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Bewerbungen – und wie ich als Arbeitgeber damit umgehe

Bewerbungen – Und Wie Ich Als Arbeitgeber Damit Umgehe

„Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich…“ – ich erlebe es immer wieder. Arbeitnehmer, die sich bei mir melden, weil sie seit Wochen keine Rückmeldung nach der Versendung ihrer Bewerbungen erhalten haben und unsicher sind, was sie nun tun sollen. Beschwerden in Foren, in denen sich Arbeitnehmer darüber austauschen, dass Arbeitgeber es noch nicht mal für nötig halten, ihnen eine Absage zu erteilen….

 

Es ist ein Thema, bei dem viele Arbeitgeber tatsächlich etwas überfordert sind – vor allem diejenigen, die niemanden haben, der sich explizit um Personalangelegenheiten kümmert oder kümmern könnte. Und: Es ist ein Teufelskreis. Der Arbeitgeber benötigt dringend einen neuen Mitarbeiter / eine neue Mitarbeiterin, weil es so viel zu tun gibt. Jedoch kommt er durch die viele Arbeit nicht dazu, sich intensiv mit Bewerbungen auseinanderzusetzen, geschweige denn, die Bewerber und Bewerberinnen einmal zeitnah anzurufen und sie wenigstens über den Stand der Dinge zu informieren.

 

Also, was tun? Welche Tipps könnte man hier beachten?

Zum Einen: Prioritäten setzen! Es hilft keiner Praxis oder Klinik, wenn sie die Durchsicht von Bewerbungsunterlagen auf die lange Bank schiebt. Damit wird die Arbeit nicht weniger. Wenn Bewerbungen eingehen, dann sollte man sich wenigstens 15min Zeit nehmen (ja, wirklich NEHMEN!), die Unterlagen innerhalb von 1-2 Tagen zu sichten, ggf. abzuwägen, ob der oder die Bewerber oder Bewerberin in Betracht kommt und dies in einer kenntlichen Form festhalten.

Zum Zweiten: Rückmelden! Nichts ist unfairer, als sich nicht bei den jeweiligen Kandidaten zu melden. Es ist jedem verständlich, wenn man mal keine Zeit hat. Aber das Mindeste ist, sich zeitnah für die Bewerbung zu bedanken und einen Zeitrahmen anzugeben, bis wann man Rückmeldung geben kann. Dies am besten telefonisch, denn das geht am Schnellsten und jeder hat zur Not eine Mailbox.

Zum Dritten: Kontakt halten. Sollte es tatsächlich so sein, dass man etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen muss, um eine Entscheidung zu treffen, halten Sie die Kandidaten auf dem Laufenden. Aber auch hier sollte eine Entscheidung 3-4 Wochen nicht übersteigen. Wer über drei Monate auf eine Antwort warten darf, hat meist die Nase voll oder bereits einen anderen Job.

Und wenn alles nix hilft: Engagieren Sie jemanden, der sich wenigstens kurzzeitig um Ihre Personalangelegenheiten kümmert. Ob das einer Ihrer Mitarbeiter ist, eine TFA oder jemand Externes. Auch wir von VetStage bieten eine Stellenverwaltung an, um genau bei diesem Problem zu unterstützen.

 

Fazit für Arbeitgeber:
Wer Bewerbungen vernachlässigt und Kandidaten ewig warten lässt, verspielt sich selbst gute Chancen auf engagierte und motivierte neue Kollegen und Kolleginnen. Und das ist einfach super schade!

 

Und was kann auf Arbeitnehmerseite getan werden?
Jeder Bewerber / jede Bewerberin hat das Recht, sich nach ca. einer Woche nach seinen Unterlagen zu erkundigen. Dies kann in sehr höflicher Form geschehen, ohne dass man jemandem auf die Füße treten muss. „Sind meine Unterlagen angekommen?“ / „Haben Sie noch Fragen, oder kann ich Ihnen noch weitere Infos zukommen lassen?“ – Es muss nicht immer einseitig sein verbunden mit ewigem Warten und Ärger. 😉
Und häufig hilft man so dem zukünftigen Arbeitgeber. Denn nicht selten entsteht durch solch ein Gespräch gleich eine Einladung zum persönlichen Kennenlernen.

Also: why not just try?!

 

 

 

 

Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Tierärztin und Geschäftsführerin der Job- und Karriereplattform VetStage. Ihr Hauptaugenmerk liegt in der Personalakquise im Namen von Kolleginnen und Kollegen. Diskretion und gegenseitige Wertschätzung sowie Respekt stehen hierbei als Werte ganz oben.

Als Autorin des Buches "Stress- und Zeitmanagement für Tierärzte" schreibt sie zudem für das VetStage Magazin Artikel zu Themen wie Selbstmanagement, Kommunikation, Führungsqualitäten und Teamführung.

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