skip to Main Content

Veti-Studenten im Ausland: Praktikum im Scone Equine Hospital in Scone, Australien

Veti-Studenten Im Ausland: Praktikum Im Scone Equine Hospital In Scone, Australien

Henny hat an der FU Berlin studiert und absolvierte im 9. Semester (2009) ein 3-wöchiges Praktikum im Scone Equine Hospital in Scone, NSW, Australien

Interviewer: Wie bist Du an das Praktikum gekommen bzw. wie bist Du darauf aufmerksam geworden?

Henny: Während meiner Schulzeit war ich als Austauschschülerin schon einmal in Australien und einer der Teilhaber der Klinik ist ein sehr guter Freund von meinem damaligen Gastvater. Den Tierarzt und seine Familie hatte ich auch damals schon persönlich kennengelernt. Somit war das eine Sache von „Vitamin B“ (ein Anruf von meinem Gastvater bei dem Tierarzt und der Kontakt zu der Sekretärin vor Ort war hergestellt, plus Zusage natürlich).

 

Interviewer: Wie lief die Bewerbung für die Praktikumsstelle ab?

Henny: Bewerben musste ich mich – zum Glück – nicht mehr (siehe „Vitamin B“ oben).

 

Interviewer: Warst Du während Deines Praktikums auf eine Unterkunft angewiesen und wie hast Du bzw. wie wurde diese organisiert?

Henny: Ich habe bei einer älteren Frau gewohnt, die ein großes Haus im selben Ort hatte, dort alleine wohnte und bis zu 4 Räume an Leute/Studenten/Praktikanten untervermietet hatte. Vermittelt wurde das Ganze durch die Klinik.

 

Interviewer: Wie lief das Praktikum im Groben ab?

Henny: Ich bin sowohl mit verschiedenen Tierärzten auf die Gestüte gefahren und habe bei den gynäkologischen Arbeiten/Untersuchungen zugeschaut, als auch bei den OPs. Assistieren durfte ich allerdings nicht, weil nicht die Zeit war mir zu erklären wie man sich vernünftig steril macht, sonst hätte ich wohl ein- oder zweimal helfen dürfen (bei den Not-OPs spät abends). An den Wochenenden war ich auf der Station eingeteilt, habe den Leuten dort Sachen angereicht und selten mal ein Pferd von A nach B geführt.

 

Interviewer: Hat das Praktikum Deine Erwartungen erfüllt?

Henny: Bedingt. Ich habe sehr viele Stunden gemacht (150 in 3 Wochen), gesehen was in der Pferdemedizin alles möglich ist, aber es war doch sehr enttäuschend, dass ich selber NICHTS Praktisches getan, sondern IMMER nur zugesehen habe. Die Pferde waren wohl auch einfach zu teuer für Studenten… Und drei Wochen sind auch einfach zu wenig Zeit, um sich richtig einzugewöhnen.

 

Interviewer: Würdest Du das Praktikum weiter empfehlen?

Henny: Nur bedingt. Zum Sehen was alles möglich ist in der Pferdemedizin auf jeden Fall, wenn man aber praktisch selbst was lernen will, sollte man nicht in einem so großen Betrieb, der mit so hochwertigen Tieren arbeitet, sein Praktikum machen, sondern eher in einer kleinen Fahrpraxis oder zumindest kleineren Klinik.

 

Interviewer:  Gab es auch Schwierigkeiten, Probleme oder besondere Dinge, die beachtet werden mussten?

Henny: Es gab keine direkten Probleme. Manchmal wusste man morgens nicht, bei wem man zum Mitfahren eingeteilt war und dementsprechend nicht wann „Abfahrt“ war. Und deshalb musste ich manchmal lange/länger warten. Die Station lag 2-3 Autominuten von dem eigentlichen Klinikgebäude entfernt. Wenn man Laufen musste, dann war das schon ganz schön weit…

 

Interviewer: Gab es eine Abschlussevaluierung des Praktikums und wie sah diese aus?

Henny: Nein, gab es nicht. Ich war in der Hochsaison da. Die Tierärzte hatten wahnsinnig viel zu tun und die Studenten „liefen nur so mit“.

 

Interviewer: Konntest Du das Praktikum für Dein Veterinärmedizinstudium anrechnen lassen?

Henny: Ja, habe es mir im praktischen Rotationsjahr problemlos als Teil meines Wahlpraktikums anrechnen lassen können.

 

Interviewer: Gab es eine Vergütung oder eine Aufwandsentschädigung?

Henny: Nein, nichts.

 

Interviewer:  Was hast Du insgesamt aus dem Praktikum mitgenommen?

Henny: Von dem Praktikum habe ich mitgenommen, dass man sich wohl leider entscheiden muss, ob man tolle, spannende Fälle und tierärztliches Arbeiten auf sehr hohem Niveau sehen will und dabei selber NICHTS machen darf  ODER man muss in eine wesentlich kleinere Einrichtung gehen, wo man schneller vertraut ist (aber auch dafür muss das Praktikum mindestens 6 Wochen gehen) und dann auch mal selbst was lernen und somit praktische Erfahrung im Praktikum sammeln will…leider!

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Link zur Praxis/ Klinik/ Unternehmen…:

http://www.sconeequinehospital.com.au/ (schaut euch das Video an, es ist sehr schön gemacht!)

 

Bildnachweis: Foto by Lupo / www.pixelio.de

Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Tierärztin und Geschäftsführerin der Job- und Karriereplattform VetStage. Ihr Hauptaugenmerk liegt in der Personalakquise im Namen von Kolleginnen und Kollegen. Diskretion und gegenseitige Wertschätzung sowie Respekt stehen hierbei als Werte ganz oben.

Als Autorin des Buches "Stress- und Zeitmanagement für Tierärzte" schreibt sie zudem für das VetStage Magazin Artikel zu Themen wie Selbstmanagement, Kommunikation, Führungsqualitäten und Teamführung.

Back To Top
Suche