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Strahlenschutz in der Tiermedizin
Wissenswertes für Tierärzte:innen und TFA

Strahlenschutz in der Tiermedizin: Wissenswertes für Tierärzte:innen und TFA

Der Schutz vor Strahlung in der Tiermedizin ist von entscheidender Bedeutung für den Beruf des Tierarztes und für Tiermedizinische Fachangestellte. Im täglichen Umgang mit Röntgendiagnostik und anderen bildgebenden Verfahren ist es essentiell, die Gesundheit der tierischen Patienten und des eigenen Wohlbefindens zu gewährleisten. Der Strahlenschutz ist unerlässlich, um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten.

In diesem Artikel erfährst Du die Bedeutung des Strahlenschutzes in der Tiermedizin sowie relevante Gesetze, Verordnungen und Weiterbildungsmöglichkeiten für Dich als TFA oder Tierarzt / Tierärztin.


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FAQ

Was ist Strahlenschutz in der Tiermedizin?

Es umfasst alle Maßnahmen und Vorkehrungen, die ergriffen werden, um die Strahlenbelastung für Tiere, Tierärzte:innen und TFA so gering wie möglich zu halten.

Welche Gesetze und Verordnungen sind im Strahlenschutz zu beachten?

In Deutschland ist die "Strahlenschutzverordnung Tiermedizin" eine wichtige Gesetzesgrundlage für den Strahlenschutz in Praxen und Kliniken. Weitere Infos hierzu findest Du auch bei der Bundestierärztekammer.

Welche Gefährdung geht von Röntgenstrahlung aus?

Röntgenstrahlung kann eine dauerhafte Schädigung menschlicher Zellen verursachen. In den meisten Fällen kann der Schaden durch zelleigene Enzyme lokal repariert werden. Wenn dies jedoch nicht geschieht, kann eine Überexposition gegenüber Röntgenstrahlung zum Absterben von Zellen und zur Bildung von Krebszellen führen. Der Zelltod durch Röntgenstrahlung wird als deterministischer Strahlenschaden bezeichnet und ist vorhersehbar. Deshalb ist es von größter Bedeutung, die Strahlendosis immer so niedrig wie möglich zu halten und empfindliche Gewebe oder Personen soweit wie möglich zu schonen.

Welche Grenzwerte gelten für die berufliche Strahlenbelastung?

Pro Kalenderjahr darf die effektive Dosis den Grenzwert von 20 Millisievert nicht überschreiten. Mehr dazu findest Du in der Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV).

Welche Sicherheitsvorkehrungen werden bei der Röntgendiagnostik in der Tiermedizin getroffen?

Um die Strahlenbelastung zu minimieren, kommen Schutzmaßnahmen wie Bleischürzen und Strahlenschutzkabinen zum Einsatz. Die Einhaltung von Anweisungen, Zutrittsregeln, Meldung von Mängeln sowie die Qualifikation durch den Fachkundenachweis sind zwingend notwendig.

Was sind die “Sechs A” zum Schutz vor Röntgenstrahlung?

  • Ausbildung
  • Abstand halten
  • Aufenthaltszeit in unmittelbarer Nähe der Strahlenquelle begrenzen
  • Abschirmung nutzen
  • Arbeitsvorbereitung
  • Arbeitsweise

Wer darf Tiere röntgen?

Nur qualifiziertes Personal mit einem Fachkundenachweis für Strahlenschutz darf Röntgen- und weitere Bestrahlungsdiagnostik (CT, MRT) durchführen.

Wie häufig muss die Fachkunde im Strahlenschutz aktualisiert werden?

Alle 5 Jahre ist die Fachkunde durch den erfolgreichen Besuch eines anerkannten Kurses zu aktualisieren, um stets auf dem neuesten Stand der Strahlenschutzvorschriften zu sein. Die Fortbildung kann sowohl online als auch vor Ort stattfinden.

Was tun bei einer möglichen Strahlenexposition oder Unfall im Umgang mit Strahlen?

Der Strahlenschutzbeauftragte (m/w/d) oder ein Arzt sollten unverzüglich informiert werden. Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen des Fachpersonals zu folgen.

Was macht ein Strahlenschutzbeauftragter (m/w/d) in einer Tierarztpraxis / Tierklinik?

Diese Fachperson ist verantwortlich für die Überwachung und Umsetzung der Strahlenschutzmaßnahmen und steht teamintern bei Fragen zur Verfügung.

Wie werde ich Strahlenschutzbeauftragte (m/w/d)?

Die Fachkunde gemäß § 47 StrlSchV erwirbst Du durch die Teilnahme an behördlich anerkannten Kursen, wie z. B. bei der Bundestierärztekammer. Auch auf VetStage kannst Du Fortbildungen zum Thema Bildgebende Diagnostik finden.

Wie kann ich mich als TFA oder Tierarzt / Tierärztin aktiv am Strahlenschutz beteiligen?

Neben der konsequenten Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen kannst Du Tierhalter:innen über mögliche Risiken aufklären und regelmäßige Kontrollen der Schutzausrüstung durchführen.

Welche Rolle habe ich als TFA im Strahlenschutz?

Als Tiermedizinische Fachangestellte spielst Du eine wichtige Rolle im Strahlenschutzteam. Du unterstützt Tierärzte:innen bei der Strahlenanwendung, bereitest Patienten vor und trägst dazu bei, dass die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Welche Rolle habe ich als Tierarzt / Tierärztin im Strahlenschutz?

Als Tierarzt / Tierärztin trägst Du die Verantwortung für den sicheren Einsatz von Strahlenanwendungen. Du legst die notwendigen Röntgenaufnahmen fest und stellst sicher, dass alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Strahlenschutz in der Tiermedizin während der Schwangerschaft: Sicherheit für Mutter und Tier

Tierärztinnen und TFA leisten tagtäglich wertvolle Arbeit, um die Gesundheit der Tiere zu gewährleisten. Doch was ist, wenn sich eine Tierärztin oder Tiermedizinische Fachangestellte in der Schwangerschaft befindet? In solchen Fällen ist es besonders wichtig, den Strahlenschutz zu beachten, um die Sicherheit von Mutter und Tier gleichermaßen zu gewährleisten.

Arbeiten mit Strahlenbelastung - muss ich meine Schwangerschaft melden?

Solltest Du in diesem Bereich arbeiten und schwanger sein, bist Du dazu verpflichtet, dies umgehend Deinem Strahlenschutzverantwortlichen (m/w/d) mitzuteilen.

Dürfen schwangere TFA oder Tierärztinnen röntgen?

Laut §31a(4) der Röntgenverordnung (RöV) darf der Grenzwert von 1 mSv vom Zeitpunkt der Mitteilung über die Schwangerschaft bis zu deren Ende nicht überschritten werden.

Welche Risiken von Strahlenexposition bestehen während der Schwangerschaft?

Ungeborene Babys sind in ihrer Entwicklung anfälliger für mögliche Schäden durch ionisierende Strahlung, wie sie bei Röntgenuntersuchungen und anderen bildgebenden Verfahren (CT, MRT) in der Tiermedizin verwendet wird. Die Strahlenexposition sollte deshalb während der Schwangerschaft auf ein Minimum reduziert werden, um das Risiko für mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu minimieren.

Welcher besondere Strahlenschutz gilt für schwangere Tierärztinnen und TFA?

  • Risikoevaluierung und Aufklärung: Sobald eine Schwangerschaft bekannt ist, sollte die schwangere Mitarbeiterin dies ihrem Arbeitgebenden mitteilen. Anschließend sollte eine Risikoevaluierung durchgeführt und die Mitarbeiterin über mögliche Strahlenexpositionen und Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden.
  • Minimierung der Strahlenexposition: Schwangere Mitarbeiterinnen sollten den direkten Kontakt mit Röntgenstrahlen und anderen ionisierenden Strahlungsquellen vermeiden, wann immer dies möglich ist. In einigen Fällen kann die Aufnahme von Röntgenaufnahmen delegiert werden, solange dies die tiermedizinische Versorgung nicht beeinträchtigt.
  • Schutzkleidung und -ausrüstung: Wenn eine schwangere Mitarbeiterin dennoch in direktem Kontakt mit Strahlenquellen stehen muss, sollte sie geeignete Schutzkleidung, wie Bleischürzen und Bleihandschuhe tragen, um die Strahlenbelastung zu minimieren.
  • Abstand halten: Schwangere sollten einen ausreichenden Abstand zu aktiven Strahlenquellen halten, um die Strahlenexposition weiter zu reduzieren.
  • Schwangerschaftspausen: Ausreichende Pausen und Ruhezeiten sollten eingeplant werden, um Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden zu fördern.

Bitte beachte, dass hiermit allgemeine Informationen zum Strahlenschutz in der Tiermedizin geboten werden. Im Zweifelsfall ist immer der Strahlenschutzbeauftragte (m/w/d) Deiner Praxis- oder Klinik zu konsultieren.

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