Thelazia callipaeda breitet sich weiter aus – auch in Deutschland
erstellt am 21. Januar 2026
Der Augenwurm Thelazia callipaeda ist längst nicht mehr nur in süd- oder osteuropäischen Reiseländern anzutreffen. Inzwischen tritt der Parasit auch in Deutschland auf – unabhängig von Auslandsaufenthalten. In unserer Klinik konnten wir dies im vergangenen Jahr bei zwei Hunden beobachten, darunter auch bei Hovawart Nicolas, der nie außerhalb Deutschlands unterwegs war. Die Diagnose war eindeutig – ein Fall von autochthoner Infektion mit Thelazia.
Thelazia callipaeda ist ein milchig-weißer Fadenwurm mit einer Länge von etwa 1 bis 1,5 cm. Er befällt vorrangig das Auge, insbesondere Bindehaut, drittes Augenlid und Tränenkanal (vgl. Bild 1 und Bild 2). Neben Hunden können auch Katzen, Kaninchen und in seltenen Fällen Menschen betroffen sein.
Die Übertragung erfolgt über bestimmte Fliegenarten (z. B. Phortica variegata), die Tränenflüssigkeit aufnehmen. Während dieses Vorgangs gelangen infektiöse Larven in das Auge, wo sie sich zu adulten Würmern entwickeln.
Die klinischen Anzeichen sind teilweise unspezifisch und können mit anderen okulären Erkrankungen verwechselt werden:
- Vermehrter Tränenfluss (Epiphora) oder mukopurulenter Augenausfluss
- Lichtscheue
- Juckreiz und Bindehautentzündung
- In fortgeschrittenen Fällen: Keratitis bis hin zu Hornhautulzerationen
Im Fall von Nicolas äußerte sich die Infektion zunächst du
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Autor:innen
Dr. Barbara Braus, Diplomate ECVOEin interessanter Beitrag. Teile ihn jetzt mit deinem Netzwerk.
