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Tierärzte im Beruf: Tierärztin und Autorin

 

 

 

Foto: Stefan Gelberg

 

Lisa Keil hat ihren Traumberuf gefunden: Seit 2005 ist sie mit Herzblut als praktische Tierärztin für Groß- und Kleintiere tätig. Im Herbst 2016 entdeckte sie eine weitere Leidenschaft für sich: Das Schreiben. In jeder freien Minute widmete sie sich ihrem neuen Hobby – denn viel mehr als ein persönlicher Ausgleich sollte das Schreiben zu diesem Zeitpunkt gar nicht sein. Inzwischen hat die Tierärztin ihren Liebesroman „Bleib doch, wo ich bin“ im Fischerverlag veröffentlicht.

Im Interview mit VetStage berichtet Lisa Keil vom Werdegang ihres Romans und verrät, wie viel von ihr selbst zwischen den Zeilen versteckt ist.

 

Was als Hobby begann…

Das Schreiben war für Lisa Keil eine neue Möglichkeit außerhalb von Familie und Beruf etwas für sich selbst zu tun. „Als ich damit anfing, habe ich plötzlich gemerkt: Das ist etwas, wonach ich immer gesucht habe, ohne es zu wissen. Es schließt eine Lücke, wo mir etwas gefehlt hat“, berichtet Lisa Keil.

Die entstehende Geschichte rund um Kaya und Lasse schrieb sie zunächst als Geschenk für ihre Freundinnen. Auf einem Schreibseminar wurde die frisch gebackene Autorin allerdings dazu ermutigt, dass aus ihrem Manuskript noch viel mehr werden könnte.

 

Foto: Stefanie Lategahn

… wurde ein wahrer Erfolg

Zunächst wehrte sich die Tierärztin gegen diesen Gedanken, schließlich sollte ihr Hobby frei von Druck und Erwartungen bleiben.

Letztendlich entschied sie sich dennoch, ihr Manuskript bei einer Literatur-Agentur einzureichen – mit Erfolg! „Die Agentin war schockverliebt“, erzählt Lisa Keil.

Gemeinsam mit der Agentin wurde das Manuskript aufgearbeitet und danach auf einer Buchmesse bei Verlagen präsentiert. Nie hatte die Tierärztin erwartet, dass ihr Liebesroman im Fischerverlag als Spitzentitel veröffentlicht würde. Inzwischen ist sogar eine Fortsetzung des Romans geplant, in der ein Landtierarzt die Hauptrolle spielen wird.

 

Einflüsse aus Beruf und Familie

„Bleib doch, wo ich bin“ sei keine Autobiografie, betont Lisa Keil. Dennoch gibt es Parallelen zwischen ihr und der Protagonistin Kaya, insbesondere die Frohnatur, die beide ausstrahlen. Außerdem verarbeitet sie in ihrem Roman die Erfahrungen als Tierärztin und gebürtiges Stadtkind auf dem Land: „Aus dem Tierarzt- und Familienleben strömen jeden Tag so viele Geschichten ein, dass ich einen riesigen Fundus habe, aus dem ich schöpfen kann“.

Besonders die Nebenfigur des hingebungsvollen Landtierarztes Rob dient ihr als Sprachrohr, um den tierärztlichen Berufsalltag mit allen Höhen und Tiefen darzustellen. In einem Kapitel aus Robs Perspektive beschreibt Lisa Keil die Herausforderungen, die Tierärzte zu meistern haben, wie etwa Not- und Nachtdienste, traurige Schicksale oder unerfreuliche Anwaltspost – und warum die meisten sich dennoch immer wieder FÜR den Job entscheiden würden.


Es kommt ziemlich häufig vor, dass ich meinen Job als Tierarzt verfluche. (…) Aber diese Fluchmomente vergehen, bevor ich beim Arbeitsamt anrufen kann. Die Kuh, die nicht mehr aufstehen konnte, wird durch die Calciuminfusion geheilt, und auf der Rückfahrt taucht der Sonnenaufgang die Landschaft in so wunderbares Licht, dass ich alle bedauere, die diesen Anblick verschlafen
.

Lisa Keil, „Bleib doch, wo ich bin“

Erstaunen und Zuspruch von Familie und Kollegen

Um weiterhin alle Aufgaben unter einen Hut zu bekommen, ist für Lisa Keil Rückhalt aus der Familie besonders wichtig. Sie ist dankbar dafür, dass ihr Mann sie in allen Tätigkeiten unterstützt und motiviert.

Auch aus der Kollegenschaft erhält die Tierärztin viel Zuspruch für ihre Tätigkeit als Autorin. Einige Kollegen sind erstaunt, mit welcher Leichtigkeit ihr der Spagat zwischen zwei verschiedenen Berufen und dem Familienleben gelingt. „Für mich selbst fühlt es sich gar nicht so erstaunlich an“, gesteht die Tierärztin. Aus der einen Tätigkeit schöpfe sie immer wieder Kraft für die nächste.

Foto: Stefanie Lategahn

Mit Lesern in Kontakt treten

Ein Aspekt, den Lisa Keil sowohl im tierärztlichen Beruf als auch als Autorin schätzt, ist der Umgang mit verschiedenen Menschen. Sie hat Spaß an der Kommunikation in der Tierarztpraxis und an Beratungsgesprächen. Gleichermaßen spielt beim Schreiben die Empathie in der Kommunikation eine essentielle Rolle: „Auch hier ist es wichtig, Spaß daran zu haben, die Geschichte nach außen zu tragen und mit Leuten zu teilen.“

Aufstrebenden Autoren und Autorinnen rät Lisa Keil, in erster Linie für sich selbst zu schreiben und nicht für eine Veröffentlichung. Es sei hilfreich, sich feste Zeiten für das Schreiben einzuplanen.  „Diese Zeiten sind heilig“, erklärt die Autorin. Man dürfe sie nicht absagen oder müsse sie nachholen, wenn etwas dazwischenkommt. So behielte man trotz aller Freiheit etwas Struktur.

 

Von der Tierärztin zur Vollzeit-Autorin?

Der Debütroman von Lisa Keil war so erfolgreich, dass inzwischen sogar eine Fortsetzung in den Startlöchern steht. Es sei jedoch keine Option für sie, den Tierarztjob für die Autorentätigkeit an den Nagel zu hängen. „Ich wollte schon immer Tierärztin werden. Es war immer mein Traumjob – und ist es noch!“, erklärt sie im Interview. Außerdem wolle sie sich das Schreiben als Ausgleich ohne Existenzdruck bewahren.

Lisa Keil bereut es nicht, nicht früher mit dem Schreiben angefangen zu haben. „Mein Schreiben ist von vielem geprägt, was ich erlebt habe und von allem, was vorher gewesen ist“, sagt sie. Sie ist zufrieden mit ihrem bisherigen Weg – und sie würde ihn wieder gehen!

Foto: Stefanie Lategahn

Lisa Keil hat ihre Passion gefunden – sie brennt für den tierärztlichen Beruf und das Schreiben. VetStage bedankt sich ganz herzlich bei ihr für das Interview und wünscht für die Veröffentlichung der Romanfortsetzung alles Gute.

 

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Lisa Rogoll

Mein großes Interesse an Tieren begleitet mich schon seit Kindestagen. Der Wunsch Tierärztin zu werden erst seit einigen Jahren.
In verschiedenen Praktika im Kleintier- und Großtierbereich erlebte ich das erste Mal ein Berufsbild, das ich mir für mein restliches Leben vorstellen konnte: mein Wunsch Tierärztin zu werden manifestierte sich. Nach meinem Abitur begann ich 2015 das Studium in Berlin und erlebe seither die alltäglichen Veti-Sorgen. Nach wie vor fasziniert mich die Vielseitigkeit des Studiums und des späteren Berufslebens, sodass ich mir keinen „Plan B“ vorstellen kann.

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