Beschreibung
Der erste Besuch mit einem Welpen läuft in den meisten Praxen ähnlich ab: Die Besitzer:innen kommen mit einer Mischung aus Begeisterung und Fragezeichen. Was braucht das Tier jetzt? Wann impfen? Entwurmen – wann und womit? Kastrieren ja oder nein? Wir haben die Kernthemen der Welpenvorsorge zusammengefasst – als kompakter Überblick, den du auch als Grundlage für dein Beratungsgespräch nutzen kannst.
Ektoparasiten: Flöhe und Zecken
Flöhe sind das ganze Jahr über präsent und kein rein saisonales Problem – das unterschätzen viele Tierhalter:innen. Klinisch relevant: Flohspeichelallergie (FAD), Anämie bei starkem Befall junger Tiere, Übertragung von Dipylidium caninum. Der Flohtintentropfen-Test auf weißem Papier ist ein einfaches, aber oft unterschätztes Diagnosemittel im Erstgespräch.
Bei Zecken steht die Vektorprävention im Vordergrund. Borrelia burgdorferi und Anaplasma phagocytophilum sind in Deutschland die relevanten Erreger – die Übertragungswahrscheinlichkeit ist in den ersten zwei Stunden nach Ansetzen der Zecke noch gering, steigt danach aber deutlich an. Bei der Präparatewahl (Tabletten, Jahresspritze, Spot-ons, Halsbänder) lohnt es sich, die individuelle Situation – Lebensraum, Auslandsreisen, Vorerkrankungen – zu berücksichtigen.
Impfschutz: Grundimmunisierung und Titerbestimmung
Die Grundimmunisierung beginnt idealerweise mit 8 Wochen. Das Standardschema (8 / 12 / 16 Wochen, Abschluss mit einem Jahr) schützt gegen Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose und Zwingerhusten. Tollwut ist für Grenzübertritte Pflicht – Impfung mindestens 21 Tage vor Ausreise.
Ein Thema, das in der Beratung zunehmend relevant wird: die Impftiterbestimmung. Sie bietet eine Alternative zur routinemäßigen Auffrischung, wenn Besitzer:innen skeptisch gegenüber häufigem Impfen sind – und gibt dir gleichzeitig eine solide Entscheidungsgrundlage, ob ein ausreichender Schutz gegen Parvovirose, Staupe oder Hepatitis besteht.
Kastration: individuell entscheiden
Kein Thema polarisiert im Welpenbesitzer-Gespräch mehr als die Kastration. Die Evidenzlage ist komplex – Zeitpunkt, Rasse, Größe und Geschlecht spielen alle eine Rolle. Eine Pauschalkommunikation in die eine oder andere Richtung hilft weder dem Tier noch dem
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