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Headhunter, Personalrecruiter oder Personalvermittler – wer sind die eigentlich?

Headhunter, Personalrecruiter Oder Personalvermittler – Wer Sind Die Eigentlich?

„Kopfgeldjäger“, wie Headhunter gerne auch mal genannt werden. Man mag sie, oder man mag sie nicht. Man profitiert von ihnen als Arbeitnehmer durch neu geschaffene Perspektiven, oder man verliert durch sie Mitarbeiter, die man gerne gehalten hätte.

In der Marktwirtschaft „da draußen außerhalb der Tiermedizin“ sind sie vielseitig unterwegs, rufen potentielle Kandidaten direkt im Büro auf der Arbeit an oder werben Sie schon fast im Beisein ihres Chefs ab. Auch können manche Headhunter so penetrant werden, dass es mehrfach klarer Worte bedarf, um sie wieder loszuwerden. Nicht immer erscheint dieses Metier somit vertrauenswürdig oder gar professionell.
In der Tiermedizin jedoch muss „Headhunting“ zwangsläufig anders laufen. Warum? Schlicht, weil die tiermedizinische Branche zu klein ist, um sich „Fehltritte“ oder ein aggressives Abwerben zu erlauben. Tierärzte möchten vertrauen können. Sie benötigen Professionalität und Diskretion. Wer als Headhunter anders arbeiten möchte, oder „das schnelle Geschäft sucht“, ist in der Tierarztpraxis oder -klinik fehl am Platz.

Wie also läuft das Headhunting – oder etwas freundlicher formuliert: die Personalakquise – speziell für die tiermedizinische Branche?

 

Headhunter wissen mehr!

Ein Headhunter kennt unter Umständen (zukünftige) Jobangebote, die so gar nicht in Stellenanzeigen erscheinen. Headhunter wissen somit häufig mehr als der Arbeitssuchende. Abgesehen davon: Wieviel Zeit verbringt ein Arbeitssuchender täglich mit der Recherche von passenden Stellen? Die Kontaktaufnahme mit einem Headhunter ist häufig die zeitsparendere Alternative.
Zudem können Headhunter sehr viel gezielter Jobs anbieten als wenn man selbst sucht. Denn sie sind im direkten Kontakt mit den Arbeitgebern und wissen ganz genau, wie das Kandidatenprofil aussehen sollte, was möglich – oder auch unmöglich – ist.

Headhunter achten darauf, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenpassen. Natürlich entscheiden am Ende die persönlichen Gespräche und die Probezeit. Aber für beide Seiten ist es nicht nur ein erheblicher Mehrwert, sondern auch eine Zeitersparnis, wenn von vornherein die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass es wirklich passt.

Headhunter begleiten Vorgänge. Da sie bewusst „zwischen den Stühlen“ sitzen, sind Sie für Fragen sowohl Ansprechpartner für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Dabei arbeitet der Headhunter unter größter Diskretion. Was unter vier Augen besprochen wird, bleibt auch genau dort.

 

Idealerweise ist Headhunting eine win-win-win-Situation:

Win für den Arbeitgeber: Dieser gibt nicht nur die gesamte Kommunikation mit potentiellen Kandidaten ab, sondern kann sich auch sicher sein, dass tatsächlich vorgestellte Kandidaten bereits eine erste Einschätzung „genießen“ durften und somit auch ins gewünschte Profil passen. Das bedeutet insgesamt weniger Aufwand und mehr Zeit bei erfolgsversprechendem Ergebnis.

Win für den Arbeitnehmer: Dieser kommt an Positionen ran, die auf die individuellen Konditionen passen. Und sollte etwas nicht passen – dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in Zusammenarbeit mit dem Headhunter Lösungen geschaffen werden können.

Win für den Headhunter: Klar. Er erhält sein Honorar, ABER er hinterlässt darüber hinaus zufriedene Menschen, ist in Kontakt mit interessanten Persönlichkeiten und kann sein Netzwerk ausbauen.

 

Warum sich Headhunter möglicherweise NICHT melden:

Manchmal kommen Arbeitnehmer auf Headhunter zu mit der Bitte sie zu vermitteln. Das ist völlig legitim und auch wünschenswert. Nun können aber Fälle eintreten, in denen es nicht zu einer Vermittlung kommt. An was kann das liegen?

  1. Ihre Unterlagen sind unvollständig oder unprofessionell.
    Headhunter müssen Sie „verkaufen“. Reichen Sie Unterlagen ein, die in 12Punkt Times-New-Roman in einem Word-Doc „mal schnell“ zusammengeschrieben sind, ohne Layout oder Stil, dann macht dies keinen guten Eindruck. Der Headhunter hat dann zwei Möglichkeiten. Entweder er bittet Sie, die Unterlagen nochmals anzupassen – oder Sie rutschen durch.
    Gegenmaßnahme: Sehen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen als Visitenkarte Ihres Selbst. Arbeiten Sie professionell? Dann sollte man das auch auf den ersten Blick in Ihren Unterlagen wiedererkennen.
    Zu einer guten Bewerbung gehört im Übrigen auch immer ein Arbeitszeugnis. Und für Berufsanfänger: Auch Praktikumszeugnisse sind von Bedeutung! Also fangen Sie frühzeitig an zu „sammeln“.

 

  1. Unprofessionelles Auftreten
    Der zweite Punkt trifft nicht auf viele zu, aber er kann durchaus vorkommen: Lernt der Headhunter Sie persönlich kennen und Sie kommen mit ungewaschenen Haaren, verdreckten Jeans und hängenden Schultern zum ersten Gespräch, dann werden Sie eher nicht vermittelt werden. Auch hier gilt – alleine aus Respekt: Zu einem Gespräch mit seinem potentiellen Arbeitgeber oder auch dem Headhunter kommt man im sauberen und professionellen Auftreten, ohne gleich in einen Anzug springen zu müssen. Denn Gegenfrage: Wie fänden Sie es, wenn Ihr neuer Arbeitgeber ungepflegt vor Ihnen säße? Hätten Sie Lust, für so jemanden zu arbeiten?! 😉

 

  1. Ihr Lebenslauf zeigt einen häufigen Arbeitgeber-Wechsel
    Arbeitgeber in der Tiermedizin sind auf der Suche nach langfristigem Personal. Zum Vorteil von Arbeitnehmern. Denn hier winken nicht nur Teilhaberschaften, sondern auch Gehaltserhöhungen oder gute Weiterbildungsmöglichkeiten.
    In der Tiermedizin ist es durchaus verständlich, wenn Sie es bei dem ein oder anderen Arbeitgeber nicht länger als sechs Monate „aushalten“. Aber genau dieses „Aushalten“ zeugt auch von einer gewissen Zielstrebigkeit und einem Biss, der manchen Arbeitnehmern heutzutage verloren gegangen ist. Jemand, der im Gegensatz dazu, jeden Monat den Arbeitgeber wechselt, weil „die Konditionen nicht gepasst haben“ zeigt eher, dass die Bewerbungsgespräche nicht klar geführt wurden. Sie hinterlassen den Eindruck, die Arbeitgeber „auszuprobieren“. Und das kommt nicht gut an.

 

  1. Es gibt einfach aktuell keine passende Stelle
    Dies ist eigentlich der häufigste Fall. Auch wenn es derzeit zahllose Möglichkeiten gibt, auf dem tiermedizinischen Markt eine freie Stelle zu ergattern. Headhunter achten besonders darauf, dass der „Deckel“ wirklich auf den „Topf“ passt. Und das wiederum ist nicht so einfach. Ansprüche von Kandidaten und Arbeitgebern können stark auseinanderweichen und wie schon anfänglich erwähnt, sollte es das Ziel des Headhunters sein, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig und zufrieden miteinander arbeiten können. Und das bedarf manchmal dem genauen Hinsehen!

Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Diplombiologin, Tierärztin, Geschäftsführerin von VetStage, Coach, Referentin und Autorin. Sie lebt mit ihrer Familie bei Berlin.

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