Beschreibung

Hört rein in die Podcastfolge filu:hear we go - Welche Praxis passt zu mir? der Werte-Check.
Zu finden auf Spotify und AppleMusic.

Und hier zum Nachlesen:

Welche Praxis passt eigentlich zu mir?

Wenn wir unser Studium abschließen oder über einen Jobwechsel nachdenken, konzentrieren wir uns oft zuerst auf die offensichtlichen Faktoren: Stellenanzeigen, Gehalt, Standort, Arbeitszeiten, Ausstattung oder fachliche Möglichkeiten.

Und natürlich sind all diese Punkte wichtig.

Aber ich glaube, die eigentlich entscheidende Frage ist eine andere.

Nicht nur: Welche Praxis nimmt mich?
Sondern: Welche Praxis passt wirklich zu mir?

Oder noch etwas genauer:
Was sind meine Werte? Was sind die Werte der Praxis? Passen wir zusammen? Können Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig miteinander glücklich werden?

Diese Frage ist nicht nur für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger relevant. Sie ist genauso wichtig, wenn man schon einige Jahre in der Tiermedizin arbeitet und merkt: Vielleicht bin ich nicht mehr ganz am richtigen Ort. Vielleicht möchte ich mich verändern. Oder vielleicht möchte ich einfach bewusster verstehen, welches Arbeitsumfeld mir wirklich guttut.

Am Anfang habe ich mir nicht die falschen Fragen gestellt — aber zu wenige

Als ich selbst in der Tiermedizin gestartet bin, wollte ich vor allem eines: möglichst viel lernen.

Ich habe auf die Größe der Praxis geschaut, auf die Ausstattung, auf die Anzahl der Fälle und auf die fachlichen Möglichkeiten. Das ist absolut verständlich und auch wichtig.

Natürlich stellt man sich am Anfang auch die Frage: Welche Tierart macht mir Spaß? Kleintiere, Pferde, Nutztiere, Exoten — das ist oft eine der ersten Entscheidungen.

Aber selbst bei dieser Frage lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Bei einer Fahrpraxis sollte man sich zum Beispiel ehrlich fragen: Bin ich gerne im Auto unterwegs? Arbeite ich gern selbstständig und auch mal allein? Oder brauche ich den direkten Austausch mit Kolleginnen und Kollegen im Praxisalltag?

Auch die Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer unterscheiden sich je nach Bereich. Kleintierbesitzer kommunizieren anders als Pferdebesitzer oder Landwirte. Auch das prägt den Arbeitsalltag enorm. Mit wem komme ich gut zurecht? Welche Art von Kommunikation liegt mir? In welchem Umfeld fühle ich mich wohl?

Wenn man sich darüber klarer wird, ist schon eine wichtige Basis gelegt.

Ein weiterer Punkt ist die Frage nach dem fachlichen Weg: Praxis oder Klinik? Möchte ich vielleicht eine Fachtierarztweiterbildung machen? Welche Voraussetzungen brauche ich dafür? Was bedeutet das für die nächsten fünf bis zehn Jahre? Hat diese Entscheidung Einfluss auf meinen Wohnort, meine Partnerschaft, meine Familie oder meine Lebensplanung?

Rückblickend weiß ich aber: Ich hätte mir zusätzlich noch viel mehr Fragen dazu stellen sollen, unter welchen Bedingungen ich eigentlich gut arbeiten kann.

Zum Beispiel:

  • Was brauche ich, um motiviert zu bleiben?

  • Welche Art von Team tut mir gut?

  • Wie möchte ich geführt werden?

  • Welche Arbeitsweise passt zu meiner Persönlichkeit?

  • Welche Strukturen geben mir Sicherheit?

  • Und wo brauche ich vielleicht Freiraum?

Diese Fragen stellen wir uns häufig erst dann, wenn wir merken, dass etwas nicht stimmt. Dabei können sie uns schon vorher helfen, eine bessere Entscheidung zu treffen.

Der wichtigste Schritt beginnt bei uns selbst

Wenn mich heute jemand fragt, wie man die passende Praxis findet, starte ich selten direkt mit Tipps für Bewerbungsgespräche.

Ich beginne eher mit einer Gegenfrage:

Kennst du eigentlich deine eigenen Prioritäten?

Denn bevor wir beurteilen können, ob eine Praxis zu uns passt, müssen wir wissen, was uns überhaupt wichtig ist.

Ich empfehle deshalb, sich einmal bewusst Zeit zu nehmen und drei Fragen ehrlich aufzuschreiben.

1. Welche drei Dinge brauche ich unbedingt in meinem Arbeitsalltag?

Für die eine Person ist das ein starkes Team. Für jemand anderen ist es Eigenverantwortung. Für wieder jemand anderen sind es Struktur, Sicherheit, fachliche Entwicklung oder eine gute Einarbeitung.

2. Welche Dinge machen mich langfristig unzufrieden?

Vielleicht sind es ständig ungeplante Überstunden. Vielleicht fehlende Kommunikation. Vielleicht das Gefühl, mit Problemen allein gelassen zu werden. Vielleicht auch zu wenig Entwicklung oder zu wenig Klarheit.

3. Was brauche ich, damit ich diesen Beruf auch in zehn Jahren noch gerne ausübe?

Diese Frage finde ich besonders wichtig, weil sie den Blick verändert. Weg vom nächsten Monat. Hin zu einer langfristigen Perspektive.

Denn unser Beruf ist wunderschön, aber auch anspruchsvoll. Wenn wir ihn langfristig gerne ausüben möchten, sollten wir Arbeitsumfelder wählen, die nicht nur kurzfristig funktionieren, sondern zu unseren Bedürfnissen, Werten und Lebensphasen passen.

Medizin ist zentral — aber es geht nicht nur um Medizin

Wir alle sind Tierärztinnen und Tierärzte geworden, weil wir Tiere lieben, Menschen helfen möchten und Freude an Medizin haben.

Die medizinische Arbeit ist ein zentrales Element unseres Berufs. Aber unsere Zufriedenheit hängt nicht allein von der Medizin ab.

Sie hängt auch davon ab,

wie wir miteinander umgehen,
wie Entscheidungen getroffen werden,
wie Fehler besprochen werden,
ob wir gehört werden,
ob wir Unterstützung bekommen,
und ob wir das Gefühl haben, uns weiterentwickeln zu können.

In meiner Erfahrung unterschätzen viele Menschen diesen kulturellen Aspekt.

Dabei entscheidet oft genau dieser Punkt darüber, ob wir morgens gerne zur Arbeit gehen oder nicht.

Warum persönliche Werte so wichtig sind

Ein Thema, das mich besonders beschäftigt, sind persönliche Werte.

Jeder von uns hat sie, auch wenn wir sie nicht immer bewusst benennen können.

Manche Menschen wünschen sich vor allem Sicherheit und Stabilität. Andere möchten gestalten und Verantw

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filu verfolgt den Ansatz, durch Technologie, Kultur und Design bessere Arbeitsbedingungen für Tierärzt:innen und TFAs zu schaffen und damit den wachsenden Ansprüchen der Tierhalter:innen gerecht zu werden. Aus diesem Grund treiben Lena, Justus und Christian gemeinsam den nachhaltigen Wandel in der Veterinärmedizin voran.Als filune...