Akupunktur ergänzt die klassische Veterinärmedizin um einen Ansatz, der auf funktionellen Zusammenhängen im Körper basiert. In der tierärztlichen Praxis spielt sie vor allem bei chronischen Schmerzen, Muskelverspannungen, neurologischen Störungen und stressbedingten Beschwerden eine Rolle. Typische Situationen umfassen Hunde mit Spondylosen, Pferde mit Spannung in der Rückenmuskulatur, Katzen mit Arthroseschmerzen oder Patienten nach Operationen, die von einer verbesserten Durchblutung profitieren. Die Arbeit beginnt mit einer genauen klinischen Untersuchung, gefolgt von der Auswahl geeigneter Akupunkturpunkte, die das Nervensystem, die Muskulatur oder viszerale Funktionen beeinflussen können. Viele Tiere zeigen bereits nach wenigen Behandlungen Veränderungen im Bewegungsmuster, in der Schmerzreaktion oder im Verhalten. Auch die Kombination mit Physiotherapie, manuellen Techniken oder medikamentöser Therapie ist häufig sinnvoll und kann den Behandlungserfolg verstärken. Akupunktur bietet so eine schonende Möglichkeit, Beschwerden zu lindern, Funktionen zu stabilisieren und Heilungsprozesse zu unterstützen.