Beschreibung

Stress bleibt bei Katzen oft unerkannt und trifft das Harnsystem besonders.

Die feline idiopathische Zystitis ist die führende Ursache für Harnabsatzstörungen, vor allem bei jungen, kastrierten Wohnungskatzen. 

Da Stress als Schlüsselfaktor gilt, hilft ein multimodaler Ansatz: Umweltgestaltung, ggf. medikamentöse Unterstützung und gezielte Ernährung sind Schlüsselfaktoren in der Behandlung. 

Feline idiopathische Zystitis – eine stressbedingte Störung! 

Die Feline idiopathische Zystitis (FIC) ist Teil des Krankheitskomplexes der unteren Harnwege (FLUTD) bei Katzen und wird als Ausschlussdiagnose gestellt. Typische Symptome sind Strangurie, Pollakisurie, Hämaturie und Periurie. Die Pathophysiologie der FIC ist komplex und multifaktoriell.
Neben Defekten in der glykosaminoglykanhaltigen Schutzschicht der Harnblasenwand spielt insbesondere die verstärkte Aktivierung des sympathischen Nervensystems eine Rolle. Studien zeigen, dass betroffene Katzen eine Überempfindlichkeit gegenüber Stress aufweisen und Stressreaktionen besonders ausgeprägt sind. 

Stress als Pathomechanismus 

Bei feliner idiopathischer Zystitis ist die Steuerung der Stresshormone über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse gestört. Dadurch reagieren Katzen schlechter auf Stressoren; es kommt zu neurogenen Blasenentzündungen, anhaltenden Schmerzen und wiederkehrenden Symptomen. Auslöser sind oft Umweltänderungen (z. B. Umzug, neue Tiere). 

Langfristig kann Stress auch die Darmbarriere schwächen, die Durchlässigkeit erhöhen und lokale Entzündungen fördern. 

Die Rolle der Diätetik in der Therapie 

Die Ernährung hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung im Management der FIC gewonnen. 

Zielgerichtete Fütterung kann sowohl die Blasengesundheit als auch das Stressniveau beeinflussen. Neben der Anpassung der Mineralstoffzusammensetzung (z. B. kontrollierter Magnesium und Phosphorgehalt zur Vorbeugung von Harnsteinen) und dem Abbau von Übergewicht, ein weiterer begünstigender Faktor für Harnsteine, stehen heute funktionelle Zusätze im Vordergrund, die gezielt auf Stressreaktionen wirken. 

L-Tryptophan – mehr als eine Aminosäure 

L-Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure und Vorstufe von Serotonin, das Stimmung, Angstverhalten und Stressreaktionen steuert. Eine erhöhte Tryptophanzufuhr kann die Serotoninverfügbarkeit im zentralen Nervensystem steigern und angstlösende, stimmungsaufhellende Effekte bewirken; bei Katzen mit ängstlichem/aggressivem Verhalten oder mit feliner idiopathischer Zystitis wurden damit deutliche Verbesserungen beobachtet. 

aS1-Casein-Hydrolysat – natürlich angstlösend 

Ein weiterer diätetischer Ansatz ist die Gabe von aS1-Casein-Hydrolysat, auch bekannt als Casozepin. Dabei handelt es sich um ein bioaktives Peptid, das durch enzymatische Spaltung aus dem Milchprotein aS1-Casein gewonnen wird. Dieses Peptid bindet an dieselben Rezeptoren wie Benzodiazepine, wirkt anxiolytisch, hat jedoch keine unerwünschten Nebenwirkungen w

Jetzt anmelden und weiterlesen!

Dieser Beitrag ist nur für Tierärzt:innen, TFA und Animal Health Experts geeignet.
Lege dir jetzt kostenlos ein VetStage Profil an, um den vollständigen Beitrag zu lesen.

Hinweis
VetStage ist nicht für den Inhalt verantwortlich. Bitte wende dich bei Rückfragen direkt an den Verfasser.

Eine interessante Seite. Teile sie jetzt mit deinem Netzwerk.

Hill's Pet Nutrition GmbH

Unser Ziel
Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier bereichern und verlängern.Unsere Vision
In unserer Position als anerkannter globaler Marktführer von Ernährung, der die Gesundheit von Tieren unterstützt, möchten wir das Premiumsegment des weltweiten Tierfuttermarktes anführen. Mit anderen Worten: Wir glauben genaus...