Löcher? In der Wirbelsäule? Wie im Käse? Ist das denn möglich?

erstellt am 7. Dezember 2021

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Fallbeispiel
Ein Beitrag von  Nicole Rofael
Tierärztin,  VETspert auf VetStage
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Schon weit vor dem ersten Geburtstag fing es an: Schmerzen, rezidivierende Lahmheit und ein Leidensweg begann...

Ein fröhlich munterer Schäferhundmix-Rüde namens Loui zeigte schon recht frühzeitig, ohne besondere Vorkommnisse, plötzlich Lahmheitsanzeichen. Aber auch weitere Symptome, die auf Schmerzen hindeuteten. Wimmern, Jaulen und Schmerzlaute waren immer häufiger zu hören. Es kamen Schmerzen in der Wirbelsäule hinzu, die unter anderem durch steifes Laufen, Bewegungsunlust, Schmatzen bei Berührung der Wirbelsäule und erhöhtes Schlafbedürfnis, einhergingen.

Nachfolgende Blutuntersuchungen ergaben zwischenzeitlich leicht erhöhte Entzündungswerte, die sich wieder normalisierten (v.a. C-reaktives Protein), komplett negatives Zecken- und Reiseprofil (ja, er stammt aus dem Ausland), sowie ein absolut unauffälliges Differenzialblutbild und Blutchemie.

Dies zog sich eine Weile hin und dann wurde Loui förmlich „auf den Kopf gestellt“. Eine große Untersuchung in Narkose begann:

Physiologische Blutbilder und blutchemische Parameter, sowie normotrophes hämatogenes crP, negative Rheumafaktoren, Coombs- und ANA-Tests sowie Blut-IgA-Werte führten zu einer Liquorpunktion. Diese ergab ebenfalls Normwerte bezüglich Immunglobulin A – und dem Proteingehalt.

Ebenso negative Resultate ergaben die Untersuchungen auf Infektionserreger wie FSME, Staupe, Anaplasma phago., Neospora caninum und Toxoplasma gondii, sowie eine negative bakterielle Untersuchung. Einzig auffällig und pathognomonisch war der crP-Wert im Liquor. Dieser war 6fach erhöht. Zusammengefasst ergaben die zahlreichen Untersuchungen von Blut und Liquor alleinig einen 6fachen Anstieg des C-reaktiven Proteins im Liquor.

Bildgebung folgte parallel. Einige Röntgenbilder und CT-Aufnahmen später stand die Diagnose: Discospondylitis. 

Definitionsgemäß ist eine Discospondylitis eine infektiös entzündliche Veränderung des Zwischenwirbelraumes unter Beteiligung der Gelenkflächen benachbarter Wirbel. Ursachen einer solchen Entzündung sind vor allem hämatogene bakterielle Infektionen, hin und wieder Pilzinfektionen, wandernde infizierte Fremdkörper, wie zum Beispiel Grannen oder auch iatrogene Infektionen als Folge von Wirbelsäulenoperationen. Einen Nachweis von Bakterien zu erbringen ist oft schwierig und gelingt eher selten, wie auch in unserem Fall zu sehen ist. Die häufigsten Bakterien sind Staphyloco

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Nicole Rofael
Tierärztin

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