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Was bin ich als Tierarzt wert? – Eine Frage ohne Antwort?!

Was Bin Ich Als Tierarzt Wert? – Eine Frage Ohne Antwort?!

Wir sollten uns einmal bewusst machen, wer wir sind. 5,5 Jahre hartes Studium, ein akademischer Grad, ggf. sogar ein Doktortitel. Wenn Tierärzte anfangen zu arbeiten, sind andere Berufsgruppen bereits „mitten im Job“. Und dann auch noch 800.-€ im Monat für Vollzeit?! Ja, man hört es ständig… – Und es ist eigentlich unvorstellbar.

 

Aber was sind wir als Tierarzt wert? Wie soll ein Absolvent der Veterinärmedizin, der nicht weiß, was andere verdienen, argumentieren, wenn er von seinem neuen Arbeitgeber hört, dass die bpt-Vorgaben für ihn zu hoch sind?

Einen interessanten Blog, jedoch für Freiberufler, hat das Wirtschaftsmagazin „brand eins“ herausgebracht (Link s.u.). Hier beschäftigt man sich mit der Frage, wie sich ein Preis für „kluge Gedanken“ bemisst. Natürlich ist dieser Blog nicht 1:1 auf die Tiermedizin übertragbar, aber er hat viele Ansätze, die in jedem Fall eine nähere Darstellung lohnenswert machen.

 

Die Grundrechnung:

Eigentlich ist es „ganz einfach“. Man muss das Pferd von hinten aufzäumen und sich als Erstes fragen, wie man eigentlich leben möchte. Was gibt man im Monat für was aus: Lebenshaltungskosten, Miete, Auto, Urlaub und ein paar Klamotten sollten auch noch drinnen sein. Was muss ich verdienen, um im Monat liquide zu bleiben? Dazu kommt ein Aufschlag von 10% als Puffer, denn mit finanziellen „Überraschungen“ sollte man immer rechnen.

So kalkuliert man also sein persönliches Gehalt. Was aber, wenn dieser zu hoch ist?
Hier kommt das „Worst-case-Szenario“: Was ist die absolute Untergrenze, mit der ich zurechtkomme und was ist mit mir selbst noch vereinbar?! Unter dieser Grenze sollte man keinen Job annehmen!

 

Die Marktanalyse:

Man kann sich am Markt orientieren, muss man aber nicht. Dennoch ist es sinnvoll zu wissen, wo man was verdienen kann. In Berlin als Kleintierpraktiker verdient man in der Regel um Einiges weniger als ein Großtierpraktiker in Norddeutschland. Auch München zahlt andere Preise für einen angestellten Tierarzt als der Ruhrpott. Wie aber an diese Infos kommen? Da helfen nur Kontakte, soziale Netzwerke oder die Anfrage bei Verbänden.

 

Was kann ich bieten:

Wissen, Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen, Titel. Man muss sich bewusst machen, was man dem Arbeitgeber bieten kann und dahingehend, was man will. „Wissen ist Macht“. Mein Wissen ist daher auch was wert!  – Eine Gehaltsverhandlung sollte anschließend somit auch nicht in einem Feilbieten enden, sondern man sollte klar sagen, was man möchte und dabei bleiben.

 

Fazit:

Eindeutige Antworten auf die Frage, was man selbst Wert ist, gibt es nicht. Aber seine Unsicherheit kann man mit den oben erwähnten Ansätzen in jedem Falle vermindern. Denn nur so erhält man eine Grundlage für Verhandlungen, mit der man selbstbewusster auftreten kann.

Im Übrigen gelten diese Hinweise nicht nur für angestellte Tierärzte. Auch Selbstständige sollten sich über diese Punkte intensiv Gedanken machen! Denn nur so kann man standhaft seine Preispolitik vor einem Patientenbesitzer rechtfertigen!

 

Link zum Blog: http://www.brandeins.de/archiv/2014/geld/was-wissen-wert-ist.html

 

Ein Artikel von Lisa Leiner, Geschäftsfüherin VetStage

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Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Tierärztin und Geschäftsführerin der Job- und Karriereplattform VetStage. Als Autorin des Buches "Stress- und Zeitmanagement für Tierärzte" schreibt sie regelmäßig auch für das VetStage Magazin Artikel zu den Themen Selbstmanagement, Kommunikation, Führungsqualitäten und Teamführung.

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