Schwierige FIP Diagnostik: Corona Test positiv, Immunfluoreszenz negativ

erstellt am 10. Juni 2022

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Fallbeispiel
Ein Beitrag von  Volker Borchers ,  Tierärztliche Praxis für Kleintiere Scharnhorst GmbH auf VetStage
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In diesem Fallbeispiel geht es um Bonny, eine weibliche, kastrierte, graue 3-jährige EKH, die in unserer Tierärztlichen Praxis für Kleintiere Scharnhorst vorgestellt wurde. Vorberichtlich zeigte die Katze einen ruhigeren Eindruck als üblich und auch untypischerweise einen verminderten Appetit.

In der allgemeinen Untersuchung war das Abdomen leicht angespannt und die Laboruntersuchungen ergaben Anhaltspunkte für eine FIP (feline infektiöse Peritonitis). Interessanterweise war der FIP-Corona-Test positiv, der Immunfluoreszenz-Test auf FIP (IFA= immunofluorescence assay) jedoch negativ. 

 

Eine Probelaparotomie soll Aufschluss geben

In der sonografischen Untersuchung zeigte sich die Leber deutlich vergrößert.

Zur weiteren Diagnostik wurde eine Probelaparotomie durchgeführt, bei der die Leber deutlich vergrößert erschien und die Leberränder deutlich abgerundet waren (siehe Bild).

Pathologische Untersuchungen und Befunde

Bei der makroskopischen Untersuchung wies die Leber-Gewebeprobe (0,8 x 0,8 x 0,4 cm) eine beige-braune Farbe mit einer fest-elastischen Konsistenz auf. Die Probe wurde halbiert und für die histologische Beurteilung eingebettet. Die mikroskopische Befundung ergab Folgendes: 

In der H.E. (Hämatoxylin-Eosin) und Azan-Färbung fielen deutlich betonte periportal-akzentuierte, überwiegend gemischtzellige Entzündungszellinfiltrationen in den untersuchten Lokalisationen der Leber auf. Zudem konnte eine Gallengangs-Proliferation mit einer milden Azan-positiven Fibrose nachgewiesen werden.

Außerdem fanden sich deutliche Entzündungsprozesse in den Arealen der Leber, die häufig mit Entzündungen des Darmes und des Pankreas assoziiert sind. Erfreulicherweise konnte kein Hinweis für ein tumoröses Wachstum festgestellt werden.

 

Interpretationen, Diagnose und mögliche Ursachen

Die Diagnose einer mittel-hochgradigen betonten periportalen chronisch-aktiven Hepatitis erschien am wahrscheinlichsten.

Eine infektiöse Genese als Auslöser der entzündlichen Veränderungen kam in den untersuchten Lokalisationen infrage. Eine häufige Ursache wäre eine aufsteigende bakterielle Infektion, welche aber in diese

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Volker Borchers

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