"Paul" Teil 1 - Perikarderguss

erstellt am 8. Juni 2022

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Fallbeispiel
Ein Beitrag von  Dr. Stefanie Bruhn
TÄ Nadine Bresemann,  Tierklinik Rostock auf VetStage
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Vorbericht

Der 8-jährige Französische Bulldoggen-Mischling Paul wurde im April 2019 aufgrund progressiven Aszites‘ bei gutem Allgemeinbefinden vorgestellt. Aufgrund einer Hauterkrankung mit hochgradigem Juckreiz wurde er mit Kortison behandelt. Nach Absetzen des Kortisons vor einigen Monaten entwickelte Paul einen hochgradigen Aszites, der mit Furosemid, Cardisure, UpCard und Karsivan therapiert wurde, jedoch keine Besserung zeigte. Daraufhin wurden bei einer Probelaparotomie vier Liter Flüssigkeit entfernt. Beim kurz darauf folgenden Rezidiv wurde erneut eine Punktion vorgenommen und die Medikamente der Initialtherapie des Aszites wurden um Kortison erweitert.

Untersuchung in der Tierklinik Rostock

Bei der klinischen Allgemeinuntersuchung war das Verhalten ggr. reduziert. Die Körpertemperatur lag bei 39,0 °C, die Schleimhäute waren mäßig feucht und die kapilläre Füllungszeit betrug 1,5 Sekunden. Palpatorisch waren die Lymphknoten unauffällig, das Abdomen war gespannt. Die Herzfrequenz von 140 bpm war links nicht und rechts nur gedämpft hörbar. Bei Paul konnte ein hochgradiger Stridor nasalis/pharyngealis, ein Brachyzephalen-Gebiss, eine hochgradige Otitis  sowie von Juckreiz begleitete Pyodermien im Zwischenzehenbereich, Innenschenkel und an den Nasenfalten, festgestellt werden.

Die Blutuntersuchung zeigte eine Retikulozytose von 160/l [10-110/l] und eine Thrombozytose von 668/l [148-484/l]. Die Alkalische Phosphatase lag bei 372 U/l [14-147 U/l] und die a-Amylase bei 298 U/l [333-1264 U/l]. (siehe Bild 1 und 2) 

In der sonografischen Untersuchung des Abdomens konnte freie Flüssigkeit dargestellt werden, die nach einer Punktion als modifiziertes Transsudat identifiziert werden konnte. (siehe Bild 3) 

Da ein Aszites mit modifiziertem Transsudat meist durch eine Rechtsherzinsuffizienz, eine portale Hypertension oder durch eine abdominale Neoplasie entsteht, wurde als nächster diagnostischer Schritt eine Echokardiografie eingeleitet. Hierdurch konnte ein Perikarderguss mit Tamponade des rechten Vorhofes und stauungsbedingtem Aszites diagnostiziert werden. (siehe Bild 4) 

 

Wie diagnostiziert man einen Perikarderguss?

Die klinischen Anzeichen einer Herzbeuteltamponade sind als Beck’sche Triade beschrieben:

  • gedämpfte Herztöne,
  • schwacher Femoralispuls und
  • Dilatation der Jugularvenen.

Außerdem können ein Aszites, eine Hepato- oder Splenomegalie und sehr selten subkutane Ödeme auftreten. Eher unspezifische Symptome stellen sich in Dyspnoe/Tachypnoe, Lethargie, Inappetenz, Gewichtsverlust, Leistungsschwäche, Erbrechen, Husten oder Kollaps dar.

Die Verdachtsdiagnose Perikarderguss lässt sich

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Dr. Stefanie Bruhn
TÄ Nadine Bresemann

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