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Veti-Studenten im Ausland: Praktikum in einem Zoo in Taiwan

Veti-Studenten Im Ausland: Praktikum In Einem Zoo In Taiwan

Eva hat an der TiHo Hannover studiert und ihre externen Praktika mit dem Schwerpunkt Zoo- und Wildtiermedizin hauptsächlich im Ausland absolviert. Unter anderem war sie in Taiwan und hat dort einen Teil des großen Praktikums verbracht.

Interviewer: Eva, wie bist Du an Dein Praktikum in Taiwan gekommen bzw. wie bist Du darauf aufmerksam geworden?
Eva: Zoopraktika im tierärztlichen Bereich sind schwer zu bekommen. Auf den Internetseiten der Zoos findet man oft nur Infos zum Zoo und den Tieren selbst, aber nicht zur tierärztlichen Arbeit oder der entsprechenden Anlaufstelle. Emails an die Zoodirektion sind bei mir oft ins Leere gelaufen, obwohl ich nahezu fast alle Zoos auf der Welt angeschrieben habe, die eine Kontaktadresse hatten (http://www.zoos-worldwide.de). Taipeh Zoo hat eine recht große tierärztliche Abteilung mit einem eigenen Verantwortlichen für Praktika im Zoo und Anfragen werden entsprechend schnell und zuverlässig beantwortet.

 

Der Bewerbungsprozess

Interviewer: Wie lief die Bewerbung für die Praktikumsstelle ab?
Eva: Ich habe eine formlose Email geschickt und erhielt relativ zügig eine positive Antwort, dass Praktika möglich seien und ich den gewünschten Zeitraum nennen soll. Ich habe über die gesamte Zeit mit nur einer Tierärztin geschrieben, was sehr angenehm war, da der Informationsfluss schnell und unkompliziert war. Der gewünschte Zeitraum war frei und ich erhielt die Zusage.
Da ich einen Fahrtkostenzuschuss beim DAAD beantragt hatte, habe ich im Voraus noch viele Informationen, Bestätigungen und Unterlagen vom Zoo gebraucht- auch diese Kommunikation war unkompliziert und schnell.

Interviewer: Warst Du während Deines Praktikums auf eine Unterkunft angewiesen und wie hast Du bzw. wie wurde diese organisiert?
Eva: Ich sollte die ersten paar Nächte nach meiner Ankunft organisieren, danach „würde sich etwas finden“. Es hat sich dann in den ersten Tagen meines Praktikums schnell einer der ehrenamtlichen Zoohelfer bereit erklärt mich bei seiner Familie aufzunehmen. Ich würde jederzeit wieder pokern und auf die taiwanesische Gastfreundschaft setzen, abgesehen davon hat sich die Unterkunftssuche im Vornherein sehr schwierig gestaltet (Sprachbarriere, fehlende Anlaufstellen für Studenten, die für ein Praktika und nicht zum Studieren ins Land kommen). Für die Zeit im Inland wurde eine Unterkunft für Gastdozenten/ – studenten gestellt.

 

Der Ablauf des Praktikums

Interviewer: Wie lief das Praktikum im Groben ab?
Eva: 6 Wochen war ich im Zoo direkt und habe dort alle Aufgaben eines Zootierarztes kennengelernt. Durch einen eigenen OP im tierärztlichen Bereich, eine Sektionshalle und ein großes Labor konnte man wirklich breitgefächert lernen. Der Alltag hat sich wie bei den meisten Zootierärzten aus „Zoorunden“ (Behandlung der Tiere im Gehege), OP´s und in Taipeh auch aus Lehre zusammengesetzt. Als Bonus gab es einen eigenen Übungsstand für die Teleinjektion (Distanzimmobilisation), an dem ich fit gemacht wurde. Außerdem wurde ich für 4 Wochen zu einem Partnerinstitut ins Inland geschickt (Endemic Species Research Institute), da es dort eine Erste- Hilfe Station für verletzte Wildtiere gab, in der man noch viel mehr selber machen konnte. Hauptsächlich habe ich dort die Erst- und stationäre Versorgung von verletzten Wildvögeln, Reptilien und Kleinsäugern erlernt sowie Auswilderungsmanagement. Weil das Team dort jung und sehr vielseitig orientiert war, war ich in dieser Zeit auch auf sehr vielen Kongressen und Taiwan1a_privatESWorkshops im ganzen Land und konnte Kontakte mit anderen Zootierärzten knüpfen.

Interviewer: Hat das Praktikum Deine Erwartungen erfüllt?
Eva: Auf jeden Fall!

Interviewer: Würdest Du das Praktikum weiter empfehlen?
Eva: Uneingeschränkt ja.

 

Darauf sollte man achten!

Interviewer: Gab es auch Schwierigkeiten, Probleme oder besondere Dinge, die beachtet werden mussten?
Eva: Die Sprachbarriere…man sollte vorher sehr gut die ersten Tage planen (Weg vom Flughafen zum Hotel, Unterkünfte, Weg zur Praktikumsstelle etc.), sonst ist man ziemlich verloren. Außerdem muss man sich darauf einstellen, dass auch bei den Tierärzten nicht jeder Englisch spricht. Auch bei den Teamsitzungen/ Fallbesprechungen wurde bei mir deshalb nie auf Englisch diskutiert. Wenn man es weiß kann man sich in dieser Zeit anderweitig beschäftigen und dann später seinen Betreuer um eine Zusammenfassung bitten. Und das Essen ist sehr anders- man sollte offen für Neues sein 😉

Interviewer: Gab es eine Abschlussevaluierung des Praktikums und wie sah diese aus?
Eva: Ich habe eine schriftliche Evaluierung auf Englisch von der für mich zuständigen Tierärztin bekommen, die sehr nett und positiv ausgefallen ist.

Interviewer: Konntest Du das Praktikum für Dein Veterinärmedizinstudium anrechnen lassen?
Eva: Ja. Ich musste das vorher beim Akademischen Auslandsamt meiner Uni klären, dann war das aber kein Problem.

Interviewer: Gab es eine Vergütung oder eine Aufwandsentschädigung?
Eva: Die Unterkünfte (sowohl in Taipeh als auch im Inland) waren komplett kostenlos für mich, ebenso unzählige Abendessen und die Übernachtungsmöglichkeiten bei den Workshops/ Kongressen. Das Praktikum selbst wurde nicht vergütet, aber ich habe einen Fahrtkostenzuschuss vom DAAD (www.daad.de) bekommen, der die Flugkosten nahezu gedeckt hat.

 

Fazit

Interviewer: Was hast Du insgesamt aus dem Praktikum mitgenommen?
Eva: Die taiwanesische Gastfreundschaft, sehr viele Erfahrungen in der Zoo- und vor allem Wildtiermedizin und ein noch immer bestehendes Netzwerk mit Zootierärzten aus dem asiatischen Raum.

 

Vielen Dank fürs Interview!

 

Links:
http://tesrieng.tesri.gov.tw/show_index.php
http://english.zoo.gov.taipei/

Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Tierärztin und Geschäftsführerin der Job- und Karriereplattform VetStage. Als Autorin des Buches "Stress- und Zeitmanagement für Tierärzte" schreibt sie regelmäßig auch für das VetStage Magazin Artikel zu den Themen Selbstmanagement, Kommunikation, Führungsqualitäten und Teamführung.

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