Intensivausbildung Phytotherapie - Heimische Kräutermedizin von Aconit bis Zwiebel und Medizin der Bäume

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Für TierärztInnen

Fortbildungsinhalte

Beschreibung

Intensivausbildung für Tierärzte online aber mit Exkursion und  "Praktisch daheim"-Elementen!

Es
heißt für jedes Übel sei ein Kraut gewachsen, und wenn man Dr. Thoonsen
zuhört, dann bekommt man eine Ahnung von der Dimension dieser Aussage.
Die renommierte Tierärztin und Hochschuldozentin lässt Sie eintauchen in
die faszinierende Welt der westlichen Arzneipflanzen. In der
Tiermedizin ist dieses Wissen ein unschätzbarer Wert und erweitert Ihre
therapeuthischen Möglichkeiten deutlich. Praktische Kenntnisse werden
bei einer Exkursion erarbeitet und auch die Herstellung von Salben,
Seifen, Tinkturen und Kräuterauszügen wird praktisch vermittelt. Am Ende
werden Sie hilfreiche Kenntnisse und Werkzeuge für die Phytotherapie in
Ihrer Praxis zur Hand haben.

8 Module jeweils Sa/So

Start:

Aller Anfang …                                             24./25. April 2021                            

Ackerschachtelhalm bis Galgant              03./04. Juli 2021                                             

Gelbwurz bis Kapuzinerkresse                  21./22. August 2021                                    

Bäume                                                           29./26. September 2021                             

Karotte bis Schlüsselblume                       16./17. Oktober 2021                                   

Seifenkraut bis Zwiebel /                                         
Gruppenarbeit Praxisfälle                          13./14. November 2021                              

Ätherische Öle und fette Öle, Basiswissen und
Anwendungsbeispiele                                04./05. Dezember 2021                           

Praxiswochenende Fälle, auch
der Kursteilnehmer / Prüfung                  22./23. Januar 2022           


Aller Anfang ist schwer – was wir über Arzneipflanzen wissen sollten

Auch
in der Tiermedizin gehört die Phytotherapie zum schulmedizinischen
Behandlungsrepertoire und bietet eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber
der Therapie mit synthetischen Arzneimitteln. Arzneipflanzen sind per se
Multitarget Drugs im Gegensatz zu den synthetischen Monotarget Drugs.

Einsatz in der Therapie:

Multitarget Drugs
greifen an vielen Zielen an und durch die synergistischen Effekte der
Vielzahl enthaltener sekundärer Pflanzenstoffe wie z. B. Bitterstoffe,
Gerbstoffe, Saponine und viele mehr das Gesamtsystem positiv
beeinflussen. Dieser Synergismus hat auch den Vorteil, dass von jedem
Stoff für die Gesamtwirkung nur eine sehr geringe Menge benötigt wird,
was Nebenwirkungen reduziert.

Monotarget Drugs
betonen maximale Selektivität für ein einzelnes Ziel Der (unbedachte)
Einsatz von Antibiotika, Antimykotika und Antiparasitika in der
Tierhaltung begünstigt bekanntermaßen Resistenzentwicklung und
Resistenzausbreitung
. Phytotherapeutika erhalten hingegen die Sensibilität der Mikroben.

Einsatz in der Prophylaxe:

Pflanzliche Produkte dienen auch der Gesunderhaltung und können prophylaktisch eingesetzt werden. Sie unterstützen den Organismus darin mit Infektionen zurechtzukommen, ohne ihn zu schwächen. Sie wirken als Adaptogene und Immunmodulatoren.
Inhaltsstoffe von Heilpflanzen wirken vielfach antimikrobiell und
stellen vor allem bei Virusinfektionen eine sinnvolle Ergänzung der
Therapie dar. Insbesondere bei virusbedingten Atemwegserkrankungen sind
pflanzliche Therapeutika vielfach als alleinige Therapie geeignet. Neben
der antiviralen Wirkung stärken sie die körpereigene Abwehr. Aber auch alle anderen Organsysteme profitieren von Phytotherapeutika.

Verträglichkeit:

Ein
anderer wichtiger Grund sich der Phytotherapie zu widmen begründet sich
auch in Bezug auf die gute Verträglichkeit bei guter Wirksamkeit.

Nebenwirkungen,
die die synthetischen Arzneimittel aufweisen wie z. B. bei den
Arzneistoffklassen der Protonenpumpenhemmer, Antidiabetika, NSAIDs und
atypischen Antipsychotika, die kommensale Keime schädigen und der
Mikrobiota einen beträchtlichen Schaden zuführen, der nicht selten zu
weiteren Begleiterkrankungen führt. Die „antikommensale“ Aktivität
mancher Wirkstoffe wird auch als Antreiber für die Antibiotika-Resistenz
diskutiert, da häufig solche Mechanismen beeinflusst werden, die
ursächlich mit der Resistenzentwicklung verbunden sind, wie z. B.
Transporter, Transkriptionsfaktoren, Efflux-Pumpen.

Pflanzenstoffe
hingegen werden von Darmbakterien metabolisiert, gehören zu ihrem
normalen Substratspektrum und erhalten nach der kommensalen
Biotransformation Wirkstoffcharakter – sie haben keinen schädigenden
Einfluss auf das Darmmikrobiom. Die pflanzliche Droge / der pflanzliche
Extrakt stellt in der Gesamtheit den Wirkstoff dar. Ein anderer Grund
sich intensiv mit Arzneipflanzen zu beschäftigen liegt in ihren
antibiotischen, antiviralen, antimykotischen und antiparasitären
Eigenschaften ohne Resistenzpotenzial. Die Liste pro Phytotherapie ist
lang.

 Wer Phytotherapie
richtig und damit erfolgreich bei Tieren anwenden möchte, der benötigt
Wissen über die Pflanzen selbst und über ihre Anwendungsformen sowie
ihre Pharmakologie. Arzneipflanzen stellen potente, gut wirksame und gut
verträgliche Arzneimittel dar. Dennoch, keine Wirkung ohne
Nebenwirkung. Die meisten Nebenwirkungen, neben der
„Hauptwirkung“ sind durchaus erwünscht und ein wichtiger Teil der
Therapiestrategie, aber selbstverständlich gibt es auch Nebenwirkungen,
die unerwünscht sein können (z. B. Magen-Darm Symptome). Diese sollte
man kennen genauso wie die wenigen Gegenanzeigen, die es zu Arzneipflanzen geben kann.

Teilnahme online

Veranstaltungsdatum

24.04.2021 10 Uhr

Teilnahmegebühr

8 €

Referent(en)

Dr. Yvonne Thoonsen
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