Möglichkeiten der Thorakoskopie beim Hund

erstellt am 21. November 2022

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Fachbeitrag
Ein Beitrag von  Anita Maron hat nach ihrer Ausbildung zur Tierärztlichen Fachangestellten als leitende TFA mit Fokus OP-Assistenz gearbeitet. Danach folgte das Studium der Veterinärmedizin an der FU Berlin. Drei Jahre lang arbeitete sie als studentische Hilfskraft in der Klinik für kleine Haustiere der FU Berlin im Nacht- und Notdienst. Seit 2021 absolviert sie ein Internship in der Tierklinik Ahlen und bildet sich parallel zur Fachtierärztin für Chirurgie der Kleintiere weiter.,  Tierärztliche Klinik Ahlen auf VetStage
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Im Bereich der minimalinvasiven Chirurgie zeigt sich in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung. Neben der Laparoskopie stellt auch die Thorakoskopie eine wichtige Alternative zum klassischen offenen Eingriff dar. Welche Vorteile sie gegenüber der Thorakotomie hat und welche Möglichkeiten sie eröffnet wird im Folgenden kurz dargestellt.

Vor- und Nachteile der Thorakotomie

Durch das verwendete Kamerasystem kommt es zu einer Vergrößerung und Illumination der Pleurahöhle, wodurch sowohl eine gute Übersicht, als auch eine detailliertere Darstellung der intrathorakalen Zielstrukturen möglich wird. Das iatrogene Trauma, welches durch den chirurgischen Zugang zum Thorax geschaffen wird, wird im Rahmen einer Thorakoskopie enorm minimiert. Hierdurch kommt es zu einer Reduktion der postoperativen Schmerzen, einer Verkürzung der Rekonvaleszenz, in der Folge zu einem kürzeren Klinikaufenthalt und zu einer schnelleren Rückkehr zur normalen Aktivität. Die vergleichsweise kleinen Inzisionen ziehen eine bessere Akzeptanz durch den Tierbesitzer:innen nach sich. Weiterhin sind kürzere Operationszeiten und eine geringere Inzidenz für Wundkomplikationen beschrieben. Man umgeht im Zuge der Thorakoskopie außerdem die Gefahr einer sternalen Instabilität sowie starken Schmerzen post Sternotomie und kann je nach thorakoskopischem Zugang trotzdem beide Hemithoraces visuell darstellen. Biopsien sind auch in sonst schwer zugänglichen Bereichen unter Sichtkontrolle möglich.

Kontraindikationen für eine thorakoskopische Versorgung sind ausgeprägte Adhäsionen, das Vorhandensein von extrem viel Körperfett sowie sehr große Läsionen, welche für eine Entfernung des Gewebes eine weiträumige Inzision erfordern. Außerdem sollte eine Thorakotomie erwogen werden bei hämodynamischen Problemen, Koagulopathien, großen Thoraxverletzungen und starken Veränderungen der Pleurahöhle aufgrund vorangegangener Infektionen.

Instrumentarium

Chirurg:innen, die eine Thorakoskopie durchführen, sollten die Erfahrung, die Ausstattung und das Personal haben, um in der Lage zu sein, bei auftretenden Komplikationen den Eingriff umgehend in eine offene Thorakotomie zu konvertieren. Zur Grundausstattung für die Durchführung eines thorakoskopischen Eingriffs benötigt man eine starre Optik, welche mit einem Kamerasystem und über ein Lichtleitkabel mit einer starken Lichtquelle verbunden wird. Am vielseitigsten einsetzbar in der Kleintiermedizin ist eine 5-mm-Optik mit einer 30°-Winkelung. Weiterhin werden für den Zugang zur Körperhöhle diverse Trokare und spezielle Arbeitsinstrumente benötigt.

Neben dem üblichen Monitoring wie Kapnographie, Pulsoxymetrie, Elektrokardiogramm und Blutdruckmessung muss für die Anästhesie von Thoraxeingriffen zusätzlich die Möglichkeit einer Beatmung gegeben sein, da durch den chirurgischen Zugang zur Pleurahöhle ein iatrogener Pneumothorax entsteht und dadurch der Unterdruck im Pleuralspalt nicht aufrecht erhalten werden kann.

Indikationen und Möglichkeiten

Die Thorakoskopie kann sowohl zur Diagnostik als auch zur Therapie eingesetzt werden. Diagnostische Eingriffe umfassen die Visualisierung der thorakalen Strukturen sowie die Beprobung von Pleura, Mediastinum, Perikard, Lungenparenchym oder Lymphknoten.

Zu den therapeutischen Maßnahmen zählen die Perikardektomie und die Ligatur des Ductus thoracicus im Rahmen der Behandlung eines Chylothorax sowie die Du

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Anita Maron hat nach ihrer Ausbildung zur Tierärztlichen Fachangestellten als leitende TFA mit Fokus OP-Assistenz gearbeitet. Danach folgte das Studium der Veterinärmedizin an der FU Berlin. Drei Jahre lang arbeitete sie als studentische Hilfskraft in der Klinik für kleine Haustiere der FU Berlin im Nacht- und Notdienst. Seit 2021 absolviert sie ein Internship in der Tierklinik Ahlen und bildet sich parallel zur Fachtierärztin für Chirurgie der Kleintiere weiter.

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