Sonografischer Nachweis und Entfernung eines hölzernen Fremdkörpers bei persistierender Wunde im Bereich des Fesselgelenkes beim Pferd
erstellt am 7. Januar 2026
Signalement
Eine 6-jährige Trakehnerstute wurde aufgrund einer seit etwa vier Wochen bestehenden, kleinen Wunde am lateralen Fesselkopf der rechten Hintergliedmaße vorgestellt.
Anamnese
Vor etwa vier Wochen kam es zu einem akuten Einschuß mit deutlicher Schwellung der rechten Hintergliedmaße und einer kleinen Wunde lateral am Fesselkopf. Die Stute wurde zunächst tierärztlich behandelt. Unter antibiotischer und antiphlogistischer Therapie ging die Schwellung zurück, und die Wunde schloss sich nahezu vollständig. Nach wenigen Tagen trat jedoch ein Rezidiv auf; die Wunde wurde erneut eitrig und heilte trotz weiterer Therapie nur unvollständig ab.
Aus dem Wundsekret wurde ein Antibiogramm erstellt, in dem Staphylococcus aureus nachgewiesen wurde, sensibel gegenüber den meisten getesteten Antibiotika. Trotz leitliniengerechter antibiotischer Behandlung kam es weiterhin zu keiner zufriedenstellenden Wundheilung.
Klinische Untersuchung
Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich eine geringgradige Lahmheit der rechten Hintergliedmaße. Am lateralen Fesselkopf befand sich eine etwa 3 mm große, rundliche Wunde mit leicht erhabenen Wundrändern sowie unmittelbar daneben eine zweite, sehr kleine Wundöffnung. Beide Läsionen lagen palmar im Bereich des Röhrbeines, in unmittelbarer Nähe der proximalen palmar-plantaren Aussackung des Fesselgelenkes.
Bildgebende Diagnostik
Röntgenuntersuchung:
Es wurden Röntgenaufnahmen der Zehe in 90- und 0-Grad-Projektion
angefertigt. Dabei ergaben sich keine pathologischen Befunde.
Insbesondere fanden sich keine Hinweise auf knöcherne Läsionen,
Fremdkörper oder Gasansammlungen.
Ultraschalluntersuchung:
Die sonografische Untersuchung des Wundbereiches zeigte eine klar
abgrenzbare, hypoechogene Wundhöhle mit echogenen Anteilen. Einer
dieser echogenen Anteile wies eine auffallend gerade Kontur auf.
Nach Rotation des Schallkopfes stellte sich diese Struktur als etwa
2 cm lange, lineare, stark echogene Kontur dar, die innerhalb der
Wundhöhle lag. Die Struktur ließ sich von der kleineren zweiten
Wundöffnung ausgehend bis in Richtung des Röhrbeines verfolgen.
Das sonografische Erscheinungsbild war hochgradig verdächtig auf einen linearen Fremdkörper, vermutlich organischen Ursprungs. Das dorsale Fesselgelenk sowie die mediale Aussackung zeigten keine verme
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Themengebiete
Autor:innen
Zuzanna Cegielska, Julie Pokar (Pferdeklinik Bockhorn)Ein interessanter Beitrag. Teile ihn jetzt mit deinem Netzwerk.
