Streptococcus suis - die wichtigsten Fakten

erstellt am 3. April 2022

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Fachbeitrag
Ein Beitrag von  Vötsch, D., Dresen, M. (2021): Erregersteckbrief Streptococcus suis, URL: https://zoonosen.net/sites/default/files/redaktion/dateien/Erregersteckbrief_S.%20suis_Juli%202021.pdf (Stand: 03.04.22),  VetStage Akademie auf VetStage
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Mit einer Prävalenz von weltweit nahezu 100 %, ist Streptococcus suis einer der wichtigsten bakteriellen Krankheitserreger bei Schweinen. 

Ein kurzer Steckbrief wird dir helfen, dein Wissen aufzufrischen. 

Bedeutung

S. suis ist als Kommensale des oberen Respirationstraktes in der Schweinepopulation weit verbreitet. Als fakultativ pathogener Erreger kann er jedoch schwere systemische Erkrankungen hervorrufen, wodurch enorme wirtschaftliche Verluste entstehen können. Als Zoonoseerreger stellt das Bakterium ein zusätzliches Risiko für den Menschen dar. 

Morphologie und Kultivierung 

Mikroskopisch stellt sich S. suis als grampositives, kokkoides, bekapseltes Bakterium dar, das typischerweise in Ketten angeordnet ist. Eine Anzucht des Erregers kann sowohl aerob als auch anaerob erfolgen. Auf Blutagar verursacht S. suis eine alpha-Hämolyse, manche Stämme auch eine beta-Hämolyse. 

Betroffene Spezies

Neben dem Schwein und dem Menschen konnte S. suis auch bei anderen Spezies (z.B. Kaninchen, Lämmer, Hunde) diagnostiziert werden. 

Übertragung 

Eine klinisch manifeste Infektion kann durch S. suis nur entstehen, wenn die Barriere des Atemwegepithels durch einen Wegbereiter, beispielsweise eine vorangegangene Infektion oder Immunsuppression, vorgeschädigt ist und leichter überwunden werden kann, sodass sich der Erreger systemisch im Organismus ausbreiten kann. Subklinische Carrier, bei denen S. suis den oberen Respirationstrakt der Schweine besiedelt, ohne eine Erkrankung auszulösen, fungieren als Erregerreservoir. Eine Besiedelung der Genitalschleimhaut von Sauen ist ebenfalls möglich, eine Kolonisation des Intestinaltraktes wird diskutiert. 

Die horizontale Übertragung von S. suis kann über direkten Kontakt, Aerosole und unbelebte Vektoren erfolgen. Eine vertikale Infektion der Ferkel erfolgt meist im perinatalen Zeitraum durch die Muttersauen. Ob eine Übertragung über belebte Vektoren wie Fliegen möglich ist, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. 

Zoonotisches Potenzial 

Kontaminiertes und nicht vollständig durcherhitztes Schweinefleisch stellt eine mögliche Infektionsquelle für den Menschen dar. Eine Infektion über Wunden ist über den direkten Kontakt mit infizierten Schweinen oder kontaminiertem Schweine

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Vötsch, D., Dresen, M. (2021): Erregersteckbrief Streptococcus suis, URL: https://zoonosen.net/sites/default/files/redaktion/dateien/Erregersteckbrief_S.%20suis_Juli%202021.pdf (Stand: 03.04.22)

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