"Hero" - Frostschutzmittelvergiftung

erstellt am 11. Mai 2022

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Fallbeispiel
Ein Beitrag von  Dr. Stefanie Bruhn
TÄ Nadine Bresemann,  Tierklinik Rostock auf VetStage
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Der 10 Monate alte Schweizer Schäferhund-Rüde "Hero", der als Wachhund mit freiem Zugang zur Garage gehalten wird, zeigte sich laut Angaben der Besitzer am Morgen plötzlich desorientiert, apathisch und abwesend mit ataktischem Gang. Auf dem Gelände waren überall Reste von Erbrochenem zu finden. Der Rüde zeigte weiterhin eine hochgradige Polyurie und Polydipsie.

In der klinischen Untersuchung zeigte sich Hero ebenfalls apathisch und desorientiert mit einer Körpertemperatur von 35,6 °C und pappigen Schleimhäuten. Die Herzfrequenz lag bei 146 Schlägen pro Minute. Das Abdomen war mittelgradig angespannt.

In der neurologischen Untersuchung wurde ein Tremor festgestellt und die Haltungs- und Stellreaktionen waren verzögert bzw. schwer durchführbar. Auch eine Hyporeflexie konnte nicht sicher ausgeschlossen werden. Das Gangbild war wie das eines Betrunkenen.

Im Blutbild waren Anzeichen einer Dehydratation zu finden. In der Blutchemie waren Harnstoff, Kreatinin, Phosphat, Kalium und Glukose erhöht, Calcium dagegen erniedrigt. Die Blutgasanalyse zeigte einen leicht sauren Blut-pH und ein erniedrigtes Bicarbonat.

Die Sonografie zeigte ein gestautes Nierenbecken. Die Harnuntersuchung ergab ein spezifisches Gewicht von 1,014 und einen einfach positiven Protein- und Blutgehalt im Harn. In der mikroskopischen Untersuchung waren Calziumoxalat-Kristalle zu finden.

Diagnose: Frostschutzmittel- oder Ethylenglykol-Vergiftung

Ethylenglykol wird als Frostschutz- und Lösungsmittel und als Bremsflüssigkeit verwendet. Die farb- und geruchlose Flüssigkeit weist einen süßen Geschmack auf und kann schnell über den Magen-Darm-Trakt resorbiert werden. Danach erfolgt eine Metabolisierung in der Leber und die Ausscheidung über die Nieren.

Die minimale letale Dosis beträgt beim Hund 4,4 ml/kg

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Dr. Stefanie Bruhn
TÄ Nadine Bresemann

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