Tiermedizin - Früher und Heute

erstellt am 25. April 2022

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Fachbeitrag
Ein Beitrag von  Franziska Hierl ,  Tierärztliche Landpraxis Nesselwang auf VetStage
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In den letzten 50 Jahren hat die Tiermedizin sich stetig weiter entwickelt. Nicht zuletzt durch den Fachkräftemangel hat dies noch einmal einiges an Fahrt aufgenommen. Auch bei mir im Allgäu merke ich die Veränderung einerseits als stetige Verbesserung der Medizin, andererseits aber auch die durch die Interessen der Tierbesitzer:innen bzw. der Landwirt:innen und natürlich durch die Digitalisierung. 

Wie war es vor 50 Jahren als Tierarzt zu arbeiten und diese Entwicklung viele Jahre mitzuerleben?

Ich habe diese Frage an Dr. Raimund Steber weitergegeben und ihm noch einiges mehr über das Arbeiten als Tierarzt vor 50 Jahren entlocken können. 

Rai, wie ich ihn viel lieber nenne, wurde 1927 in Lauingen an der Donau geboren und war – genau wie ich jetzt – Tierarzt im Allgäu. Er studierte von 1949 bis 1953 Tiermedizin an der LMU in München und promovierte 1954. Schon 1955 konnte er sich mit seiner eigenen Praxis im Allgäu niederlassen und bis 1992 ging Rai seiner Arbeit als Tierarzt nach, insgesamt 37 Jahre.

Kennengelernt haben wir uns durch meine Schwester, die Rai vor vielen Jahren als Ergotherapeutin betreute. Man könnte ihn für mich fast als eine Art Mentor bezeichnen, noch viel mehr aber als wirklich guten Freund. Wir unterhalten uns viel über die Tiermedizin, ihre Entwicklung und was bei Rai vor nur 30 Jahren noch ganz anders war, als bei mir heute. Aus diesen Gedanken und Impulsen hat sich folgender Austausch entwickelt:

Rai, wir war das ganz am Anfang bei Dir, wie bist Du zur Tiermedizin gekommen bzw. woher kam Dein Interesse?

Ich wollte immer schon etwas Medizinisches studieren. Mein Bruder ist Humanmediziner geworden, das hat mich sicher beeinflusst. 1947 bis 1948, nach meiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft, bin ich öfter bei einem Tierarzt mitgefahren, das hat mir immer Spaß gemacht, so kam dann der Weg in die Tiermedizin.

Und was hat Deine Familie dazu gesagt?

In meiner Familie gab es keine Debatte über meinen Berufswunsch. Ich wurde mit 16 in den Krieg eingezogen und nach meiner Rückkehr war einfach nur wichtig zu schauen, wie man weiter durchs Leben kommt.

Und wir war das dann mit dem Studium früher?

Das Studium war von der Gliederung ähnlich wie heute: Vorphysikum, Physikum, Staatsexamen und praktische Kurse. Der größte Unterschied ist sicher, dass Heim- und Kleintiere damals so gut wie gar nicht gelehrt wurden, der Fokus lag auf den Nutztieren. Studiengebühren gab es auch früher schon, jedoch konnte man als Kriegsrückkehrer extra Prüfungen in den Fächern ablegen und so weniger Gebühren zahlen.

Nach dem Studium hast Du Dich als Tierarzt niedergelassen, wie sah Dein typischer Arbeitsalltag aus?

Ich war eine Ein-Mann-Praxis und hatte dementsprechend wirklich 24/7 Bereitschaft. Meine Frau hat den Telefondienst übernommen und mich angefunkt, wenn ich unterwegs war. D

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Franziska Hierl

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