Beschreibung

Einleitung

Der sechsjährige Rottweiler Rocky wurde im Fachzentrum für Kleintiermedizin am Chemnitz Center aufgrund eines seit mehreren Wochen bestehenden Nickhautvorfalls vorgestellt. Abgesehen von dieser Auffälligkeit war Rocky bei gutem Allgemeinbefinden und zeigte keine Verhaltensänderungen.

Klinische Untersuchung

Bei der ophthalmologischen Untersuchung zeigte Rocky einen geringgradigen Strabismus, eingeschränkte okuläre Beweglichkeit sowie eine erhöhte Retropulsion des Bulbus. Weitere Veränderungen an Hornhaut, Linse oder Retina waren nicht feststellbar. Die klinische Untersuchung ergab keine weiteren Veränderungen.as Allgemeinbefinden war unauffällig. 

Diagnostik

Im Ultraschall des Auges zeigte sich der Retrobulbärraum hyperreflexiv und inhomogen, mit deutlicher Impression der posterioren Bulbuswand – ein Hinweis auf eine raumfordernde Struktur.

Die weiterführende Computertomografie (CT) bestätigte eine große, teils verknöcherte retrobulbäre Masse ohne Invasion der angrenzenden Knochen, jedoch mit einem vergrößerten Lymphknoten auf der gleichen Halsseite. 

Im Rahmen des onkologischen Stagings wurde zudem eine normotensive, nicht-proteinurische, zystische Nephropathie (IRIS-Stadium 2) festgestellt. Andere Organsysteme zeigten keine Auffälligkeiten.

Eine CT-gestützte, transorale retrobulbäre Biopsie ergab zunächst ein Sarkom unklarer Spezifizierung, wodurch eine eindeutige Prognose zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war.

Hintergrundwissen

Retrobulbäre Raumforderungen beim Hund können aus unterschiedlichsten Gewebetypen entstehen, darunter mesenchymale, epitheliale und neuroektodermale Ursprünge. Zu den häufigsten Tumoren zählen Meningiome, Neoplasien der Speicheldrüsen, Sarkome sowie Lymphome. Retrobulbäre Tumoren sind bei Hunden vergleichsweise selten. Typische klinische Leitsymptome sind Exophthalmus, Nickhautvorfall, eingeschränkte Bulbusbeweglichkeit, Strabismus, Retropulsionsverlust und Schmerzen beim Öffnen des Maules.  Die bildgebende Diagnostik mittels Ultraschall, CT oder MRT ist entscheidend, um die Ausdehnung und den Ursprung der Läsion zu beurteilen. Meningiome zeigen häufig eine homogene oder gemischt echoreiche Struktur mit partiellen Verkalkungen.

Therapie und Verlauf

Nach ausführlicher Aufklärung der Besitzer wurde die chirurgische Entfernung des Tumors unter Allgemeinanästhesie durchgeführt. Über einen lateralen Halszugang wurde zunächst der vergrößerte Lymphonodus cervicalis profundus medialis entnommen und die Arteria carotis interna vorübergehend ligiert, um Blutverluste während der anschließenden Orbita-Exenteration zu minimieren.

Zur vollständigen Tumorfreilegung wurde etwa die Hälfte des Margo supraorbitalis aus dem Os frontale entfernt. Der etwa golfballgroße, ve

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