Osteochondrodysplasie: Fallbericht einer Scottish Fold Katze

erstellt am 14. Februar 2022

zurück
Fallbeispiel
Ein Beitrag von  Dr. Gereon Viefhues
Anicura Ahlen GmbH
Tierärztliche Klinik für Kleintiere Ahlen
Bunsenstraße 20
59229 Ahlen

Dr. Gereon Viefhues ist Klinikleiter der Anicura Ahlen GmbH seit 1995. Er studierte bis 1985 in Hannover und promovierte dort 1987. In der anschließenden Weiterbildungszeit zum Fachtierarzt begann er orthopädisch zu arbeiten. Es folgten orthopädische Zusatzausbildungen an diversen internationalen Universitäten. Neben seinem orthopädischen und neurochirurgischen Schwerpunkt beschäftigt er sich intensiv mit der onkologischen Chirurgie und der Weichteilchirurgie. Seit Anfang der neunziger Jahre ist er auf dem Gebiet der Ophthalmologie (Augenheilkunde) tätig.

 Hr. Dr. Viefhues ist Prüfer für Fachtierarztprüfungen der Tierärztekammer. Zudem ist er Autor wissenschaftlicher Fachartikel.,  Tierärztliche Klinik Ahlen auf VetStage
Hinweis: VetStage ist nicht für den Inhalt verantwortlich. Bitte wende dich bei Rückfragen direkt an den Verfasser.

Das Erkennungsmerkmal der Scottish-Fold-Katze sind die „Klappohren“ oder auch „Kippohren“. Nach etwa 4 Wochen im Wachstum kann das fehlgebildete Knorpelgewebe die Ohrmuschel nicht mehr tragen, sodass diese nach vorne kippen.

Die Rasse Scottish-Fold erfreut sich leider zunehmender Beliebtheit mit ihrem „süßen kindlichen“ Aussehen. Dies ist bekanntlich kein Einzelfall bei Qualzuchten, denn der Superhype um Mops, Französische Bulldogge und Co. ist bei Tierärzt:innen seit den letzten Jahrzehnten wohlbekannt.

 

Fallbericht Scottish-Fold-Katze 

Vorbericht

In diesem Fallbericht wird eine Scottish-Fold-Katze im Alter von 1,5 Jahren vorgestellt.

Laut der Besitzer:innen zeigte der Patient seit 3 Monaten einen vermehrt schiefen und steifen Gang in der Hinterhand, was zunächst eine Entzündung vermuten ließ und entsprechend medikamentös und lokal vom Haustierarzt behandelt wurde, jedoch keine Besserung zeigte.

Den Besitzer:innen fielen, neben einer reduzierten Beweglichkeit des Patienten und ersten Lahmheitsanzeichen, verdickte und deformierte Hintergliedmaßen auf. Aufgrund der Umfangsvermehrung wurde vom Haustierarzt der Verdacht eines tumorösen Geschehens am Tarsus ausgesprochen, weshalb der Patient zur weiteren orthopädischen und onkologischen Diagnostik in unserer Klinik vorgestellt wurde.

Diagnostik

In der klinischen Untersuchung konnte keine Gangbildstörung bestätigt werden, jedoch eine dolente Extension der Hüften bei der orthopädischen Untersuchung. Palpatorisch konnte eine Verdickung an beiden Tarsi bestätigt werden. Zur weiterführenden bildgebenden Diagnostik wurden Röntgenbilder der Vorder-/ Hintergliedmaßen und der Wirbelsäule angefertigt (siehe Bilder).

Anhand der Röntgenbilder konnten extensive Knochenexostosen erhoben werden, welche für eine Osteochondrodysplasie sprechen:

  1. Antebrachium links m/l (medio- lateral): geringgradige knochendichte unregelmäßige Zubildungen cranial am Radiusköpfchen und dorsal am Processus anconeus
  2. Antebrachium rechts m/l (medio- lateral): mittelgradige knochendichte unregelmäßige Zubildungen cranial am Radiusköpfchen und dorsal am Processus anconeus
  3. LWS l/l (latero-lateral): knöcherne Strukturen unauffällig; Colon mittelgradig Kot gefüllt mit beginnender Abgrenzung einzelner Kotballen
  4. Becken v/d (ventro-dorsal): knöcherne Strukturen unauffällig
  5. Tarsus links m/l (medio- lateral): geringgradige Weichteilschwellung zirkulär des Tarsalgelenkes, Gelenkreihen verwaschen abgrenzbar, knöcherne Anteile volumenerhöht, unregelmäßige Textur
  6. Tarsus rechts m/l (medio- lateral): mittelgradige Weichteilschwellung zirkulär des Tarsalgelenkes; Gelenkreihen verwaschen abgrenzbar, knöcherne Anteile volumenerhöht, unregelmäßige Textur, knöcherne Zubildungen dorsal weit über die Os metatarsale ziehend; knöcherne Zubildung dorsales diaphysäres Drittel der Os metatarsale

Befund

Osteochondrodysplasie beider Tarsalgelenke (rechts ausgeprägter als links) und beginnende OCD an beiden Ellbogengelenken (links ausgeprägter als rechts). 

Therapie

Mit den Besitzer:innen wurde eine konservative Therapie mit täglicher Verabreichung von Metacam besprochen.

Grundsätzlich können schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente, Vitamin C, Glykosaminoglykane und Prednisolon zur symptomatischen Behandlung der Osteochondrodysplasie beitragen, jedoc

Jetzt anmelden und weiterlesen!

Dieses Fallbeispiel ist nur für Tierärzt:innen, TFA und Animal Health Experts geeignet.
Lege dir jetzt kostenlos ein VetStage Profil an, um den vollständigen Beitrag zu lesen.

Jetzt weiterlesen

Themengebiete

Autor:innen

Dr. Gereon Viefhues
Anicura Ahlen GmbH
Tierärztliche Klinik für Kleintiere Ahlen
Bunsenstraße 20
59229 Ahlen

Dr. Gereon Viefhues ist Klinikleiter der Anicura Ahlen GmbH seit 1995. Er studierte bis 1985 in Hannover und promovierte dort 1987. In der anschließenden Weiterbildungszeit zum Fachtierarzt begann er orthopädisch zu arbeiten. Es folgten orthopädische Zusatzausbildungen an diversen internationalen Universitäten. Neben seinem orthopädischen und neurochirurgischen Schwerpunkt beschäftigt er sich intensiv mit der onkologischen Chirurgie und der Weichteilchirurgie. Seit Anfang der neunziger Jahre ist er auf dem Gebiet der Ophthalmologie (Augenheilkunde) tätig.

Hr. Dr. Viefhues ist Prüfer für Fachtierarztprüfungen der Tierärztekammer. Zudem ist er Autor wissenschaftlicher Fachartikel.

Ein interessanter Fachbeitrag. Teile ihn jetzt mit deinem Netzwerk.