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9 unangenehme Aufgaben, vor denen es mir in der Tiermedizin graut.

9 Unangenehme Aufgaben, Vor Denen Es Mir In Der Tiermedizin Graut.

Eine amerikanische Tierärztin berichtet in ihrem Blog von den „Dirty Jobs“ in ihrem Berufsalltag – wir haben den Artikel ins Deutsche teil-übersetzt:

 

Als Tierärztin, die mit vielen Studenten zusammenarbeitet, die Tierärzte werden wollen, komme ich oft in den Genuss der Sichtweise eines Studienanfängers. Für die meisten nimmt Euthanasie den höchsten Rang unter den Eingriffen ein, von denen erwartet wird, dass man sich am schwierigsten daran gewöhnen kann.

Die Wahrheit jedoch ist, dass ich mich niemals daran gewöhnt habe, eine Euthanasie durchzuführen. Aber es graut mir auch nicht davor. Im Grunde genommen mache ich etwas, das ich als einen notwendigen und wertvollen Eingriff ansehe. Aber Krallen Schneiden? Nicht so sehr.

 

 

Das Eklige und Grauenhafte

So sehr unser Beruf als Tierarzt unterhaltsam und bereichernd sein kann, gibt es dennoch viele gängige Eingriffe, die wir Tierärzte verabscheuen. Hier für euch eine kleine Zusammenstellung der unangenehmen Aufgaben, die ich am wenigsten mag.

 

  1. Krallen schneiden. Tiere hassen es (v.a. Hunde). Und die Besitzer sollten eigentlich lernen, wie man es zu Hause macht. Wie kommt es also, dass ich mich mit dieser banalen und stressigen Aufgabe herumärgern und Krallen schneiden muss, die die Besitzer schon seit Monaten nicht mehr angefasst haben? Ich meine, wenn es eh nur ungefähr ein Mal im Jahr gemacht wird, ist es ja nicht so, dass ich dabei irgendwie von Hilfe sein kann.

 

  1. Analdrüsen entleeren. Ich weiss, dass das keine Überraschung ist, aber es ist nun mal so, dass nur wenige von uns Analdrüsen gerne entleeren. Es stinkt und ist schmutzig und einfach nur eklig.

 

  1. Über das Gewicht sprechen. Schlimmer noch als Analdrüsen zu entleeren, ist die Diskussion über das Gewicht, die allgemein viel zu oft in meiner Praxis geführt werden muss. Es ist einfach unangenehm. Und manchmal treibt es einen in den Wahnsinn (z.B. wenn die Besitzer bestreiten, dass ihre Tiere fett sind oder wenn sie sich vehement weigern, ihre Gewohnheiten zu ändern). Glaubt es mir. Ihr würdet es auch hassen.

 

  1. Rektale Untersuchungen. Ich hatte einen Professor, der zu scherzen pflegte: „Es gibt nur zwei Gründe, warum man keine rektale Untersuchung durchführen sollte: kein Rektum und keine Finger.“ Aber er hätte keine Witze darüber machen müssen, wenn dieser einfache Eingriffe nicht allgemein so abscheulich wäre. Warum? Weil Tiere es auch nicht ausstehen können. Und niemand will seine Patienten – zusammen mit ihren Besitzern – unglücklich machen.

 

  1. Zecken entfernen. Zecken sind eklig. Ob sie klein sind und herumkrabbeln oder voll und festgesaugt, niemand mag Zecken.

 

  1. Operation einer Pyometra. Eiter geht mir normalerweise nicht an die Nieren. Selbst das ekligste, übelriechendste (ja, es gibt Unterschiede). Aber das Wissen darüber, dass der Uterus, den man gerade entfernt, voller Eiter ist (ein Zustand, der Pyometra genannt wird), macht dieses versteckte Eiter ganz besonders abscheulich und eklig.

 

  1. Teile von Maden. Ich kann fast alles Eklige ertragen, mit dem man mich konfrontieren will, aber Maden geben mir immernoch eine Atempause. Wunden voller Fliegenlarven sind für mich der erniedrigendste Anblick (und Geruch) in der tierärztlichen Praxis. Könnt ihr es mir verübeln?

 

  1. Kastration übergewichtiger Hunde. Aus welchem Grund auch immer denken viele Besitzer, dass eine Kastration ein einfacher Eingriff ist. Die Wahrheit jedoch ist, dass dies nicht der Fall ist. Nur weil die meisten von uns genügend Kastrationen durchgeführt haben, um unsere Wände mit Kastrations-Zertifikaten zu tapezieren, heißt das noch lange nicht, dass es eine Fertigkeit ist, die wir mit Leichtigkeit und Eifer erlernt haben. Ganz im Gegenteil. Und die Fetter-Hund-Variente ist noch schwieriger, komplizierter und anfälliger für Komplikationen. Ich kenne keinen einzigen Tierarzt, der diese gerne macht.

 

  1. So sehr wie ich die Kastration übergewichtiger Hündinnen hasse, gibt es noch eine Sache, die ich sogar noch mehr hasse: Rückrufe. SMS, Emails, persönliche Gespräche – all dies ist mir lieber als Telefonieren. Fragt mich nicht warum.

 

Die gute Neuigkeit ist, dass, wenn all dies das Schlimmste ist, was die Tiermedizin mir zu bieten hat, ich bei meiner Berufswahl eine ziemlich gute Entscheidung getroffen habe. Oder was meint ihr?

Geschrieben von Dr. Patty Khuly.

 

Englische und komplette Version zu finden unter: www.vetstreet.com/our-pet-experts/nine-dirty-jobs-i-dread-in-vet-medicine

 

Und warum wir dennoch unseren Job lieben, dass erfahren Sie HIER.

 

Über die Autorin:
Tonia Olson hat 2005 ihr Veterinärmedizin-Studium in München abgeschlossen. Bei ihrem anschließenden mehrjährigen Aufenthalt in Skandinavien war sie u.a. in einer städtischen Gemischtpraxis tätig. Nach der Elternzeit arbeitet sie nun in einer Kleintierpraxis in der Nähe von München. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder, eine Katze und einen Hund.

Gast

Hierbei handelt es sich um einen Gastartikel. Informationen über den jeweiligen Autor / die jeweilige Autorin entnehmen Sie bitte dem Text.

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