen:
-
Akutphase: vorsichtige Mobilisation, Schmerzmanagement
-
Reparationsphase: erste Belastungssteigerung, gezielte Aktivierung
-
Konsolidierung: Aufbau von Muskelkraft und Koordination
-
Remodellierung: Rückkehr zur normalen Belastung
Und ja: Kein Patient verläuft nach Schema F, sodass eine ständige Reevaluierung und Anpassung nötig ist.
Der Klassiker in
Jetzt anmelden und weiterlesen!
Dieser Beitrag ist nur für Tierärzt:innen, TFA und Animal Health Experts geeignet.
Lege dir jetzt kostenlos ein VetStage Profil an, um den vollständigen Beitrag zu lesen.
Eine interessante Seite. Teile sie jetzt mit deinem Netzwerk.