Versorgung einer ausgedehnten Hautnekrose an der linken Flanke einer geriatrischen Katze
erstellt am 12. Dezember 2025
Einleitung
Eine 16-jährige weibliche Katze (5,45 kg) mit bekannter chronischer Nierenerkrankung (CKD) Grad 2 wurde sieben Tage nach einer komplikationslosen dentalchirurgischen Behandlung aufgrund neu aufgetretener, großflächiger Hautveränderungen an der linken Flanke vorgestellt. Die Besitzerin berichtete über vermehrtes Lecken im betroffenen Bereich. Bei der initialen Untersuchung zeigten sich ausgedehnte Läsionen über die gesamte Flanke, deren Erscheinungsbild im Verlauf zunehmend auf eine tiefreichende Nekrose hindeutete.
Klinische Befunde und Verlauf
Tag 1: Unter kurzer Sedation Wundreinigung und Verband (Hydrokolloid + honighaltige Salbe), anschließend stationäre Betreuung aufgrund limitierter häuslicher Versorgung.
Folgetage: Bei den Verbandwechseln zeigten sich teils stark indurierte, schwer ablösbare Areale (V. a. devitale Eschar) neben feuchteren, besser erhaltenen Zonen; initial keine klaren Hinweise auf eine ausgeprägte Sekundärinfektion.
Tag 14: Deutliche Progression der avitalen Bereiche. Exzisionsprobe ergab ausschließlich gelbes subkutanes Fett ohne Dermis/Granulation → Hinweis auf ausgeprägten Dermisverlust und fehlendes tragfähiges Granulationsbett.
Differentialdiagnosen
Am wahrscheinlichsten
thermische/Kontaktläsion (z. B. Wärmepad/heiße Flüssigkeit) oder
Druck-/Ischämieschaden durch Lagerung während
Narkose.
Weitere DD:
Lecktrauma, selten iatrogene
Reaktion auf Kleber/Pflaster.
Primäre Dermatosen erscheinen aufgrund des
abrupten Beginns weniger wahrscheinlich; Histopathologie steht noch
aus.
Empfohlene Diagnostik
Standardisierte Fotodokumentation und Wundvermessung (L/B/T,
Exsudat).
Tiefe Kultur + Zytologie aus dem vital/avitalen Übergang möglichst
vor Antibiotika; ggf. tiefere Randbiopsie aus
vital-peripherem Übergangsgewebe.
Aktuelle Blutwerte (BB, Elektrolyte, Nierenparameter). Rücksprache
mit der Zahnklinik zu Lagerung, Wärmequellen und Narkosedauer.
Therapieüberlegungen
Konservative feuchte Wundbehandlung
Aufgrund von Alter, CKD und großflächigem Dermisverlust primär feuchte Wundtherapie: Hydrogel zur Rehydratation und Förderung des autolyti
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Autor:innen
Dorine OlejnikEin interessanter Beitrag. Teile ihn jetzt mit deinem Netzwerk.
