Multimodales Schmerzmanagement bei der Katze

erstellt am 7. September 2021

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Fachbeitrag
Ein Beitrag von  Natalia Gawda (Tierärztin)   & Carina Wirtz (Physiotherapeutin für Kleintiere),  Tierärztliche Klinik Ahlen.

Natalia Gawda hat Tiermedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert. Erste klinische Erfahrungen hat die Fachtierärztin für Kleintiere in der Tierklinik Ahlen gesammelt, wo sie auch ihre physiotherapeutische Ausbildung erhielt und die Zusatzbezeichnung Physiotherapie und Rehabilitation beim Kleintier ablegte. Nach einer zweijährigen berufsbegleitenden Chirurgiefortbildung an der European School of Veterinary Postgraduate Studies in Frankfurt führt die Tierärztin Small Animal Surgery (GPCert SAS). Die Oberärztin der Chirurgie hat nach klinischer Tätigkeit in verschiedenen deutschen Kliniken 2021 ihren Weg zurück in die Tierklinik Ahlen gefunden.,  Tierärztliche Klinik Ahlen auf VetStage
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Im Prinzip gelten für die schmerzhafte Katze die gleichen Behandlungsansätze wie für Hunde. Zunächst ist eine ausführliche Anamnese zu erheben und insbesondere veränderte Gewohnheiten sind zu erfragen. Seit wann springt die Katze nicht mehr auf den Kratzbaum oder auf das liebste Fensterbrett? Während der Anamneseerhebung kann man der Katze erlauben, sich frei im Untersuchungsraum zu bewegen - das beruhigt die Katze und ermöglicht uns, das Tier zu beobachten.

Nach einer allgemeinen Untersuchung ist eine orthopädisch-neurologische durchzuführen. Röntgenbilder dürfen zur Darstellung der schmerzenden knöchernen Strukturen nicht fehlen. Der Einsatz von erweiternden bildgebenden Verfahren, wie der Computertomographie, Kernspintomographie oder auch der orthopädischen Ultraschalluntersuchung, können bei der Diagnosefindung in kniffligen Fällen helfen. Insbesondere bei älteren Tieren empfiehlt sich zudem eine Untersuchung der Nierenparameter, um einen sicheren Einsatz von nicht steroidalen Entzündungshemmern zu ermöglichen. Denn ohne eine genaue Diagnose ist eine spezifische Therapie zu vergleichen mit einem Maßanzug für eine fremde Person – die kann passen, muss aber nicht!

Therapeutisch stehen uns drei große Bausteine zur Verfügung, um dem Schmerz zu begegnen: Chirurgie, medikamentelle Therapie und Physiotherapie.

Chirurgie

Eine chirurgische Lösung ist bei traumatischen Erkrankungen (Polytrauma des Kniegelenkes, Frakturen etc.) erstes Mittel der Wahl, aber auch sekundäre arthrotische Veränderungen sind ursächlich zu therapieren (Hüftgelenksdysplasie, Kreuzbandriss).Dabei liegt aus schmerztherapeutischer Sicht ein besonderes Gewicht auf einer perioperativen multimodalen Schmerzausschaltung durch die Gabe von intravenösen Opioiden und NMDA-Rezeptor-Antagonisten (Ketamin). Ein besonderer "Joker" ist der Einsatz von Lokalanästhetika.

Medikamentelle Therapie

Das multimodale Schmerzmanagement beginnt mit der Vorstellung der Katze! Bei starken Schmerzen durch Frakturen oder auch bei einer ischämischen Läsion bei den „Kippfensterkatzen“ ist unverzüglich eine adäquate Analgesie zu verabreichen. Das nimmt der Katze viel Stress und erleichtert uns das Handling. Hierzu sind insbesondere kurzwirksame Opioide, wie Fentanyl, geeignet. Eine Dauertropfinfusion mit Ketamin und Fentanyl kann auch präoperativ sehr gut eingesetzt werden! Bei akuten, leichten bis mittleren Schmerzen sind bei gutem Allgemeinbefinden und Nierenwerten NSAIDs indiziert.Chronische Schmerzen durch einen unwiderruflich gestörten Bewegungsapparat, können neben NSAIDs mit Präparaten behandelt werden, die auf Rückenmarksebene ihre Wirkung entfalten (Gabapentin, Amantadin etc). Multimodales Schmerzmanagement umfasst unter dem nutritiven Aspekt die Gabe von ungesättigen Fettsäuren, Gylkosamingylkanen und weiteren Chondroprotektiva.

Physiotherapie

In der Tiermedizin findet die Physiotherapie vor allem bei Hunden und Pferden ihre Anwendung. Doch Physiotherapie bei der Katze? Da in den Köpfen der KundInnen oft Physiotherapie mit der Arbeit im Unterwasserlaufband gleichgesetzt wird, sprengt es jegliche Vorstellungskraft dieses mit Katzen zu tun. Dabei kann die Physiotherapie deutlich viel mehr als aktive Krankengymnastik auf dem Unterwasserlaufband!

Manuelle Therapie

Darunter werden Massagen verstanden, die Übergange zur Gelenkmobilisation und passiver Krankengymnastik sind dabei fließend. Zu Beginn wird mit Effleuragen (Streichungen) das Gewebe begrüßt, durch die gezielte Bewegung wird die Durchblutung gesteigert und superfizielle fasziale Verklebungen gelockert. Hierbei stellt sich meistens eine Vertrauenbasis zwischen Tier und Therapeut ein. Mit der Petrissage werden tiefere Schichte

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Natalia Gawda (Tierärztin) & Carina Wirtz (Physiotherapeutin für Kleintiere), Tierärztliche Klinik Ahlen.

Natalia Gawda hat Tiermedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert. Erste klinische Erfahrungen hat die Fachtierärztin für Kleintiere in der Tierklinik Ahlen gesammelt, wo sie auch ihre physiotherapeutische Ausbildung erhielt und die Zusatzbezeichnung Physiotherapie und Rehabilitation beim Kleintier ablegte. Nach einer zweijährigen berufsbegleitenden Chirurgiefortbildung an der European School of Veterinary Postgraduate Studies in Frankfurt führt die Tierärztin Small Animal Surgery (GPCert SAS). Die Oberärztin der Chirurgie hat nach klinischer Tätigkeit in verschiedenen deutschen Kliniken 2021 ihren Weg zurück in die Tierklinik Ahlen gefunden.

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