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Tierärzte im Beruf – Tierarzt für Gartenteiche und Zierfische

Tierärzte Im Beruf – Tierarzt Für Gartenteiche Und Zierfische

Tierarzt und Zierfischexperte Jan Wolter ist seit 1998 mit eigener Niederlassung der Ansprechpartner Nummer eins im Berliner Raum bezüglich der Haltung von Zier- und Gartenteichfischen. Neben der Betreuung von Beständen in privater Haltung kümmert  er sich ebenfalls um Fische in Einzel- und Großhandel bzw. Aquarien.

 

Herr Wolter, aus welchem Grund haben Sie sich entschieden, in die Fischtiermedizin einzusteigen?

Herr Wolter: Seit meiner Kindheit bin ich Aquarianer. Die meisten Arten habe ich selbst einmal gehalten oder gezüchtet. Während des Studiums wollte ich dennoch in die Großtier- bzw. Rinderpraxis. Als dann mein Abschluss zeitlich mit der Auflösung der LPGs zusammenfiel und viele Rindertierärzte arbeitslos wurden, entschied ich mich aber auf Anraten von Kollegen und Kommilitonen Fischtierarzt zu werden. Jetzt mache ich hauptsächlich Bestandsbetreuung, Aquarien, Gartenteiche und Kois im Sommer. Ich decke also alle Sparten ab.

 

Welche Einstellungsvoraussetzungen gelten für Ihre Berufssparte?

Herr Wolter: Keine besondere, bis auf natürlich die Approbation.

 

Waren Zusatzqualifikationen für diese Tätigkeitsfeld notwendig?

Herr Wolter: Nein. Nicht im offiziellen Sinne. Alle Zusatzqualifikationen, die man mitbringen sollte sind eher theoretischer bzw. praktischer Natur. Man muss die Arten, die Haltungsbedingungen und die natürlichen Lebensräume sehr gut kennen. Man muss insgesamt über einen großen Wissensschatz verfügen, der sich nicht in einem halben Jahr erlernen lässt. Daher wäre es sinnvoll, sich möglichst früh in Praktika zu spezialisieren oder erst einmal in die Forschung zu gehen, z.B. Gewässerökologie oder Binnenfischerei.

 

Welche besonderen persönlichen Eigenschaften muss man für dieses Tätigkeitsfeld mitbringen?

Herr Wolter: Ein Teil wurde ja schon oben erwähnt. Ansonsten technisches Verständnis, sensible Wahrnehmung, gute Kommunikationsfähigkeit, Artenkenntnis, Herzblut fürs Thema, Interesse an Naturwissenschaften (Biochemie), Ökologie, Umweltschutz. Auch physisches Vermögen darf nicht unterschätzt werden (gute Augen, nicht nur für die Mikroskopie, gutes Farbsehen, 30kg Untersuchungsmaterial tragen können, Geduld, Ruhe und Zeit, die man sich für Patienten nehmen muss). Zudem sollte man lernfähig sein, denn dieses Thema unterliegt einem ständigen und stetigen Wandel.

 

Was umfasst Ihr Tätigkeitsfeld?

Herr Wolter: Von Managementberatung über Wasseranalysen bis zu Krankheitsbestimmungen und Behandlungen beim Einzeltier. Der Umfang an Aufgaben ist sehr weit gefächert.

 

Würden Sie Ihr Betätigungsfeld so wieder wählen, wenn Sie nochmals von „vorne beginnen“ könnten?

Herr Wolter: Ohne Herzblut ist dieser Job nicht machbar. Daher ja, natürlich. Die anfallenden Arbeiten sind extrem vielfältig und eine Routine gibt es kaum, was die Arbeit immer interessant macht. Man muss stets auf dem neuesten Stand der Technik und Wissenschaft sein. Das einzige, was besser sein könnte ist unterm Strich der Verdienst, denn reich wird man mit den Zierfischen nicht, da die Betreuung sehr zeitaufwendig ist.

 

 

Wir danken Herrn Wolter für das Interview.  Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte sich an die Hochschulen Hannover und München wenden, im Internet ist hierzu leider nicht viel Information zu finden.

Bildnachweis: Foto by Ulla Trampert / www.pixelio.de

Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Tierärztin und Geschäftsführerin der Job- und Karriereplattform VetStage. Ihr Hauptaugenmerk liegt in der Personalakquise im Namen von Kolleginnen und Kollegen. Diskretion und gegenseitige Wertschätzung sowie Respekt stehen hierbei als Werte ganz oben.

Als Autorin des Buches "Stress- und Zeitmanagement für Tierärzte" schreibt sie zudem für das VetStage Magazin Artikel zu Themen wie Selbstmanagement, Kommunikation, Führungsqualitäten und Teamführung.

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