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Sind alle Arbeitgeber in der Tiermedizin schlecht?! Nein!

Sind Alle Arbeitgeber In Der Tiermedizin Schlecht?! Nein!

Spricht man mit jungen Kolleginnen oder Kollegen so zeigt sich ein trauriges Bild: Viele möchten nach dem Studium nicht mehr in die praktische Tiermedizin gehen. Warum? Weil die Arbeitsbedingungen zu schlecht sind, die Bezahlung „unterirdisch“, das Ausbeuten noch immer hoch im Kurs.
Stimmt. Die Fälle, die man erlebt, sind teilweise katastrophal. Die Bezahlung unter Mindestlohn trotz 60 Stunden Woche. 24-Stunden-Dienste, wo inzwischen überall zu lesen ist, wie man Schichten arbeitnehmerfreundlich gestalten kann. Das Abstellen von Anfangsassistenten im Notdienst, damit die „Erfahrenen“ am Tag den Umsatz erwirtschaften können. Die sturköpfigen Chefs und Chefinnen, die es noch immer nicht einsehen, an ihrem Verhalten etwas zu ändern, denn „früher hat man halt auch so gearbeitet!“.

Aber!
Es geht auch anders! Sehr viele Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen haben umgedacht! Ihnen liegen die Gesundheit, die Freizeit und das Gehalt der Arbeitnehmer sehr wohl am Herzen. Natürlich wird noch immer gefordert, aber auch geFÖRDERT! Teamarbeit löst Einzelkämpfertum ab, Wünsche nach „Work-Life-Balance“ und „Kind-und-Familie“ werden berücksichtigt. Es gibt 13. Monatsgehälter und eine Umsatzbeteiligung…

Aber!
Dieser positive Trend geht scheinbar unter. Kann man irgendwo verstehen, denn es liegt in der Natur des Menschen, dass man eher über negative Dinge spricht – oder lästert – als über Positive. Aber schade. Wirklich schade, denn der Nachwuchsmangel betrifft die meisten derzeitigen Praxis- und Klinikinhaber. Viele Praxisinhaber finden keine Nachfolger und müssen schließen, Klinikinhaber verkaufen ihre Kliniken an Ketten, weil keiner mehr bereit ist, so eine große Verantwortung zu übernehmen. Andere Kliniken geben ihren Klinikstatus ab, weil sie nicht mehr genügend Mitarbeiter haben, um einen 24-Stunden-Dienst zu gewährleisten.
Sarkastisch könnte man sagen, ist ja auch gut so, es gibt eh zu viele Tierarztpraxen. Aber ist das so? Sind sie nicht nur an Orten gebündelt? Und wenn es so wäre, woher kommen dann all die Stellenanzeigen? Scheinbar ist der Bedarf ja da!

Also!
Man sollte als junger Tierarzt nicht aufgeben. Man sollte sich erkundigen, wo die guten Arbeitgeber sitzen. Man sollte den Traum, den man am Anfang des Tiermedizinstudiums hatte nicht gleich hinwerfen und sich eine andere Nische suchen, in der man vielleicht auch nicht glücklich wird. Natürlich findet man diese Arbeitgeber nicht unbedingt in München, Berlin oder Hannover City, aber mit etwas Flexibilität und Offenheit, sicherlich auch mit guten Kontakten oder etwas Geduld, kann man durchaus die Arbeitgeber finden, die zu einem passen. – Und damit auch die Stelle, mit der man langfristig glücklich wird!

 

Und für alle Arbeitgeber, die jetzt der Meinung sind, sie hätten die richtigen Infos noch nicht gefunden: Schauen Sie doch einfach mal in die folgenden Artikel rein:
Wie Sie als Arbeitgeber das Beste aus Ihren Mitarbeitern holen
Warum viele Arbeitgeber noch managen statt zu führen
Wiedereinsteiger erfolgreich integrieren
Arbeitszeitmodelle – Eine Übersicht

Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Tierärztin und Geschäftsführerin der Job- und Karriereplattform VetStage. Ihr Hauptaugenmerk liegt in der Personalakquise im Namen von Kolleginnen und Kollegen. Diskretion und gegenseitige Wertschätzung sowie Respekt stehen hierbei als Werte ganz oben.

Als Autorin des Buches "Stress- und Zeitmanagement für Tierärzte" schreibt sie zudem für das VetStage Magazin Artikel zu Themen wie Selbstmanagement, Kommunikation, Führungsqualitäten und Teamführung.

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