Kehlkopfkollaps Grad III des Hundes - Alternative chirurgische Behandlungsmethode

erstellt am 30. April 2022

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Fachbeitrag
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Ein Hund wird mit Dyspnoe in der Tierarztpraxis vorgestellt. Vorberichtlich brach er beim Spaziergang plötzlich zusammen und lag mit weit geöffnetem Maul auf dem Boden. Nach der klinischen Untersuchung war die Diagnose eindeutig: Larynxkollaps

Keine seltene Diagnose bei brachyzephalen Hunderassen - denn die Inzidenz des Kehlkopfkollapses schwankt zwischen 50 % und 95 % bei Hunden mit Brachyzephalem Obstruktivem Atemwegssyndrom (BAOS). 

Was sind die Ursachen und Folgen des Larynxkollaps?

Ein Larynxkollaps entsteht in den meisten Fällen durch eine chronische Obstruktion der oberen Atemwege (z.B. Brachyzephales Syndrom). Infolge der Obstruktion erhöht sich der Atemwiderstand, die Luftgeschwindigkeit sowie der Unterdruck im Pharynx. Diese physikalischen Kräfte führen zu einer Verlagerung der Kehlkopfknorpel nach medial und zu einer permanenten Deformation der Knorpel. 

Der Larynxkollaps wird in drei Grade eingeteilt:

Grad I: Eversion der Kehlkopftaschen 

Grad II: Kollaps des Proc. cuneiformis des Aryknorpels 

Grad III: Kollaps des Proc. corniculatus des Aryknorpels 

Zu den klinischen Symptomen zählen Belastungsintoleranz, Dyspnoe, Erbrechen, Regurgitation und pathologische Atemgeräusche, einschließlich Stertor und Stridor. Episoden mit anhaltender Dyspnoe können zu Zyanose, Hyperthermie und auch zu Synkopen führen. 

Welche chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Möglichkeit der chirurgischen Therapie stellt die Entfernung des hyperplastischen weichen Gaumens dar, entweder durch die Kürzung des Gaumensegels (Staphylektomie) oder Kürzung und Verdünnung des Gaumensegels (Folded Flap Palatoplastik). Eine Rhinoplastik und laryngeale Sakkulektomie (Resektion der vorgefallenen Kehlkopftaschen) ist ebenfalls möglich. Mit allen Eingriffen wird ein Ziel verfolgt - die Verbesserung der Inspirationsfunktion. 

Die chirurgische Behandlung des Larynxkollaps Grad III ist umstritten. Soll dennoch ein Behandlungsversuch unternommen werden, gibt es verschiedene Optionen: Zu den am häufigsten beschriebenen chirurgischen Behandlungsmethoden des Larynxkollaps Grad III gehört die unilaterale Arytaenoid-Laryngoplastik, d.h. eine Krikoarytaenoid-Lateralisation in Kombination mit einer Thyreoarytaenoid-Kaudolateralisation. Eine permanente Tracheostomie ist ebenfalls möglich. 

Wieso ist die Behandlung des Larynxkollaps Grad III umstritten?

Beide Verfahren, die unilaterale Arytaenoid-Laryngoplastik und permanente Tracheostomie, können Probleme mit sich bringen: Es wurde festgestellt, dass nach einer unilateralen Arytaenoid-Laryngoplastik der unbehandelte Arytenoidknorpel weiter nach medial kollabieren kann, was zu einer fortschreitenden Obstruktion der Atemwege führt. 

Die permanente Tracheos

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