Beschreibung

Einleitung

Ein fast vierjähriger Golden Retriever wurde in der Tierklinik Ismaning aufgrund einer seit mehreren Wochen persistierenden, lateralen Thoraxwandschwellung vorgestellt. Die Schwellung war zwei Monate zuvor erstmals aufgefallen, nachdem der Hund eine Phase verminderter Aktivität gezeigt hatte. Eine initiale Labordiagnostik und Röntgenuntersuchung beim Haustierarzt ergaben keine Auffälligkeiten. Da die Schwellung trotz antibiotischer und analgetischer Behandlung nur partiell rückläufig war, wurde der Patient zur weiterführenden Abklärung überwiesen.

Diagnostik

Bei der klinischen Untersuchung präsentierte sich der Hund in gutem Allgemeinzustand, aufmerksam und aktiv. An der linken lateralen Thoraxwand zeigte sich eine derb-fluktuierende subkutane Umfangsvermehrung mit lokaler Druckempfindlichkeit.

Hämatologische und serumbiochemische Untersuchungen ergaben bis auf ein moderat erhöhtes C-reaktives Protein (CRP 5,6 mg/dL) keine pathologischen Befunde. 

Die sonographische Untersuchung der Läsion zeigte eine inhomogene, geringgradig gekammerte, flüssigkeitsgefüllte Struktur mit einer linearen, hyperechogenen Formation und distaler Schallauslöschung – hinweisend auf einen eingebetteten Fremdkörper.

Zur weiterführenden Abklärung wurde eine Computertomografie durchgeführt. Diese zeigte einen stabförmigen, etwa 17 cm langen Fremdkörper aus Holz in transversaler Lage im Magenfundus. Der Fremdkörper penetrierte die Magenwand und reichte durch das Zwerchfell bis in die linke Thoraxwand, wo osteolytische Veränderungen an einer Rippe sowie entzündliche Reaktionen der Weichteile erkennbar waren.

Diagnose

Perforierender Magenfremdkörper mit Migration durch die Brustwand und lokaler Abszessbildung an der linken Thoraxwand. 

Therapie und Verlauf

Es erfolgte eine chirurgische Versorgung mittels Medianlaparotomie. Der Magenfundus war an die linke Bauchwand adhärent, im Bereich der Adhäsion konnte der Fremdkörper – ein hölzerner Schaschlikspieß – palpiert werden. Nach vorsichtigem Lösen der Verklebungen wurde der Spieß über eine Gastrostomie entfernt. Entzündlich verändertes Gewebe (ca. 3 × 3 cm) wurde reseziert, der Magen zweischichtig verschlossen. Eine separate Inzision über der Thoraxwandschwellung nach Verschluss der Bauchhöhle ermöglichte die Eröffnung und Spülung der Abszesshöhle sowie die Einlage einer Penrosedrainage.

Postoperativ erhielt der Patient Infusionstherapie, Analgesie mit Buprenorphin und Metamizol, Antibiose mit Amoxicillin/Clavulansäure sowie symptomatisch-unterstützend Maropitant und Mirtazapin. Der postoperative Verlauf verlief komplikationslos, da

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Tierklinik Ismaning GbR

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