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Familie und Beruf: Wiedereinsteiger erfolgreich integrieren

Familie Und Beruf: Wiedereinsteiger Erfolgreich Integrieren

Auch in der Veterinärmedizin klagen viele Arbeitgeber* über einen Fachkräftemangel. Es ist aktuell schwer, neue – und vor allem langfristige – Mitarbeiter* für die Praxis oder Klinik zu rekrutieren. Da stellen Frauen und Männer, die Familienaufgaben wahrnehmen müssen aber eine qualitativ hochwertige Ausbildung haben, ein wichtiges Potential dar.

Unternehmen müssen somit neue Strategien entwickeln, Wiedereinsteigerinnen* in die Praxis- und Klinikkultur zu integrieren. Wer dies erfolgreich schafft, kann sich sicher sein, dass die neue Mitarbeiterin langfristig ihre Kompetenzen und Fähigkeiten integrieren wird. Doch fachliche Kompetenzen sind nicht der einzige „Pluspunkt“ den viele Wiedereinsteigerinnen gegenüber Berufsanfängern mitbringen. Durch die Familientätigkeit werden „weiche“ Qualifikationen geschult, wie Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Belastbarkeit und Stressbewältigung, sowie die Fähigkeit zur Zeiteinteilung und einem verantwortlichen Umgang mit der Zeit (Quelle: Broschüre Familienkompetenzen).
Das „Gesamtpaket Wiedereinsteigerin“ ist somit durch die in der Familienphase erworbenen Fähigkeiten zusammen mit den bereits vorhandenen Kompetenzen durchaus für Arbeitgeber attraktiv, auch wenn der Wiedereinstieg genau geplant und auch begleitet werden muss:

Ziel sollte für den Arbeitgeber sein, die berufliche Wiedereinsteigerin langfristig erfolgreich in das Unternehmen einzugliedern. Vor diesem Hintergrund sind Transparenz und eine offene Kommunikation auch mit dem und innerhalb des Teams von zentraler Bedeutung. Sonst könnten „Extra-Würste“ für die Mutter durchaus zu Konflikten führen. Eine gemeinsam vereinbarte Probezeit oder Hospitanz ermöglicht das „Beschnuppern“ der Team-Mitglieder mit dem Neuankömmling. Auch eine Einarbeitung, so dass der Wiedereinstieg möglichst angenehm erfolgt, sollte hier im Fokus stehen.

Des Weiteren kann die Wiedereinsteigerin zu Fortbildungen animiert werden, welche ggf. sogar schon vom neuen Arbeitgeber übernommen werden. Neben Präsenz-Fortbildungen oder gemeinsamen Kongressbesuchen sind besonders E-Learning-Kurse für Mütter gut umsetzbar (z.B. das online Angebot von akademie.vet, welches unter anderem auch direkt Kurse für Wiedereinsteiger beinhaltet).

Mit Blick auf die Aufgaben als Mutter ist die Gestaltung des Arbeitszeitvolumens zudem ein wichtiger Punkt. Ein Wiedereinstieg mit einer 40 Stunden Woche oder darüber hinaus ist in der Regel utopisch. Allerdings lassen sich Arbeitszeiten durchaus steigern. So kann z.B. ein gleitender Wiedereinstieg vereinbart werden, der mit einer 20 Stundenwoche beginnt und – nach Absprache – langsam erhöht wird.
Regelmäßige Feedbackgespräche zwischen Arbeitgeber und Wiedereinsteigerin sichern zudem, dass der Einstieg für beide Seiten positiv verläuft.

Insgesamt beinhaltet das Einstellen von Wiedereinsteigern natürlich ein paar organisatorische Herausforderungen. Dennoch sollten die Vorteile im Vordergrund stehen: Wiedereinsteiger können auch komplexen Herausforderungen im Arbeitsalltag in den meisten Fällen gelassener gegenüberstehen, zeichnen sich durch eine gute Kommunikation aus und werden durch eine verlässliche Struktur und Überzeugungsfähigkeit sowohl im Team als auch bei Kunden geschätzt und ernst genommen.

 

*Hinweis: Aufgrund der Einfachheit wurde hier auf eine Geschlechtertrennung verzichtet. Natürlich sind stets beide Geschlechter angesprochen.

Dr. Lisa Leiner

Frau Dr. Lisa Leiner ist Tierärztin und Geschäftsführerin der Job- und Karriereplattform VetStage. Als Autorin des Buches "Stress- und Zeitmanagement für Tierärzte" schreibt sie regelmäßig auch für das VetStage Magazin Artikel zu den Themen Selbstmanagement, Kommunikation, Führungsqualitäten und Teamführung.

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