Zivilisationskrank? Equines Asthma

erstellt am 13. Oktober 2021

zurück
Fachbeitrag

© Das Bild wurde automatisch aus dem Originalartikel übernommen. Bildrechte siehe Originalartikel.

Equines Asthma ist eine chronische, nicht-infektiöse Lungenerkrankung, die immer häufiger bei Pferden diagnostiziert wird.

Man unterscheidet zwischen gering- bis mittelgradigem und hochgradigem equinen Asthma.

Häufige Symptome sind:

  • Husten
  • Nasenausfluss
  • Leistungsintoleranz

 

Allerdings zeigen knapp 40% der Pferde mit mildem Asthma gar keinen Husten oder nur sehr selten.

 

Bei hochgradigem Asthma kommt eine deutlich verstärkte abdominale Atmung mit Nüsternblähen und dem Entstehen einer sogenannten "Dampfrinne" dazu. Im schlimmsten Fall kann es auch zu Asthmaanfällen mit Atemnot kommen.

 

Die Ursache für die Entstehung von equinem Asthma ist multifakoriell. Als Hauptursache ist eine erhöhte Staubbelastungen in den Ställen, beispielsweise durch Einstreu und Raufutter zu sehen. Erschwerend kommt häufig eine schlechte Luftqualität durch Ammoniakbildung und unzureichender Belüftung der Ställe hinzu. Auch die Qualität von Raufutter ist entscheidend, denn Schimmelpilzsporen und Lagermilben können Auslöser des equinen Asthmas sein.

 

Diagnostiziert wird das equine Asthma vorerst durch einen detaillierten Vorbericht und einer klinischen Untersuchung. Um den Schweregrad der Erkrankung festzustellen kann eine Blutgasanalyse durchgeführt werden, bei der die Gasaustauschkapazität (O2 - CO2) der Lunge untersucht werden kann. Außerdem sollte eine Endoskopie der Atemwege mit Probennahme über die Gewinnungung von Tracheobronchialsekret und/oder einer Bronchienspülprobe erfolgen. Anschließend werden diese Proben im Labor untersucht (siehe Bild).

 

Grundstein der Asthmatherapie ist die Haltungsoptimierung, die dauerhaft beibehalten werden muss! Jedes asthmaerkrankte Pferd hat unterschiedliche Anforderungen an die Haltung. Eine Verbesserung der Lungenfunktion ist erst nach 8 bis 12 Wochen nach der Haltungsoptimierung zu sehen! 

 

Unter Haltungsoptimierung wird u.a. verstanden:

  • Staub soweit wie möglich reduzieren, ideal für Asthmatiker wäre eine 24/7 Weidehaltung mit Grasfütterung
  • Pferde viel draussen halten, wenn ein Offenstall nicht möglich ist, sind Paddockboxen normalen Boxen vorzuziehen
  • staubarmes Einstreu verwenden
  • Heu bedampfen, Heulage verfüttern oder für mindestens 10 Minuten in Wasser eintunken
  • staubfreies Kraftfutter verfüttern, oder das Kraftfutter durch Zusätze wie beispielsweise Öl anfeuchten
  • Fegen und Einstreuen der Boxen, wenn die Pferde außerhalb des Stalles sind

 

Die medikamentelle Therapie des equinen Asthmas ist IMMER nur symptomatisch! Die Pferde bekommen Schleimlöser, Bronchienweitsteller und Kortison. Zu beachten ist hier, dass die Gabe eines Bronchienweitstellers über einen längeren Zeitraum nur in Verbindung mit Kortison Sinn macht, da die Wirkung sonst nach kurzer Zeit abnimmt.

 

Weitere therapeutische Maßnahme kann die Inhalation von Kochsalzlösung oder Sole sein. Dies kann in Solekammern, in Soleanhängern aber auch mit Inhalationsmasken stattfinden. Auch die Verfütterung sogenannter Omega 3 Fettsäuren, die antientzündlich wirken, hat einen nachgewiesenen positiven Effekt bei equinem Asthma.

 

Eine rechtzeitige Diagnostik und konsequente Behandlung und Haltungsoptimierung ist entscheidend für die Kontrolle des equinen Asthmas. Je länger die Symptome bereits bestehen und je schwerer sie ausgeprägt sind, desto schwieriger wird es das Asthma zu kontrollieren.

Themengebiete

Autor:innen

Tierklinik Lüsche
Hinweis: VetStage ist nicht für den Inhalt verantwortlich. Bitte wende dich bei Rückfragen direkt an den Anbieter

Ein interessanter Fachbeitrag. Teile ihn jetzt mit deinem Netzwerk.