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Mit einem Mentor auf den Weg ins Berufsleben – Ein Rückblick auf den DVG Kongress 2017

Wenn man als Tiermedizinstudent von seinem Studium erzählt, haben alle Umstehenden meist ein klares Bild vor Augen: Ein Tierarzt im weißen Kittel in der Praxis oder Klinik. Tiere impfen, Wurmkur, OPs. Die Wenigsten wissen, dass das Berufsbild eines Tierarztes deutlich vielseitiger sein kann als das! Sei es aktiv im Tierschutz, als Amtstierarzt, in der Forschung oder in der Bundeswehr. Auch als Student wird man so manches Mal überrascht und hört immer wieder von neuen Möglichkeiten, die man vorher noch gar nicht auf seinem Radar hatte.

 

„Und – was willst du später mal machen?“

Die allseits bekannte Frage, die zumeist gestellt wird nachdem man sich als Veti „geoutet“ hat, lautet: „Und – was willst du später mal machen? Kleintiere oder Pferde? Oder doch lieber Rinder?“. Wenn man sich noch in den frühen Semestern des fast sechs Jahre langen Tiermedizin-Studiums befindet, ist diese Frage nicht ganz einfach zu beantworten. Schließlich hat man als „fachfrischer“ Student ohne Vorausbildung höchstens während Schülerpraktika einige Einblicke in die tierärztliche Praxis erhalten. Ergo hat man kaum genug Erfahrung, um sich sicher in eine Richtung orientieren zu können. Zudem möchte man sich vielleicht auch Möglichkeiten offenhalten und sich auf die neuen Erfahrungen und Berufschancen des Studiums einlassen, ohne sich dabei schon frühzeitig auf eine Vorstellung zu versteifen, die am Ende vielleicht nicht erfüllt werden kann.

 

Wo fängt der Veti-Studierende am besten an?

Je früher man sich sicher ist, „wohin es später gehen soll“, umso gezielter kann man auf seinen Traumjob hinarbeiten: In Praktika kann man seine Fähigkeiten schulen und Kontakte in die Brache knüpfen oder sich im entsprechenden Tätigkeitsfeld einen Nebenjob suchen. Das große Problem: Für Tierärzte gibt es die verschiedensten Tätigkeitsfelder, manche davon mehr oder weniger unbekannt – auch für Studenten (Mehr zu diesem Thema unter: „Ab in die Zukunft“).  Wo also fange ich an?

 

Der VetStage Mentorenabend beim DVG-Kongress in Berlin

Um einen Anfang zu finden, kann es hilfreich sein, mit Menschen zu sprechen, die die eigene Unsicherheit und Unentschlossenheit nachempfinden können – und genau diese Möglichkeit bietet das Mentoring. Um potenziellen Mentoren und Mentees die Möglichkeit zu geben, sich persönlich vorzustellen und kennenzulernen organisierte VetStage in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Müller von der Klauentierklinik der FU Berlin zum wiederholten Male einen Mentoren-Abend zum DVG-Kongress 2017 in Berlin. Mit kurzen Vorträgen gewährten Frau Dr. Ulrike Exner von Boehringer Ingelheim, Frau Dr. Marion Weerda von VetConsult und Herr Tim Bogs aus dem Odenwaldkreis den anwesenden Studenten spannende Einblicke in ihren Werdegang und Berufsalltag. Bei einem lockeren Get-together im Anschluss hatten alle die Möglichkeit, sich kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen. Auch Kontaktdaten für weiterführende Gespräche zwischen zukünftigen Mentoren und Mentees wurden ausgetauscht.

 

Einblicke und Denkanstöße durch berufserfahrene Mentoren

Mit Hilfe von kurzen Einblicken aus „erster Hand“ kann man als Student schnell entscheiden: Kommt dieser Job für mich in Frage?
Sowohl der Denkanstoß, sich in eine bestimmte Richtung weiter zu informieren als auch das Ausschließen einer der vielen „Optionen“ für die Zukunft ist für den unentschlossenen Veti-Studenten ein Gewinn. Noch tiefere Einblicke erhält man, wenn man einen Mentoren an seiner Seite hat: Kontakt mit berufserfahrenen Kolleginnen und Kollegen gibt einem Rückendeckung, man kann Zukunftsideen diskutieren und das Netzwerk des eigenen Mentoren kann wiederum neue Türen öffnen, die sonst vielleicht verschlossen wären.
Je früher man im Studium Kontakte knüpft, desto besser. Und wer bereits frühzeitig im Studium damit anfängt, z.B. durch freiwillige Praktika Berufssparten kennenzulernen, der hat es nach der Approbation leichter, den Einstieg ins Berufsleben zu finden und die eingangs gestellte Frage ganz selbstsicher zu beantworten.

 

Fazit:
Ein Mentor kann den Berufseinstieg erleichtern. Im Gegenzug haben Mentoren die Möglichkeit, mit „Nachwuchs“ in Kontakt zu treten, diese zu späteren Arbeitnehmern „heranzuziehen“ oder einfach etwas von dem zu geben, was ihnen selbst gefehlt hat.
Der DVG-Mentorenabend ist nun jährlich geplant, somit sollten Interessierte den kommenden Kongress bereits im Auge behalten. Zudem besteht die Möglichkeit, sich in der VetStage-Mentoren-Mentee-Community auf Facebook jederzeit auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Mehr über Mentoring auch im folgenden Video:

MENTORINNEN from vet-consult on Vimeo.

 

 

Über die Autorin:

Lisa Rogoll | privates Foto

Lisa Rogoll | Studentin der Tiermedizin

Mein großes Interesse an Tieren begleitet mich schon seit ich klein bin. Der Wunsch Tierärztin zu werden erst seit einigen Jahren.
In verschiedenen Praktika im Kleintier- und Großtierbereich erlebte ich das erste Mal ein Berufsbild, das ich mir für mein restliches Leben vorstellen konnte: mein Wunsch Tierärztin zu werden manifestierte sich. Nach meinem Abitur begann ich 2015 das Studium in Berlin und erlebe seither die alltäglichen Veti-Sorgen. Nach wie vor fasziniert mich die Vielseitigkeit des Studiums und des späteren Berufslebens, sodass ich mir keinen „Plan B“ vorstellen kann.

 

 

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