Fallbeispiel
Ein Beitrag von  Dr. Aryan Duque (Fachtierärztin Innere Medizin; Oberärztin für Innere Medizin),  Zentrum für Kleintiermedizin München auf VetStage

Nasale Aspergillose beim jungen Hund

erstellt am 11. Februar 2026

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Im April 2025 wurde Trevis, ein 6 Monate junger männlich intakter Hovawart Rüde, mit einseitig blutigem Nasenausfluss und mehreren Niesattacken bei uns vorstellig. Trevis stammt aus einer Privatzucht aus einem Bauernhof, hatte bereits in den ersten 3 Monaten seines Lebens mit Giardien zu kämpfen und wurde deshalb vom Haustierarzt mit Fenbendazol und Metronidazol mehrmals behandelt. Ansonsten hatte er schon seine ersten 2 Zyklen der Grundimmunisierung erhalten und wohnt seit circa 3 Monaten bei seinen neuen Besitzern. Diese berichten, dass das Niesen schon seit 3-4 Wochen bestehen würde. Anfangs konnten sie keinen Ausfluss beobachten, bis dann vor 8 Tagen der einseitige blutige Nasenausfluss auftrat. Darüber hinaus wollte sich Trevis nicht an der Nase anfassen lassen, da es ihm weh zu tun schien. Daraufhin wurde er im Notdienst einer Klinik vorstellig und ohne weitere Diagnostik mit Meloxicam sowie Amoxicillin-Clavulansäure behandelt, was keinerlei Besserung zeigte. Somit kamen die Besitzer zur 2. Meinung in unsere Praxis.

In der klinischen Untersuchung zeigte sich ein agiler junger Welpe, der allerdings ein Habitus eines bereits chronisch kranken jungen Hundes aufwies. Das Fell war struppig und er war mit einem BCS von 3/9 eher kachektisch, obwohl er guten Appetit  und auch in der Zeit eine normale Verdauung hatte. Adspektorisch wies die Nase keinerlei Asymmetrie, keine äußerliche Schwellung auf, aber auf Manipulation konnte ein Niesen provoziert werden. Der Ausfluss war bräunlich-blutig. Auskultatorisch wies Trevis keinerlei Auffälligkeiten auf und die rektale Körpertemperatur war mit 38,4 in der Norm.

Labordiagnostische Untersuchungen zeigten im peripheren Blut keine Auffälligkeiten; auch die Blutgerinnungszeiten PT und aPTT waren im Referenzbereich, was zusammen mit der Hämatologie eine Gerinnungsstörung zunächst einmal sehr unwahrscheinlich machte. Da Trevis weder aus dem Ausland stammte, noch jemals mit seinen Besitzern verreist war, wurde auf die Untersuchung von Reisekrankheiten verzichtet.

Im nächsten Schritt wurden Röntgenaufnahmen seines Kopfes in 5 verschiedenen Ebenen in Narkose erstellt mit einer anschließender Rhinoskopie. Das Röntgen wies keinerlei Deviation des Septum nasi auf, die knöchernen Strukturen waren intakt. Die Stirnhöhlen wiesen keinerlei Verschattungen auf. Lediglich in den Nasenhöhlen konnten geringgradige Verschattungen erahnt werden. In der ventrodorsalen Ebene zeichnete sich eine deutliche abgekapselte weichteildichte Verschattung weit kaudal im linken Nasengang auf Höhe des weichen Gaumens ab. Die endoskopische Untersuchung zeigte vor allem in der linken Nase hochgradige weißliche-wolkige Beläge auf der Nasenschleimhaut. Im oberen linken Nasengang konnte weit kaudal eine wie metallisch glänzende grüne granulomatöse Wucherung dargestellt werden, die von der Lokalisation her die Struktur aus dem Röntgen zu sein schien. Die Nasenschleimhaut blutete bereits bei jeglicher Manipulation stark, konnte aber mit Adrenalinspülungen gestillt werden. Es wurde ein Tupfer für eine bakteriologische und mykologische Kultur abgenommen, sowie Biopsien aus dem vermeintlichem Granulom.

Nur wenige Tage später ergab sich aus den externen Befunden die bereits klinisch sowie endoskopisch gestellte Diagnose einer nasalen Aspergillose mit einer sekundär eitrig kattarhalischen Rhinitis.

Trevis wurde auf ein systemisches Itraconazolpräparat in einer Dosierung von 5mg/kg/Tag peroral für die nächsten 4 Wochen gesetzt. Zur Leberprotektion sollte er zusätzlich noch täglich Mariendistel einnehmen. Bereits nach einigen Tagen berichteten die Besitzer, dass sein Niesen und Ausfluss weniger wurde.

Nach 4 Wochen wurde Trevis erneut in Narkose gelegt um die nasale Spülung mit einem in der Apotheke angefertigtem antimykotischem Mittel durchzuführen. Die Ergebnisse aus der Rhinoskopie waren überraschend positiv. Das Granulom aus der 1. Sitzung war nich

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Dr. Aryan Duque (Fachtierärztin Innere Medizin; Oberärztin für Innere Medizin)

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