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Praktikum- was wünschen sich Tiermedizinstudenten?

Praktikum- Was Wünschen Sich Tiermedizinstudenten?

Jeder, der Tierarzt werden will, muss verpflichtend einige Praktika während des Studiums absolvieren. Keiner wird allein durch Theoriewissen ein guter Tierarzt. Praktisch tätig werden und das gelernte Wissen anwenden ist die Devise, um später selbstständig arbeiten zu können. Die Studenten wollen ran ans Tier, um ihre Ersttagskompetenzen zu verbessern und nicht nur zuschauen oder fachfremde Aufgaben übernehmen. Wie sollten sie den Beruf auch sonst lernen? Drei Studentinnen berichten von ihren bisherigen Erfahrungen und teilen ihre Wünsche und Verbesserungsvorschläge mit uns.

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Erfahrungsberichte:

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Clara, 7. Semester, München:

Als Tiermedizinstudentin hat man verschiedene Vorstellungen von seinem Praktikum. Was sich wahrscheinlich jeder Student wünscht, egal in welchem Bereich man sein Praktikum absolviert, ist es so viele Eindrücke, Erlebnisse und vor allem Erfahrungen wie nur möglich zu sammeln.

Es ist den meisten bewusst, dass es beispielsweise in einem chirurgischen Praktikum etwas schwieriger ist selbst Hand anlegen zu dürfen, als in der Fahrpraxis eines Nutztierarztes. Doch selbst in Bereichen in denen eigene Mitarbeit schwieriger zu ermöglichen ist, kann einem der zugeteilte Tierarzt viel erklären, sowie Arbeitsschritte verdeutlichen und Tipps und Tricks aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz verraten.

Dennoch gilt: am wichtigsten ist die selbstständige Mitarbeit und sei es nur Spritzen aufziehen, denn ˋˋlearning by doingˋˋ steht in der Medizin einfach ganz weit oben!

Eng in Zusammenhang mit der praktischen Arbeit der Studierenden stehen ein kollegiales Umfeld und ein respektvolles Miteinander. Je mehr man als Student machen darf, desto öfter kommt man in Situationen, die anfangs unangenehm sein können. Theoretisch ist vieles kein Problem, aber das Ganze sofort praktisch umsetzen zu können, sind oft zwei Paar Schuhe.

Hilfreich für die fachliche Entwicklung und auch das Selbstvertrauen sind Kollegen in der Klinik, die uns Studenten bei Fehlern oder peinlichen Missgeschicken nicht gleich vor dem ganzen Team oder gar den Patientenbesitzern nieder machen, sondern erklären was für Auswirkungen diese Fehler haben und uns zeigen wie wir es in Zukunft richtig machen können.

Wie ich selbst schon erlebt habe, verbessert es die Motivation enorm, wenn der Tierarzt zu begangenen Missgeschicken, kleine Anekdoten aus seiner Anfangszeit erzählt. Jeder fängt mal klein an, kein Meister ist vom Himmel gefallen und wir Studenten sind sehr dankbar, wenn wir bei erfahrenen Kollegen viel lernen dürfen, damit wir selbst einmal erfolgreiche Tierärzte werden und dem Nachwuchs unser Wissen und die Erfahrung weitergeben können!

 

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Caro, 5. Semester, Wien:

In meinem bisherigen Werdegang als Tiermedizinstudentin habe ich drei veterinärmedizinische Praktika absolviert.  Mein erstes Praktikum war in einer großen, renommierten Kleintierklinik. Darauf folgte eine Dreimann-Praxis für Kleintiere. Diese beiden Praktika fanden vor meinem Studienantritt statt. In diesem Sommer, nach dem vierten Semester, besuchte ich eine private Pferdeklinik.

Jedes Praktikum war anders und auch mein Wissensstand variierte jeweils, aber es gibt eine Sache, die mir essentiell für den Erfolg eines Praktikums erscheint. Die Tierärzte müssen dir etwas zeigen und beibringen WOLLEN. Es gab Situationen, in denen ich in die Ecke gestellt wurde, auf meine Fragen nur sporadisch geantwortet wurde und man mich nicht ins Geschehen einband.

Sowas ist schade, man lernt nichts und fühlt sich ausgeschlossen. Was ich mir von einem Praktikum wünsche, ist in Abläufe eingebracht zu werden, ein offenes, freundliches Umfeld, sowie das Erklären von Behandlungsmaßnahmen. In den Praktika vor Beginn meines Studiums fand ich es angenehm, dass auch vermeintlich dumme Fragen mit Geduld und Ernsthaftigkeit beantwortet wurden. Nun, nach einer gewissen Studienzeit, wünsche ich mir im Praktikum auch gefördert zu werden. Ich möchte das gelernte Wissen anwenden und in die Tat umsetzen können.

 

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Rebekka, 9. Semester, Hannover:

Ich bin mittlerweile schon im praktischen Jahr angekommen. Mit der Sammlung praktischer Erfahrungen in diesem Berufsfeld habe ich aber schon sehr früh begonnen. Bereits während meiner Schulzeit habe ich freiwillige und auch Pflichtpraktika bei Tierärzten in meiner Umgebung absolviert.

Während meines Studiums habe ich weitere Praktika, sowohl im Inland als auch im Ausland gemacht. Momentan bin ich als Praktikantin in einer Pferdeklinik tätig.
Generell kann ich sagen, dass ich noch nie wirklich schlechte Erfahrungen mit einem Praktikum gemacht habe. Alle Tierärzte und auch deren Mitarbeiter, die ich während meiner Praktika kennengelernt habe, waren sehr nett und haben mich auch immer als Praktikantin angenommen.

Natürlich darf man mit zunehmendem Wissensstand auch mehr eigenständig durchführen und wird auch dementsprechend mehr gefordert.
Ich war immer interessiert und habe Dinge, die mir unbekannt waren, hinterfragt. Die Tierärzte haben sich daraufhin auch gerne Zeit genommen, um mir Fälle zu erklären oder Vorgehensweisen zu zeigen. Des Weiteren habe ich am Anfang auch viel mit den Tierarzthelferinnen gearbeitet, um die Abläufe kennen zu lernen und diese auch  unterstützen zu können.

Dadurch ist mir der Tagesablauf in der Klinik oder Praxis bewusst geworden und ich konnte mich besser einbringen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es besser ist längere Zeit in einer Praxis oder Klinik zu bleiben, da sich die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern festigt und man selbst auch mehr Verantwortung übertragen bekommt.
Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die ich verbessern würde.

Oft ist es so, dass man mit der Verwaltung die Termine für das Praktikum vereinbart. Da kann es leider passieren, dass die Tierärzte vor Ort nicht wirklich Bescheid wissen, dass jetzt eine Praktikantin kommt. Somit hat man natürlich keinen wirklichen Ansprechpartner und wird auch wenig an die Hand genommen. Ich würde mir wünschen, dass Kliniken oder Praxen sich besser auf Praktikanten vorbereiten und diesen auch einen direkten Ansprechpartner, am besten natürlich einen Tierarzt, zur Seite stellen würden.

Das würde die Einfindungsphase und die interne Kommunikation deutlich verbessern. Auch wäre es schön, wenn studentische Praktikanten als solche wahrgenommen werden und Tierärzte ihre Arbeitsweisen erläutern würden. Schließlich machen wir Praktika, damit wir den Beruf eines praktizierenden Tierarztes erlernen.

Abschließend kann ich aber sagen, dass man einfach offen sein muss und sich selbst etwas einfinden muss. Man sollte interessiert sein und Fragen stellen, aber auch sagen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Kommunikation ist wirklich die halbe Miete.
Damit wünsche ich allen Praktikanten eine erfolgreiche und schöne Zeit während ihres Praktikums.

Fazit:

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass jeder Mensch mit Respekt behandelt werden möchte. Die Studenten wollen schrittweise Verantwortung übernehmen und in das Team integriert werden. Sie wünschen sich selbstständig tätig werden zu dürfen und gemeinsam mit dem ausbildenden Tierarzt wachsen zu können. Praktische Fähigkeiten kommen im Studium zu kurz, weshalb man auf die Praktika angewiesen ist. Eine gezielte Förderung verbessert die Kompetenzen von frischen Absolventen enorm und schafft selbstständigere und selbstbewusste Berufsanfänger.

Den Berufsanfang kann man nicht früh genug ins Auge fassen, um die optimalen Bedingungen für den prägenden ersten Job nach dem Studium zu finden. Dabei hilft dir auch VetStage, mit dem Karriereplaner. Hinterleg einfach deine Wünsche an Gehalt, Region, Fachrichtung, etc. vertraulich dort – wir melden uns, wenn etwas passt. Wenn du möchtest, dann auch jederzeit zu einem Orientierungsgespräch. Mehr Informationen hier

Ich möchte die Chance für einen kleinen Appell an die Tierärzte nutzen:

Lasst die Studenten eigenständig unter Aufsicht arbeiten, das verbessert deren praktische Fähigkeiten enorm. Auf lange Sicht bringt es auch mehr, zukünftige Arbeitnehmer zu haben, die sich im Praxisalltag bereits gut auskennen und nicht mehr bei null anfangen müssen. Ehemalige zufriedene Praktikanten sind potentielle Arbeitnehmer nach dem Studium und in jedem Fall perfekte Fürsprecher für eure Praxis oder Klinik an der Universität.

Zum Schluss bist du gefragt. Was ist denn deine Meinung dazu? Hast du ähnliche Erwartungen an ein Praktikum oder siehst du das komplett anders?

Vetstage hilft dir nicht nur bei der Suche nach einem Praktikumsplatz, sondern es gibt noch ein weiteres cooles Tool für dich. Hier findest du eine Karte mit allen BpT- Ausbildungspraxen, die sich über deine Initiativbewerbung freuen würden. Also am besten gleich loslegen, und fleißig in die Tasten hauen, dann steht deinem nächsten spannenden Praktikum nichts mehr im Wege.

 

 

Über die Autorin Daniela Diepold: Ich bin auf einem landwirtschaftlichem Betrieb groß geworden und stehe deswegen schon seit meiner frühesten Kindheit mit Tieren in Kontakt. Ich habe nach dem Abitur zuerst ein Bachelorstudium im Fach Umweltingenieurwesen an der TU München abgeschlossen, bevor ich mir letztendlich eingestanden habe, dass Tiermedizin das einzig Wahre für mich ist.  Somit habe ich mich beworben und studiere mittlerweile im 5. Semester Veterinärmedizin.

Nebenbei betreibe ich einen Vetmed Blog namens www.wuidegoas.com, den ich als lebhafte Plattform für tiermedizinische Inhalte nutze. Ich berichte authentisch vom Studium, führe Interviews mit Tierärzten, und will damit Freude und Spaß an der Veterinärmedizin vermitteln.

 

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