TVD-Gehaltsreport 2026: Ein Überblick
erstellt am 21. Januar 2026
Tierarzt ist ein Beruf, kein Ehrenamt: Was der TVD-Gehaltsreport 2026 wirklich zeigt
Die Gehälter angestellter Tierärzt:innen steigen, doch das Grundproblem bleibt bestehen: Die Diskrepanz zwischen Verantwortung, Belastung und Bezahlung ist nach wie vor erheblich. Der neue TVD-Gehaltsreport 2026 zeigt dies deutlich auf und adressiert Praxisinhaber:innen, Ketten und öffentliche Arbeitgebende: Wer Fachkräfte halten will, muss Gehaltsstrukturen, Zusatzleistungen und Entwicklungsperspektiven deutlich professioneller gestalten.
Wer wurde befragt – und was sagt das über den Markt?
Für den Report wurden 2.336 angestellte Tierärzt:innen befragt, hauptsächlich im Zeitraum 01.10.-30.11.2025. Die Stichprobe stammt überwiegend aus der kurativen Praxis und umfasst hauptsächlich jüngere Personen: 55 % sind zwischen 25 und 34 Jahre alt, 87,8 % weiblich. Damit spiegelt die Untersuchung die Realität des heutigen Arbeitsmarktes für angestellte Tierärzt:innen wider – jene Gruppe, die im Fokus des Fachkräftemangels steht.
Alle Gehaltsdaten beziehen sich auf Median-Bruttomonatsgehälter bei 40 Stunden pro Woche. Dies erlaubt den Vergleich mit anderen akademischen Berufen, wo das Einkommensgefälle besonders sichtbar wird.
Die nackten Zahlen: Deutliche Steigerung – klares Gefälle zu anderen Akademikern
Das mittlere Bruttogehalt von Tierärzt:innen liegt 2026 bei 4.650 €.
- 2024: 4.286 €
- 2022: 3.800 €
Seit 2024 bedeutet das ein Plus von rund 8,5 %, seit 2022 sogar mehr. Die Differenz zu anderen Akademiker:innen, deren durchschnittliches Einkommen bei 6.292 € liegt, bleibt jedoch erheblich.
Die Gehälter sind unterschiedlich verteilt:
- 50 % der angestellten Tierärzt:innen verdienen zwischen 4.000 und 5.500 €
- 10 % liegen unter 3.600 €
- 1 % verdienen sogar unter 2400 € - dies entspricht gerade so dem ab 01. Januar 2026 geltenden Mindestlohn
- 10 % verdienen mehr als 6.600 €
- 1 % über 10.500 €
In der klinischen Praxis bedeutet dies, dass Spitzengehälter gezahlt werden, doch viele verdienen unterhalb eines Levels, das Verantwortung und Arbeitszeiten gerecht wird.
Brutto vs. Netto: Der Frust bleibt auf dem Konto
Der Median bei den Netto-Einkommen liegt bei 2.680 €. Viele empfinden das als unzureichend: 59 % geben an, dass ihr Netto nicht ausreicht, um den Lebensstandard zufriedenstellend zu sichern. Hier ergab sich ein benötigtes Nettogehalt von 3.000 €.
Zuschläge verbessern die Lage kaum. Mit Zuschlägen, steigt das Netto nur geringfügig von 64 auf 67 % vom Brutto. Brutto-Zuwächse schlagen im Alltag kaum zu Buche.
Klinische Implikation: Arbeitgebende müssen berücksichtigen, was tatsächlich auf dem Konto landet. Steuerlich optimierte Modelle und transparente Zusatzleistungen könnten hier helfen.
Zusatzleistungen: Ein unterschätzter Hebel im Fachkräftemarkt
20 % der angestellten Tierärzt:innen erhalten keinerlei Zusatzleistungen. Zu den verbreitetsten Angeboten gehören:
- 47 % erhalten Notdienstzuschläge
- 26 % betriebliche Altersvorsorge
- 21 % Fahrtkostenzuschuss
Steuerlich attraktive Sachleistungen werden oft nicht genutzt. Dies könnte das Wechselrisiko erhöhen, denn in der Tiermedizin können angestellte Tierärzt:innen rasch den Arbeitsplatz wechseln.
Ein strukturiertes Benefit-Paket kann bei gleichen Bruttokosten ein höheres Netto- und Bindungspotential haben.
Erfahrung zahlt sich aus – Jobhopping nicht unbedingt
Der Report zeigt: Gehälter wachsen mit der Berufserfahrung.
- Einstieg (< 1 Jahr): 3.700 €
- 5–6 Jahre Berufserfahrung: 4.900 €
- 10–19 Jahre Berufserfahrung: 5.745 €
Der Trend ist klar: Erfahrung und Spezialisierung werden mehr geschätzt als häufige Stellenwechsel. Dies betont die Wichtigkeit von robusten Entwicklungsmodellen.
Regionale Unterschiede: Relevant für die Nachwuchsfrage
Die höchsten Gehälter gibt es in Hamburg (5.500 €) un dem Saarland (5.165 €); niedrigere in Bayern (4.350 €) und Mecklenburg-Vorpommern (4.400 €). Diese Unterschiede gefährden Regionen mit niedrigen Gehältern, da die Mobilität von jungen Tierärzt:innen stark ist.
Gender Pay Gap: Strukturelles Problem, keine Randnotiz
Der Report erkennt eine
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