Impfprophylaxe beim Kaninchen: Aktuelle Empfehlungen und Herausforderungen
erstellt am 1. Juli 2025
Impfprophylaxe beim Kaninchen: Aktuelle Empfehlungen und Herausforderungen
Die Haltung von Kaninchen als Heimtiere ist seit Jahren im Aufwind – damit wächst auch die Verantwortung tiermedizinischer Fachkräfte für ihre Gesundheit. Ein zentraler Baustein im präventivmedizinischen Management ist die Impfung. Insbesondere die Infektionskrankheiten Myxomatose und RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) stellen weiterhin eine ernsthafte Gefahr dar. Aufgrund der viralen Persistenz in der Umwelt, der einfachen Übertragung und der potenziell letalen Verläufe gewinnen zielgerichtete Impfstrategien weiter an Bedeutung.
Myxomatose und RHD – ein Update zum infektiologischen Risiko
Die klassische Myxomatose wird durch das Myxoma-Virus aus der Familie der Pockenviren verursacht und über direkten Kontakt und blutsaugende Insekten wie Stechmücken und Flöhe übertragen. Nach Ausbruch kommt es zu knotigen Hautveränderungen, Konjunktivitis bis hin zu generalisierter Verschlechterung mit hoher Letalität.
Besonders besorgniserregend ist allerdings die RHD, die durch zwei Varianten des Calicivirus hervorgerufen werden kann: den ursprünglichen RHDV-1 und die seit 2010 in Europa zirkulierende Variante RHDV-2. Diese neigt zu atypischen Verläufen, betrifft auch junge Tiere unter acht Wochen (anders als RHDV-1) und kann trotz symptomarmer oder perakuter Verläufe innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Die Viren sind über mehrere Monate in der Umwelt überlebensfähig – eine Herausforderung für Hygienemanagement und Biosicherheit.
Impfempfehlungen im Überblick
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) gibt konkrete Empfehlungen zur Immunisierung von Kaninchen, basierend auf epidemiologischer Lage und Gefährdungsrisiko:
- Grundimmunisierung: Ab der vierten Lebenswoche ist eine Immunisierung gegen RHDV-2 möglich. Der kombinierte Impfschutz gegen Myxomatose, RHDV-1 und RHDV-2 wird ab der fünften Woche empfohlen – je nach Impfstoff zweimalig im Abstand von drei Wochen oder mit Einzeldosen für Monovalent-Impfstoffe.
- Wiederholungsimpfungen: Jährlich – bei hohem Infektionsdruck ggf. alle sechs Monate, insbesondere bei Myxomatose-Risiko im Frühjahr/Sommer und bei ungeschützter Außenhaltung.
- Besonderheiten bei RHDV-2: Aufgrund der veränderten Altersanfälligkeit von Jungtieren wird eine besonders frühzeitige Impfung empfohlen. Einzelimpfstoffe gegen RHDV-2 sind Teil kombinierter oder monovalenter Impfpläne.
Verfügbare Impfstoffe und ihre Besonderheiten
In Deutschland sind derzeit mehrere Impfstoffe zugelassen, die unterschiedli
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