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10 Tipps zur Manuskripterstellung für eine Publikation

10 Tipps Zur Manuskripterstellung Für Eine Publikation
  1. Wähle die geeignete Zeitschrift aus

Viele Manuskripte werden nach der Einreichung umgehend zurückgeschickt, weil das Thema des Manuskripts „out of scope“ der betreffenden Zeitschrift ist. Eine experimentelle Arbeit eignet sich kaum für eine Zeitschrift, die sich primär an niedergelassene Tierärzte wendet. Eine Kasuistik wird auf der anderen Seite in einem eher wissenschaftlich ausgerichteten Journal nur dann eine Chance erhalten, wenn es sich um einen ungewöhnlichen Fall handelt (wobei sich eine Kasuistik generell durch Besonderheiten auszeichnen soll).

 

  1. Befolge die Manuskriptrichtlinien

Viele Zeitschriftenherausgeber, vor allem von internationalen Journals, schicken Manuskripte rigoros zurück, wenn diese nicht den Manuskriptrichtlinien entsprechen. Ein Blick auf die Webseiten der Zeitschriften hilft, unnötigen Zeitverlust zu vermeiden. Besonders arbeitsintensiv ist eine nachträgliche Umformatierung der Literaturangaben. Hier bietet die Verwaltung der eigenen Literatur mittels Endnote® oder ReferenceManager® erhebliche Vorteile: Mit ein paar Klicks werden Literaturverweise in der gewünschten Formatierung gestaltet.

 

  1. Kurzer, aussagekräftiger Titel und klare Gliederung der Arbeit

Beim Titel sind Formulierungen wie „Zur Bedeutung von X unter besonderer Berücksichtigung von Y“ antiquiert. Lässt sich ein längerer Titel nicht vermeiden, empfiehlt sich eine Untergliede­rung in Haupt- und Untertitel.

Einleitung, Material und Methoden, Ergebnisse, Diskussion – was sich so einfach liest, wird dennoch häufig missachtet. Zu den häufigen Fehlern gehören: Vorwegnahme der Diskussion in einer überlangen Einleitung ggf. mit Wiederholung der gleichen Sätze in der Diskussion, Methodenbeschreibung erst oder als Wiederholung im Abschnitt „Ergebnisse“ (z. B.: „Die Tiere wurden nach der Laktationsleistung in drei Gruppen eingeteilt. In Gruppe A ergab sich…“), Diskussion einzelner Resultate bereits im Ergebnisteil.

 

  1. Sorgfältige Textformulierung und Prüfung auf Fehler

Gutes Deutsch erfreut die Gutachter und später die Leser. Vermeide

  • gleichartige Satzkonstruktionen nacheinander: Es wurde… Der X wurde… Dann wurde…
  • das Hilfsverb sein: Häufige Symptome sind… à Zu den häufigen Symptomen zählen
  • Passivkonstruktionen: Vom Haustierarzt wurde eine Behandlung mit X durchgeführt. à Der Haustierarzt führte eine Behandlung mit X durch.
  • Erzählstil und Überflüssiges: Dann wurde eine röntgenologische Untersuchung des Thorax durchgeführt. Dabei wurde eine rundliche Umfangsvermehrung festgestellt.
    à Bei der röntgenologischen Untersuchung des Thorax ließ sich eine rundliche Umfangsvermehrung nachweisen.
    Wenn die Überschrift „Labordiagnostische Befunde“ lautet, erübrigt sich ein einleitender Satz wie Bei der labordiagnostischen Untersuchung wurde festgestellt, dass …

Oft enthalten eingereichte Manuskripte viele grammatikalische und Rechtschreibfehler. Dies ist eine Zumutung für die Gutachter und verzögert den Review-Prozess. Es empfiehlt sich daher, eine Rechtschreibprüfung des Textverarbeitungsprogramms zu verwenden, eine unbeteiligte Person um Prüfung zu bitten und/oder den Text nach einem Tag Pause selbst noch einmal kritisch zu studieren. Achte auch darauf, Abkürzungen bei der ersten Nennung zu erklären und für Begriffe eine einheitliche Schreibweise zu verwenden (mit der Suchen-Ersetzen-Funktion in Word kein Problem).

 

  1. Keine doppelte Präsentation der Ergebnisse

Lassen sich umfangreiche Ergebnisse in Tabellen oder Graphiken zusammenfassen und darstellen, sollten diese im Text nicht in allen Einzelheiten wiederholt werden. Für den Leser ist eine solch lange Auflistung schwer zu erfassen und beeinträchtigt die Lesefreude. Es genügt, die wichtigsten Resultate zu erwähnen, ggf. Trends zusammenzufassen und bezüglich der Details auf die Abbildungen und Tabellen zu verweisen.

 

  1. Abbildungen/Tabellen und ihre Legenden

Auch hier ist ein Blick in die Manuskriptrichtlinien angezeigt, denn die Zeitschriften haben unter­schiedliche Vorgaben bezüglich Zahl der Abbildungen, Abbildungsqualität und der erforderlichen Formate. Häufige Fehler bei Graphiken: uneinheitliche Schriftgröße, zu kleine Schrift (beachte, dass die Abbildungen im Heft u. U. verkleinert abgedruckt werden müssen). Bei sehr großen Tabellen stellt sich die Frage, ob deren Inhalt für den Leser wirklich so interessant ist, dass er sie studiert, oder ob sie nicht besser nur als zusätzliches Material zur Verfügung gestellt werden (s. Punkt 7).
Zum Schluss sollte ein Abgleich zwischen Text und Abbildungen/Tabellen erfolgen. Dies verhindert, dass Änderungen im Verlauf der Manuskripterstellung beispielsweise im Text erfolgen ohne entsprechende Aktualisierung von Tabelleninhalten.

 

  1. Zusätzliches Online-Material

Viele Zeitschriften publizieren mittlerweile Anhänge zu Artikeln auf ihrer Webseite als „supplemen­tary material“. Dabei kann es sich um umfangreiche Einzelergebnisse in Tabellenform, zusätzliche Abbildungen oder Videoaufzeichnungen handeln.

 

  1. Englischsprachige Publikationen

Englischsprachige Publikationen sollten grundsätzlich von einem Muttersprachler mit entspre­chendem Fachwissen Korrektur gelesen werden (teilweise wird dies in den Manuskriptrichtlinien sogar vorgeschrieben), sofern man nicht wirklich exzellent Englisch spricht. Schlechtes Englisch ist international einer der häufigsten Gründe für eine Ablehnung des Manuskripts. Viele Zeitschriften bieten auf ihren Homepages eine Liste von Übersetzungs-/Editierungsbüros an, die mit einer Überarbeitung des Manuskripts beauftragt werden können.

 

  1. Revisionsphase

Anmerkungen der Gutachter dienen ausschließlich dazu, das Manuskript zu verbessern. Also: Hinter manchen Fragen und Kritikpunkten keine Schikane vermuten, sondern die Expertise der Reviewer schätzen lernen. Im besten Fall entsteht so ein klar strukturierter, gut verständlicher Artikel, was nur im eigenen Sinn sein kann.

Üblich ist, die Anmerkungen der Gutachter zu zitieren und zu jeder einzelnen Stellung zu nehmen. Dies verlangt die Wertschätzung der in der Regel ehrenamtlichen Gutachtertätigkeit und trägt zu einer Beschleunigung der zweiten Beurteilung bei. Grundsätzlich aber gilt: Nicht jede Gutachteranmerkung muss zwingend umgesetzt werden. Hat man eine fachlich begründbare andere Meinung, kann diese durchaus in der Antwort an die Gutachter formuliert werden.

 

Nach der Publikation

Ist der Artikel erschienen, freuen sich mittlerweile auch Verlage darüber, wenn Autoren einen Hinweis auf die Publikation in Social-Media-Kanälen wie Twitter, Facebook, Mendeley oder ResearchGate posten. Allerdings: Bitte immer nur mit den Metadaten bzw. der eigenen Manuskriptversion plus Link auf die entsprechende Zeitschriftenseite, nicht mit der Verlagsversion! Mit Annahme und Publikation des Beitrags liegt nämlich das Copyright beim Verlag, sofern keine andere Vereinbarung getroffen wurde.

 

Dr. Andrea Schürg, Schattauer Verlag, Zeitschriftenredaktion
November 2014

 

Im Schattauer Verlag erscheinen die veterinärmedizinischen Zeitschriften
Tierärztliche Praxis, Ausgabe Groß-/Nutztiere und Ausgabe Kleintiere/Heimtiere (www.tieraerztliche-praxis.de)
– Veterinary and Comparative Orthopaedics and Traumatology, VCOT (www.vcot-online.com)

Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Tierärztin und Geschäftsführerin der Job- und Karriereplattform VetStage. Ihr Hauptaugenmerk liegt in der Personalakquise im Namen von Kolleginnen und Kollegen. Diskretion und gegenseitige Wertschätzung sowie Respekt stehen hierbei als Werte ganz oben.

Als Autorin des Buches "Stress- und Zeitmanagement für Tierärzte" schreibt sie zudem für das VetStage Magazin Artikel zu Themen wie Selbstmanagement, Kommunikation, Führungsqualitäten und Teamführung.

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